3 Fragen an Alois Brummer, Wolnzacher Volksfestreferent

hallertau.de
Interview von hallertau.de, Mai 4, 2020

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Das Jahr 2020 wird zweifelsfrei in die Geschichte eingehen – als Jahr des Social Distancing, als Jahr des gemeinsamen Kampfes gegen das Corona-Virus und auch als Jahr, an dem wir zum ersten Mal seit der Nachkriegszeit auf unsere Volksfeste in der Hallertau verzichten müssen. Aus diesem Grund haben wir uns mit Alois Brummer (CSU) aus Gebrontshausen unterhalten. Er ist der noch amtierende Volksfestreferent des Marktes Wolnzach. Schon bevor er 2002 in dieses Amt berufen wurde, war er glühender Anhänger und leidenschaftlicher Besucher des Festes.

1 | Hallo, Herr Brummer! Seit einigen Tagen ist bekannt, dass das Wolnzacher Volksfest im August ausfallen wird. Wie waren die Reaktionen bis jetzt? Gab es überhaupt schon einmal einen Ausfall?

In meiner Brust schlagen bei dem Thema mindestens drei Herzen – erstens das als Mensch und Volksfestgänger. Ich bin traurig, dass das Virus uns die Volksfesttage dieses Jahr versaut. Zweitens als Volkfestreferent – ein solches Highlight für die Menschen, aber auch die Wirtschaft vom Volksfestwirt bis hin zu den einzelnen Händlern und den Fahrgeschäften absagen zu müssen, ist keine Aufgabe, um die man uns beneiden kann. Drittens – und das gilt ja letztlich für uns alle – wir müssen die Situation annehmen und das Beste daraus machen. Das ist auch das, was ich von allen Beteiligten höre, wenn das Gespräch auf die Absage des Volksfestes kommt.

2 | Wen trifft der Ausfall des Volksfests besonders hart? Haben Sie ein Beispiel?

Oh je, wo soll ich denn da anfangen? Ich versuche mal aufzuzählen, was mir da spontan dazu einfällt. Es trifft die beiden Brauereien, den Volksfestwirt und deren Lieferanten. Die Bedienungen, die Musiker, die Standbetreiber, die umliegenden Bars, zu denen die Volksfestbesucher immer gerne nach Ausschankschluss noch weiterziehen. Es trifft die Kandidatinnen zur Wahl der Hopfenkönigin, die sich beworben haben und nun nicht zum Zuge kommen. Aber auch den Moderator der Hopfenköniginnenwahl und die technischen Dienstleister, die kilometerweise Kabel in der Volksfesthalle verlegen und die diesen Auftrag in diesem Jahr nicht durchführen können. Es betrifft Hoteliers und die umliegenden Gastwirtschaften, wenn Übernachtungsgäste nicht kommen, um zum Volksfest zu gehen. Aber es trifft natürlich auch mich und alle anderen, die aus nah und fern gerne zum Hallertauer Volksfest kommen, denn unser Volksfest ist wahnsinnig beliebt und dauert nicht umsonst zehn Tage. Ein Beispiel, das ich nennen will ist Fritz Kreis, der die Schiffschaukel und den „Süssen Laden“ betreibt. Er war jetzt einige Wochen bei Hopfenpflanzern zum Drahteinstecken und hat andere Saisonarbeiten erledigt.

3 | Ein bayerisches Jahr ohne Volksfeste: Was für einen Einfluss wird das auf unsere Tradition haben? Und auf die „bayerische Mentalität“?

Darum mache ich mir wirklich die geringsten Sorgen! In allem Schlechten liegt auch immer etwas Gutes – man vergisst ja gerne, wie gut man es eigentlich in Wolnzach hat. Man verlernt oft, auch kleine Dinge zu schätzen, weil sie irgendwie normal geworden sind. Ich bin fest davon überzeugt, dass unsere Feierlaune nach Corona wieder verstärkt zum Ausdruck kommen wird. In diesem Sinne: Wir sehen uns im Sommer 2021 dann beim 72. Hallertauer Volksfest in Wolnzach!

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