3 Fragen an Anja Koch, Gästeführerin

Simone Huber
Interview von Simone Huber, Februar 3, 2020

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Obwohl sie keine Hallertauer Wurzeln hat, sondern ursprünglich aus Westfalen stammt, sagt Anja Koch aus vollem Herzen: „Wolnzach ist meine Heimat geworden. Ich liebe den Hopfen! Hopfen und Wolnzach gehören für mich untrennbar zusammen“. Mit Leidenschaft vermittelt sie den Besuchern im Hopfenmuseum die bewegte Geschichte der weltbekannten Hallertauer Kulturpflanze.

1 | Hallertau.de: Guten Tag Frau Koch! Sie sind über 15 Jahre bei der Tafel aktiv und zudem erste Vorsitzende bei den Freien Wählern. Seit vielen Jahren führen Sie Einheimische und Gäste aus aller Welt durch das Deutsche Hopfenmuseum. Was mögen Sie an Ihrer Tätigkeit?

Anja Koch: Ich mag die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen. Oft sind es Gästegruppen, die ein Hobby oder der Beruf zusammengebracht hat. Da gibt es auch für mich immer wieder Spannendes zu erfahren. Ich möchte die Besucher mit meiner Begeisterung für den Hopfen anstecken. Es sind vor allem die Geschichten der Hopfenzupfer, die spannend zu erzählen sind. Dazu gibt es massenhaft Anekdoten über die vielbekannte Hopfenzupferromantik. Daten und Fakten treten da schon mal in den Hintergrund, wenn man die Geschichte aus Sicht der Menschen, die mit und von Hopfen gelebt haben, veranschaulicht. Außerdem wird der Hopfen im Museum mit allen Sinnen erlebbar gemacht. Viele Menschen denken bei einem Museum an einen Ort, an dem Altes, Vergangenes bewahrt und gezeigt wird. Das Hopfenmuseum ist aber etwas sehr Lebendiges: Wir zeigen den Hopfenanbau in der Vergangenheit, die Bedeutung dieser Kulturpflanze in der Gegenwart und auch, wie uns der Hopfen in der Zukunft begleiten wird. Mir ist wichtig, dass unsere Gäste spüren, wie viel Liebe, Handarbeit und Sorgfalt im Hopfenanbau steckt. Jede Führung ist ein besonderes Erlebnis und unsere Besucher sollen sagen können: „Hierher komme ich gerne wieder!“

2 | Was sollte man Ihrer Meinung nach am Hopfentourismus verbessern?

Wolnzach ist eine historisch bedeutsame Marktgemeinde, geprägt vom Hopfenbau. Der Hopfen ist quasi das Herz Wolnzachs. Man könnte die Präsenz des Hopfens im Markt Wolnzach also noch ausbauen. Beispielsweise indem man historische Rundgänge durch den Wolnzacher Ortskern anbietet. Damit würden unsere Besucher länger in Wolnzach verweilen, wovon auch unser örtlicher Handel, also die Wolnzacher Einzelhändler, die Gewerbe- und Dienstleistungsunternehmen, profitieren würden. Denkbar sind in diesem Zusammenhang auch Infotafeln, die man an Orten anbringt, für die der Hopfen eine besondere Rolle spielt.

3 | Gab es ein Erlebnis, an das Sie sich besonders gern erinnern?

Ich denke besonders gerne an eine Führung zurück, bei der ich Sehbehinderte durchs Museum begleiten durfte. Sie konnten den Hopfen mit allen Sinnen erleben, z.B. an den Dolden riechen und sie in die Hand nehmen. Denn auch ohne hinsehen zu können erlebt man diesen besonderen Zauber, der in der Hopfenpflanze steckt. Ein anderes Mal habe ich eine Chorgruppe durch unser Hopfenmuseum geführt, die mir abschließend zum Dank ein Lied gesungen hat. Das hat mich sehr berührt. Solche Begegnungen machen für mich das Ehrenamt als Gästeführerin im Deutschen Hopfenmuseum wahnsinnig wertvoll!

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