3 Fragen an Bernhard Schmidt, Geschäftsführer von Nepata

Michael Urban
Interview von Michael Urban, März 16, 2020

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Bernhard Schmidt ist Diplom-Ingenieur und einer der drei Geschäftsführer von Nepata. Nepata, das ist ein mittelständisches Unternehmen in Wolnzach, das seit circa 20 Jahren international seine Kunden in Sachen Werbetechnik, Textilveredelung und Digital-Finishing betreut. Neben dem eigenen Maschinenbau in Wolnzach und einem Onlineshop vertritt Nepata auch internationale Hersteller in Europa. Im Kurzinterview erzählt uns Schmidt über sein Unternehmen – und warum es so schnell und professionell auf die Corona-Situationen reagieren konnte.

1 | hallertau.de: Hallo, Bernhard! Schön, dass du so spontan Zeit für uns hast. Als Unternehmer mit globalen Beziehungen und Arbeitsprozessen hast du im Moment bestimmt alle Hände voll zu tun. Auf welche Aufgaben konzentrierst du dich gerade am meisten?

Bernhard Schmidt: Wir versuchen tatsächlich, unsere Geschäfte trotz der veränderten Umstände normal weiterzubetreiben. Große Teile der Belegschaft haben wir ins Homeoffice verlegt. Diejenigen, die noch hier sind, halten Abstand zueinander, Büros sind nur einzeln belegt. Hygieneregeln müssen beachtet werden. Dadurch können wir bisher alle Kundenaufträge normal bearbeiten.

2 | Wann habt ihr ernsthaft begonnen, Maßnahmen bezüglich der Verbreitung des Corona-Virus einzuleiten? Und warum ist es euch so schnell und gut gelungen?

Durch unseren täglichen Austausch mit unseren Partnern in China haben wir bereits sehr früh erfahren, wie sich die Umstände für Unternehmen und Familien dort ändern. Was es heißt, wenn man von einem auf den anderen Tag nicht mehr in die Firma kann oder sogar mit der ganzen Familie in Quarantäne muss. Deshalb haben wir bereits vor einigen Wochen begonnen, die Ausstattung fürs Homeoffice unserer Mitarbeiter zu ergänzen und bestehende Lücken zu schließen. Für die Abteilungen, die nicht ins Homeoffice können, haben wir uns ab Anfang März konkrete Gedanken gemacht, wie wir unsere Mitarbeiter schützen und den Betrieb aufrechterhalten können. Seit 09.03. sind alle Maßnahmen in Kraft.

3 | Wie wird die ganze Situation deiner Meinung nach eure Branche beeinflussen und was bedeutet die Pandemie aktuell für dein Unternehmen?

Aktuell läuft unsere Firma von außen betrachtet relativ normal. Wir arbeiten Aufträge ab, beraten Kunden, versenden Ware. Unsere Mitarbeiter kommunizieren intern weitestgehend per Videokonferenzen. Aber es wurden für die Branche wichtige Messen abgesagt, Italien ist als Markt derzeit unerreichbar, in den kommenden Wochen werden weitere Märkte abgeschottet werden. Jetzt gilt es, die Kunden mit digitalen Angeboten zu erreichen, den persönlichen Kontakt zu Kunden mit neuen Medien zu pflegen und insgesamt das Beste aus der Situation zu machen. Die Hände in den Schoß zu legen war noch nie unsere Stärke. Wenn die Krise vorbei ist, krempeln wir die Ärmel hoch und packen an. Jetzt steht aber an erster Stelle erst einmal der Schutz der Gesundheit unserer Mitarbeiter und Familien.

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