3 Fragen an Florian Hirsch, Wildnispädagoge

Florian Hirsch lebt im Pörnbacher Ortsteil Puch in einem ehemaligen Pfarrhof. Der 46-Jährige ist Vollzeit-Wildnispädagoge und arbeitet unter anderem mit Kindern, Jugendlichen und Familien im Rahmen der Jugendhilfe.

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Interview von Alfred Raths, Januar 2, 2020

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Seine Gäste oder auch Klienten nimmt Florian Hirsch mit in den Wald, setzt sie dort sozusagen der Natur aus, um dort dann im Teamwork unterschiedliche Herausforderungen zu meistern. Damit, so sein Anspruch, vermittelt er ihnen soziales Verhalten neu und auf ungewohnte Weise.

1 | Hallertau.de: Servus Florian, wie bist Du zur Wildnispädagogik gekommen und was fasziniert Dich daran?

Florian Hirsch: Weil ich selbst in der Kindheit und Jugend mit Begeisterung in der Natur war und dort groß geworden bin, dank meiner Eltern in Buxheim. Später wollte ich mich im Bereich Pädagogik weiterbilden, die Möglichkeit dazu habe ich dann über die Wildnispädagogik gefunden. Faszinierend finde ich, dass das Lernen zu großen Teilen durch Erfahrung und Vorbild stattfindet und insbesondere Kinder durch immer wiederkehrendes Fragen aus eigenem Antrieb zur Erkenntnis gelangen.

2 | Was erfahren, oder – wohl besser – erleben die Teilnehmer bei ihrem Aufenthalt in der Natur mit Dir?

Es wird beispielsweise die Mediennutzung auf die Bedeutungs-Waagschale gelegt. Schließlich zeige ich, was es für alternative Möglichkeiten gibt, ihre Sinne anzuregen. Ich sehe mich als ein Art Übersetzer oder auch Vermittler dafür und trage dabei ihren Bedürfnissen nach Selbstwirksamkeit Rechnung. Sie können dabei ihre Potenziale erkennen und praktisch umsetzen, wie beim Bau von Ast-Tipis oder Orientierungsläufen.

Wir machen Musik, spielen, erzählen uns Geschichten und hören einander zu. Ich richte meinen Blick darauf, dass es vertrauensvoll und respektvoll, ich nenne es gerne achtsam, zugeht.

3 | Wildnispädagogik verlangt viel praktisches Engagement, ist sie denn auch ein wenig esoterisch?

Aufgrund der Entfernung des modernen Menschen zur Natur erwecken vielleicht auf den einen oder anderen manche Elemente der Wildnispädagogik diesen Eindruck – dabei ist vermeintlich Esoterisches im wahrsten Sinne des Wortes „natürlich“. Elemente dazu könnten etwa die Suche nach innerem Frieden oder der Weg zu einem ruhigen Geist sein. Wie man das einordnen will, überlasse ich jedem selbst.

Das Interview wurde auf Lesbarkeit und Verständlichkeit redigiert.

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