3 Fragen an Maximilian Schwarzhuber, Vortragsredner

"When life gives you lemons - make lemonade our of it. " Der Wolnzacher Maximilian Schwarzhuber hat nach der Amputation seiner beiden Unterschenkel das Leben beim Schopf gepackt. Marathon, Triathlon, Alpenüberquerungen - mit seinen Sportaktionen, als Redner und Influencer hat er ein Stück seines Lebens in die Öffentlichkeit gerückt. Als er uns unsere Interviewfragen beantwortet, trainiert er gerade für einen Rekordversuch am Bodensee. Wir haben mit ihm darüber geredet, was sich in den vergangenen Jahren bei ihm verändert hat und was er daraus gelernt hat.

Lisa Schwarzmüller
Interview von Lisa Schwarzmüller, September 7, 2020

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1 | Dein Leben hat sich seit deiner Amputation extrem verändert. Mit welchen Entwicklungen hättest du am wenigsten gerechnet?

Nach meiner Amputation hatte ich die Hoffnung und das Ziel, dass sich gesundheitlich viel verbessert und verändert, was auch passiert ist. Zum Beispiel, dass ich Sport machen kann. Aber dass sich so viel im beruflichen Bereich ändert, dass ich rumkomme und Vorträge darüber halten darf, viel in diesem Bereich Gas geben kann, das hätte ich am wenigsten erwartet. Ich habe mich ja erst nach der Amputation selbstständig gemacht und bin dann in Richtung Vortragsredner gegangen. Was ich da in den letzten dreieinhalb Jahren getan hat, ist aus heutiger Perspektive schier unglaublich. Darüber bin ich natürlich erstaunt, aber auch total glücklich.

2 | Mittlerweile stehst du als Person oft für Fernsehen und Co. in der Öffentlichkeit. Das ist manchmal bestimmt toll, aber auch eine Herausforderung. Was hast du persönlich dadurch gelernt? 

Tatsächlich ist es toll, im Fernsehen zu arbeiten, aber es gibt auch Dinge, die einen irritieren. Zum Beispiel dreht man manchmal eine eigentliche Alltagsszene hundert Mal, bis dann was Brauchbares dabei ist. Was ich dabei eben gelernt habe, ist, dass im Fernsehen – so schade das ist – das Meiste, was gezeigt wird, so nicht wirklich passiert ist. Manche Dinge würde ich im Alltag nie machen, die mache ich nur, um die Geschichte besser darstellen zu können. Dann finde ich es immer wieder erfrischend, wenn Redakteure einfach aufnehmen und daraus die Szenen machen. Das funktioniert auch und macht deutlich mehr Spaß. Alles in allem ist aber jeder Bericht eine tolle Sache, weil ich dadurch Menschen erreiche, die dann auch oft Kontakt zu mir aufnehmen.

3 | Wenn man dir auf sozialen Medien folgt, sieht man, wie umtriebig du geworden bist. Was war das für dich spannendste Projekt, an dem du in den letzten Jahren beteiligt warst und warum?

Normalerweise ist es so, dass ich meine Projekte lange im Voraus plane, um wirklich eine Chance zu habe, alles sauber durchzubringen. Dieses Jahr war es ein bisschen anders, weil ja Corona dazwischen kam und meine Marathons und Triathlons – auch eine Fahrrad-Alpenüberquerung in 24 Stunden wollte ich machen – plötzlich nicht mehr möglich waren. Deswegen kam es zu einer spannenden Spontanaktion. Ein Freund von mir hat mich gefragt, ob ich mit ihm nicht Lust hätte, einen inoffiziellen Rekord für die Durchquerung des Bodensees mit dem Segelboot aufzustellen. Das wäre nicht möglich gewesen, wenn ich so viele andere Sportveranstaltungen gehabt hätte. Das hat mir bewiesen: Wo viele Türen zugehen, gehen auch andere auf, die sonst verschlossen geblieben wären.

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