3 Fragen an Werner Hampel, Roboterexperte

Hand aufs Herz: Wie schön wäre es, wenn ein Roboter unsere Wäsche bügelt oder die Steuererklärung macht? So abwegig ist das gar nicht. Laut Werner Hampel sind es gerade die unliebsamen Routinearbeiten, wo Roboter in die Bresche springen.

Simone Huber
Interview von Simone Huber, März 2, 2020

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Werner Hampel führt in Mainburg einen eigenen Laden wo er sich auf  Industrie- und Mähroboter spezialisiert. Für ihn ist klar: „Roboter helfen uns, ein selbstbestimmteres Leben zu führen“. Das mag im ersten Moment paradox klingen. Bei genauerer Betrachtung ist da aber schon was dran.

1 | Hallertau.de: Was fasziniert dich so an der Welt der Roboter?

Überall da, wo stumpfsinnige Routine anfällt, wo Arbeiten krank machen und den Körper belasten, springen Roboter zur Seite. Es gibt mittlerweile Studien die zeigen: Wo Roboter eingesetzt werden, haben die Menschen die meiste Lebensqualität. Es werden noch einige Innovationen im Bereich künstlicher Intelligenz und Robotik auf uns zukommen. Egal ob Pflegeroboter, die in der Altenpflege eingesetzt werden oder den Haushalt schmeißen – der Markt wächst immer rasanter. Natürlich sollten die psychologischen Komponenten der Pflege eher menschliche Pflegekräfte leisten.

 

2| Muss man bei all der Technik nicht fürchten, dass menschliche Arbeitskraft irgendwann überflüssig wird?

Der technologische Fortschritt kostet Arbeitsplätze. Das ist eine berechtigte Angst der Menschen. Doch überflüssig wird der Mensch höchstens bei Arbeiten, die ohnehin zu Lasten seiner Gesundheit gehen. Viele vergessen, dass sich dadurch neuen und interessantere Aufgabenfelder für uns auftun. Das sieht man momentan vor allem in der Kreativbranche. Dadurch, dass uns Roboter mühselige Aufgaben abnehmen, haben wir Menschen wieder mehr Zeit uns Dingen zuzuwenden, die uns Spaß machen oder unserer Selbstverwirklichung dienen. Ich habe viel ältere Damen als Kunden, die heilfroh sind, dass der Mähroboter ihren Rasen mäht. Das spart Zeit und Energie.

 

3| Gibt es auch Arbeiten, wo Roboter eher kontraproduktiv wirken?

Eine gewisse Ethik muss gewahrt bleiben. Ich finde humanoide Roboter zum Beispiel gruselig. International bekannt ist „Sophia“* – ein dem Menschen von Verhalten und Aussehen äußerst ähnlicher Roboter. Das kann schon mal bedrohlich wirken. Ein Roboter soll ruhig aussehen wie ein Roboter, nicht wie ein Mensch. Es braucht einen gesunden Mix aus Mensch und Maschine. Wichtig ist: Menschen müssen keine Angst vor Robotern haben. Wenn sie zu unserem Wohle eingesetzt werden, sind sie eine große Stütze.

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