3 Lost Places bei Wolnzach

Schaurig-schöne Bildeindrücke verlassener Orte in Wolnzachs Umgebung...

Michael Urban
Feature von Michael Urban, November 1, 2019

Passend zu Halloween und Allerheiligen nehmen wir euch mit auf eine kleine nachdenkliche und geheimnisvolle Reise  an verlassene Orte im Raum Wolnzach. Dort konnten wir den Geschichten dieser manchmal schwer zugänglichen und düsteren Orte nachspüren und Eindrücke vergangener Schönheiten mitnehmen.

1 | Wasserschloss

Das barocke Wasserschloss bei Wolnzach ist ein Baudenkmal und nicht ganz unbekannt. Es verfügt über zwei Geschosse, ein Walmdach und ein reich gegliedertes Portal mit Sprenggiebel. Entstanden sein dürfte das Gebäude um 1709, vor fast 70 Jahren erfuhr es seine letzte Überarbeitung. Durch das wasserreiche Gelände hat sich neben dem kleinen Schloss eine Schilflandschaft gebildet, die an eine Blühfläche grenzt. Wer Geduld mitbringt, hört oder erspäht vielleicht das scheue Blaukehlchen. Im Herbst versprüht der Ort durchaus mystisches Flair. Wir hatten Glück und durften so nah es ging an das Schlösslein ran.

2 | Alte Bienenhütte

Früher ging es hier wohl sehr, sehr lebhaft zu. Schätzungsweise fünf bis zehn Bienenstöcke dürfte die alte Bienenhütte mit starker Hanglage gefasst haben. Pro Bienenvolk kann man mit circa 15-20 Kilogramm Honigernte im Jahr rechnen. Solche Gedanken hat diese vergessene Hütte jedoch schon lange hinter sich gelassen. Mittlerweile hat die Natur sich die kleine Bienenfarm wieder einverleibt und die Spinnen haben die Bienen abgelöst. Was definitiv zum gespenstischen Charakter der Hütte beigetragen hat.

3 | Bierkeller

Leicht katakombenhaft kommen sie daher, die letzten erhaltenen Bierkeller des Wolnzacher Ortskerns. Erbaut wurde das doppelt gemauerte Tonnengewölbe vor circa 200 Jahre im Auftrag der Brauerfamilie Aichbichler. Die Böden sind aus handgeschlagenen Kalksteinplatten und aufgrund des Eiswassers im leichten Gefälle verlegt. Der Zustand des Keller ist vergleichsweise gut, wer Interesse an einer Besichtigung hat, kann sich gerne an der Rezeption des Haimerlhofes danach erkundigen. (Fotos: Schulmeyr/Huber)

4 | Friedhof

Dieser Friedhof ist kein verlassener Ort im klassischen Sinne. Fakt ist, dass es trotzdem ein ruhiger, spiritueller und eher wenig besuchter Platz ist, der zum Nachdenken und Erinnern anregt. Schließlich kann man einiges lernen, wenn man hin und wieder den Spuren der Vorfahren nachgeht. Frei nach Ciceros Motto: „Nosce te ipsum.“ („Erkenne dich selbst.“) (Fotos: Simone Huber)


Urban Exploring

Egal ob städtisches Erkunden oder am Land, wir finden beim Erkunden von verlassenen Orten sollte man achtsam vorgehen. Es geht um fotografische und geschichtliche Dokumentation. Urban Exploring zieht eine klare Grenze zu Vandalismus, Diebstahl oder Hausfriedensbruch. Viele „Urbexer“ (Urban Explorer) informieren sich im Vorfeld darüber, wem die verlassenen Orte gehören und fragen um Erlaubnis, die leerstehenden Gebäude zu betreten.

Hier ein paar einfache Regeln zum „Urban Exploring“:

  • „Leave no trace“: Nichts verändern, beschmutzen oder entwenden.
  • Niemals einbrechen: geschlossene Fenster und Türen bleiben geschlossen. Wenn es keinen Zugang gibt, verschwindet man wieder.
  • Gefahren vermeiden: Morsche Böden und Balken sowie beschädigtes Gemäuer stellen extreme Verletzungsrisiken dar.
  • Adressen schützen: Um unbekannte Lost Places vor Vandalismus zu schützen, werden keine Adressen genannt.