4 Fragen an Försterin Katharina Krumm zum Thema Zecken

Das Zeckenstich-Risiko erreicht ein neues Hoch. Der „gemeine Holzbock“ saugt sich an die menschliche Haut und ist Überträger von Borreliose und FSME (Frühsommer- Meningoenzephalitis), einer gefährlichen Hirnhautentzündung.

Simone Huber
Interview von Simone Huber, August 3, 2020

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1 | Hallertau.de: Guten Tag Frau Krumm. Gerade 2020 scheinen Zecken besonders aktiv zu sein. Sehen Sie einen Zusammenhang zwischen der allgemeinen Veränderung des Klimas, dem milden Winter und einem erhöhten Zeckenvorkommen?

Studien haben eine klare Verbindung zwischen der Klimaerwärmung und den Zecken bestätigt. Zecken freuen sich über ein mildes Klima. Damit einher geht natürlich eine größere Infektionsgefahr für Menschen und Tiere. Wir alle hatten in den letzten Monaten mehr Zeit um uns in der Natur, insbesondere im Wald zu bewegen. Deshalb müssen wir uns vor Zeckenstichen besonders in Acht nehmen.

2 | Wissen Sie, wo geographisch gesprochen die Bedrohung am größten ist?

Besonders in den südlichen Teilen Deutschlands. Genau genommen befindet sich auch die Hallertau im rot eingezeichnet Risikogebiet. Hot-Spots sind jedoch keine konstante Größe, sondern können sich verschieben. Zecken gibt es eigentlich deutschlandweit, aber es gibt Risikogebiete für eine FSME-Infektion (die Viruserkrankung muss gemeldet werden) und hier liegt das Risikogebiet hauptsächlich in Süddeutschland

3 | Ist es wahr, dass Zecken in der warmen Jahreszeit „Hochsaison“ haben?

Ja und Nein. Insbesondere bei sehr hohen Temperaturen sowie bei Trockenheit stellen die Zecken ihre Wirtssuche jedoch ein und sind damit eher inaktiv. In Deutschland werden sie bei Temperaturen ab 7 Grad aktiv. Zecken können daher auch außerhalb der üblichen Saison – von März bis Oktober – aktiv sein und stechen auch in einem besonders milden Winter.

4 | Für alle Outdoor Liebhaber: Welche Schutzmaßnahmen empfehlen Sie?

Tragen Sie am besten lange, helle Hosen mit Fußstulpen. So können die Zecken nicht so leicht unter die Kleidung kriechen und sie erkennen sie beim Absuchen leichter auf hellem Hintergrund. Beim Entfernen von Zecken empfehlen sich eine Zeckenkarte, eine Zeckenschlinge und auch eine Pinzette. Vorbeugend helfen auch spezielle Zeckensprays. Sollte sich das Tier noch nicht festgesaugt haben, sind sie leicht von der Haut abstreifbar. Sie sollten beim Entfernen darauf achten, den Kopf zu erwischen, da von dort aus die Borrelien in unseren Körper gelangen. Weniger gefährlich ist es wenn Überreste wie Zeckenbeinchen im Körper bleiben, da von ihnen keine Infektionsgefahr ausgeht. Der Körper stößt sie mit der Zeit einfach ab. Nach einem Aufenthalt in der Natur sollte man sich nach Zecken absuchen (lassen). Wenn man viel in der Natur/im Wald ist, sollte man über eine FSME-Impfung nachdenken.

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