4 Fragen an Martina Daniel-Huber, Spargelbäuerin

2020 war für die Spargelbauer ein besonderes Jahr voller Herausforderungen. Martina Daniel-Huber vom Spargelhof Huber zieht dennoch eine positive Bilanz für die gerade zu Ende gegangene Erntesaison.

Simone Huber
Interview von Simone Huber, Juni 4, 2020

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1 | Hallertau.de: Frau Huber, das Spargeljahr neigt sich dem Ende zu. Wie fällt Ihr Rückblick aus?

Als im März die Hiobsbotschaft des Virus über uns hereinbrach, konnte noch niemand so recht die Folgen von Corona einschätzen. Nachdem schnell klar wurde, dass die Welle neben Italien wohl zu uns überschwappen wird, haben wir auf die Lage reagiert, indem wir unsere Anbaufläche reduzierten. Wir beliefern normalerweise Kantinen und Gaststätten, aber die hatten dann geschlossen. All das hat dazu beigetragen, dass wir heuer weniger Spargel angebaut haben als in normalen Zeiten. Immer wieder haben wir gehofft und gebangt, der Shutdown würde doch schneller enden als gedacht und die Biergarten rechtzeitig öffnen. Doch irgendwann muss man sich mit der Lage anfreunden und aus der Not eine Tugend machen.

2 | Hattet ihr Probleme bei der Beschaffung von Hilfsarbeitern?

Nein, Gott sei Dank nicht! Wir hatten von Anfang an ein bestelltes Kontingent an Stammarbeitskräften. Die kamen glücklicherweise auch alle. Am Wochenende waren wir im Schnitt sogar 23 Leute auf dem Feld. Nun freuen sich unsere Arbeitskräfte wieder auf die Rückkehr in ihre Heimat Polen und Rumänien.

3 | Sie pflanzen auch Hopfen. Ist schon absehbar, wie sehr die Krise die Hopfenbauern ins Mark treffen wird?

Zum momentanen Zeitpunkt können das die Hopfenbauern noch nicht abschätzen. Wir machen uns aber auf Einbußen bereit. Die Verträge werden in der Regel eingehalten. Jedoch entstehen für die deutschen Hopfenbauern Einbußen, da der Shutdown in der amerikanischen Craftbeer-Gastronomie auf den Hopfenbedarf drückt.

4 | So paradox das klingen mag: Gibt es etwas Gutes, das Sie der Krise abgewinnen können, besonders hinsichtlich der Landwirtschaft?

Ja. Ich habe vor allem das Gefühl, dass die Natur etwas aufatmen konnte. Vielleicht hat die Krise auch dazu beigetragen, dass das Ansehen der Landwirte in der Gesellschaft etwas mehr gestiegen ist, weil die Leute gesehen haben, wie wichtig es ist, in Krisenzeiten eine gewisse Grundversorgung an Nahrungsmitteln zur Verfügung zu haben. Wir Bauern tragen hierzu einen nicht unerheblichen Teil bei. Man merkte auch, dass die Wertschätzung unserer Kunden für frische Lebensmittel ab Hof – sei es Spargel oder Rhabarber – wieder mehr da war und sie alle, trotz der Einschränkung mit der Maske – unseren Hofladen besucht haben.

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