5 Nachrichten der letzten Woche, die ihr nicht verpasst haben solltet

Mit Infos geflutet? Was ist aus letzter Woche hängen geblieben? Wir haben für euch ein paar Happen aufbereitet, die den Hallertauer interessieren könnten. Und sollten.

Bericht von Alfred Raths, November 5, 2018
Foto @ Feuerwehr Wolnzach
1 | Schlimmer Unfall nahe Wolnzach

In der Nacht von vergangenem Samstag auf Sonntag kam es gegen 1.30 Uhr bei Wolnzach zu einem tragischen Verkehrsunfall. Ein 25-jähriger Mann aus Wenzenbach kam dabei kurz vor Wolnzach von der Fahrbahn ab, als er dort von Rohrbach kommend unterwegs war. In einem anliegenden Feld überschlug sich der Audi A3 mehrfach.

 Der Fahrer und sein 26-jähriger Beifahrer aus Rohrbach wurden dabei teils schwer verletzt und mussten ins Krankenhaus gefahren werden. Der Unfall war so heftig, dass der Motorblock aus dem total beschädigten Fahrzeug herausgeschleudert worden war. Der Gesamtschaden beläuft sich auf ungefähr 30 000 Euro.

 Die Staatsstraße war etwa zwei Stunden gesperrt. Vor Ort im Einsatz waren neben der Polizei die Besatzungen zweier Rettungswagen, ein Notarzt sowie die Freiwilligen Feuerwehren von Gosseltshausen und Wolnzach mit insgesamt vier Fahrzeugen und 22 Feuerwehrleuten.

2| PCB-Belastung: Ergebnisse aus Ernte-Monitoring liegen vor

Jetzt liegen die Ergebnisse des Ernte-Monitoring im Raum Manching vor: „Die Getreide- und Hackfrucht-Proben weisen ausnahmslos keine PFC-Belastung auf“, heißt es aus dem Pfaffenhofener Landratsamt unter Berufung auf die Bundeswehr. Notwendig wurde dies, weil zu früheren Zeiten Wasser und Boden durch PFC-haltige Feuerlöschschäume (Aqueous-Film-Forming-Foams, kurz AFFF) kontaminiert wurden.

Die Untersuchungen seien demnach für heuer an 131 Feldstücken abgeschlossen. „Dagegen wurden in fünf Gartenfrüchten und zwölf Grünlandproben PFC-Gehalte nachgewiesen.“ Diese lägen „im Bereich der bereits 2016 in Gartenfrüchten in Lindach gemessenen, für den Verzehr unbedenklichen Konzentrationen“. Das sei eine „gute Nachricht“, sagte Landrat Martin Wolf (CSU). Jedoch besteht keine Hoffnung, dass es für die betroffenen Grundstücks-Eigentümer eine vorzeitige Aufhebung des vor einiger Zeit ausgesprochenen Verbots der Grundwasserentnahme gibt.

Die Untersuchung von Fischen werde nun noch folgen. Die Bundeswehrverwaltung wird im Zuge der Aufarbeitung der PFC-Kontaminierung am Manchinger Flugplatz noch dieses Jahr die Sanierungsplanung für die drei Hauptschadenspunkte in Auftrag geben. „Bisher sind einige wenige Anträge auf Schadensersatz bei der Bundeswehr-Verwaltung eingegangen“, so ein Sprecher des Landratsamts. „Diese werden derzeit noch aufgrund des jeweiligen individuellen Sachverhalts geprüft.“

3| Polizei auf der Suche nach rücksichtslosen Motocross-Fahrern

Im Landschafts-Schutzgebiet zwischen Oftlfing und Erlau im Landkreis Freising sind insbesondere an Wochenenden und Feiertagen Motocross-Fahrer illegal in Wald und Flur unterwegs. Sie sucht nun die Polizei. Nicht genug damit, dass der angerichtete Schaden bereits beträchtlich ist, kam es nach der Begegnung eines Waldbesitzers, der einen der Biker zur Rede stellen wollte, zu einer Verletzung des Mannes. Nach Angaben der Polizei wollte der Waldeigentümer an Allerheiligen die beiden Fahrer zur Rede stellen, nachdem einer der beiden bei einer Bergauf-Fahrt gestürzt war.

Als der 54-jährige Waldbesitzer an den Biker herangetreten war, habe sich dieser aufgerappelt und mit seiner Maschine Gas gegeben. Dabei sei der Waldbesitzer leicht am Unterarm verletzt worden. Die Pächterin einer Jagd habe gegenüber der Polizei erklärt, dass durch die Fahrweise der Motocross-Rowdys auch das Wild aufgeschreckt und vergrämt werde. Von den Ermittlern wird vermutet, dass die beiden Fahrer aufgrund ihrer Ortskenntnisse aus der näheren Umgebung des Tatortes stammen.

Personenbeschreibungen hat die Polizei nicht, jedoch eine Beschreibung der Fahrzeuge: Es handelt sich dabei um eine mehrfarbige Maschine mit auffälligen orange-farbenen Handprotektoren sowie um eine weiße Cross-Maschine der Marke „Husqvarna“ mit auffälliger blauer Schutzscheibe um die vordere Bremsscheibe. Wer Angaben zu den beiden Fahrern machen kann, soll sich unter der Telefonnummer (0 81 61) 53 05 0 bei der Freisinger Polizeiinspektion melden.

4| Revolutionäre Bienenforschung

Der Hightech-Bienenstock „Smart HOBOS“ ist ein neu entwickelter hoch technisierter Beobachtungsstock, der in Münchsmünster (Landkreis Pfaffenhofen) von Forschern der Julius-Maximilians-Universität Würzburg aufgestellt wurde. In einem speziell für dieses Projekt entwickelten Holzhaus auf dem Gelände der Audi Komponentenfertigung (Die Audi-Stiftung für Umwelt fördert das Bienenforschungsprojekt HOBOS) fliegen dort die fleißigen Insekten ein und aus. In dem Gebäude ist ein um 360 Grad schwenkbarer Roboterarm installiert, der mit Infrarot- und Wärmebildkameras, einem Mikrofon sowie 3D-Sensorik ausgestattet ist, um das Treiben im und um den Bienenstock rund um die Uhr zu dokumentieren. Dort können die Tiere ungestört ihr Nest in der Dunkelheit bauen und trotzdem mit Hilfe der Technik rund um die Uhr beobachten werden.
„Ein Grundproblem der Verhaltensforschung besteht in der Unsicherheit, welchen Anteil am Zustandekommen beobachteter Phänomene der Beobachter selbst hat, so im Falle der Bienenkolonie das Beobachten der Bienen bei Tages- oder Kunstlicht und in besonders gestalteten Bienenstöcken. Ein frei gebautes Bienennest, beobachtet in dunkler Umgebung durch ferngesteuerte Technik, erlaubt vollkommen neuartige Einblicke, welche über HOBOS für alle Nutzer frei einsehbar sind“, sagt Uni-Professor Jürgen Tautz.

Dank hochmoderner Technologien seien thermografische Aufnahmen möglich, die neuartige Perspektiven auf einzelne Bienen und das gesamte Bienenvolk gäben. Modernste Technik dokumentiere äußere Einflüsse wie Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Lichteinfall. „Daraus lassen sich wertvolle Rückschlüsse auf das Bienenverhalten ziehen.“ Dieser neuartige Ansatz gewähre somit einen tiefen, noch nie dagewesenen Einblick in den Superorganismus Bienenvolk. „Es ist eines der Ziele dieses Projektes neue Einsichten zu gewinnen, die im Idealfall dazu beitragen, in der imkerlichen Praxis Bienen von Stressfaktoren zu entlasten“, so Tautz.

5| Jäger feiern ihren Schutzpatron

Bei der diesjährigen Hubertusfeier erinnerte kürzlich vor über 100 Waidleuten im Stockerhof der Vorsitzende der Jägervereinigung Landkreis Pfaffenhofen, Martin Braun, an die Tradition und Ethik der Jagdausübung. Es gab aber auch eine Behördenschelte.

„Die Menschheit hat seit ihrem Bestehen auch durch die Jagd überlebt und niemand von der heutigen Bevölkerung wäre am Leben, hätten die Vorfahren nicht gejagt“, so Braun. Er bezeichnete die Jagd als historisches Grundrecht, das einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz leiste. Zur Ausübung dieses Handwerks gehöre auch die Waidgerechtigkeit und die mit ihr unmittelbar verbundene Hege des Wildes. Bestrebungen von unterschiedlicher Seite, damit verbundene Verpflichtungen aus dem Jagdrecht streichen zu lassen, dem erteilte der Jagdfunktionär eine eindeutige Absage.

Kritische Worte fand Braun in diesem Zusammenhang zum sogenannten Verbiss-Gutachten, das von der Bayerischen Forstverwaltung alle drei Jahre erstellt wird und den Zustand des heranwachsenden Waldes unter Einfluss des Schalenwild-Verbisses beschreibt. Es sei ein missbrauchtes billiges Machwerk, mit dem versucht werde, die Bestände des Schalenwildes deutlich zu reduzieren. „Das Motto Wald vor Wild sollte heißen Wald mit Wild“, wetterte Braun. Am Ende seiner Rede verlas er die Hubertus-Erklärung des Bayerischen Jagdverbandes, die unter anderem darauf hinweist, dass die heimischen Wildtiere Teil der Schöpfung sind und zur bayerischen Heimat gehören. Wildtiere brauchen demnach artgerechten Lebensraum und eine breite gesellschaftliche Allianz um zu überleben.

In seinem Grußwort wies Pfaffenhofens Landrat Martin Wolf (CSU) darauf hin, dass es nicht als selbstverständlich anzusehen sei, dass die Jäger Zeit für ihre vielfältigen Tätigkeiten aufbrächten. „Wir sind froh, dass wir sie haben!“, so Wolf. Eine besondere Herausforderung könnte die Afrikanische Schweinepest für Jagd und Landwirtschaft bedeuten. Diese Tierseuche, von der Haus- und Wildschweine betroffen sind, steht sozusagen vor der Haustüre; insgesamt rund 5800 Fälle gab es bis Oktober im Baltikum, in Belgien, Polen, der Tschechischen Republik, Ungarn, Rumänien und der Ukraine.

Unter des Gästen der Hubertusfeier befand sich neben Pfaffenhofens Altlandrat Rudi Engelhard (CSU) auch der jüngst zum Abgeordneten gewählte ehemalige Landrat des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen, Roland Weigert (FW).