5 Nachrichten der letzten Woche, die ihr nicht verpasst haben solltet

In der Hallertau tut sich was! Ihr habt die letzte Woche verpasst? Kein Problem, hier könnt ihr sie nochmal nachlesen!

Bericht von Alfred Raths, November 19, 2018
Bilder @Tierheim Pfaffenhofen/ Paul Ehrenreich
1 | Neuwahl bei der Feuerwehr Langenbruck

Die Neuwahlen der Führungsriege bei der Langenbrucker Wehr ergaben einige personelle Veränderungen. Einstimmig wiedergewählt wurde der 1. Vorsitzende Bernhard Bachhuber. Der bisherige 2. Vorsitzende, Konrad Steidle, stellte sich nicht mehr zur Wahl bereit, so dass ihm Josef Seidl im Amt folgt. Ebenso trat der langjährige Kassenwart Roland Dichtl nach 29 Jahren Amtszeit nicht mehr zur Wahl an. Daniela Gruner zeigte sich bereit, die Stelle auszufüllen, einstimmig wurde sie zum neuen Kassenwart gewählt. Nachdem sich Michael Höflmayr ebenfalls nicht mehr zur Wahl als Beisitzer stellte, rückte Hubert Weber nach, während Gerhard Haas wieder als Beisitzer einstimmig bestätigt wurde. Bei der Neuwahl der beiden Kassenprüfer wurden nun Ramona Wiesmeth und Max Schiessl neu ins Amt gewählt. In dieser Funktion schieden damit Albert Hartung und Herbert Mayr aus.

Der 1. Kommandant Jürgen Wolkenstein berichtete zuvor von 72 absolvierten Einsätzen und etlichen Übungen. Dabei sprach er von einem Jahr, das aus Feuerwehrsicht insgesamt reibungslos und ruhig verlief. Reichertshofens Bürgermeister Michael Franken (JWU) bedankte sich in seinem Grußwort für die geleistete Arbeit der Ehrenamtlichen. Er berichtete von der geplanten Baustelle auf der A9 im Jahr 2020/2021 mit einen damit womöglich verbunden Anstieg der Einsatzzahlen. Kreisbrandinspektor Christian Nitschke betonte die besonders souveräne Arbeit der Langerbrucker Wehr bei ihren Einsätzen auf der Bundestraße und Autobahn. Ehrungen und Beförderungen gab es auch. So wurden zum Feuerwehrmann Dominik Flohr und zur Feuerwehrfrau Annika Ringling ernannt. Zum Oberfeuerwehrmann wurden Raphael Haas, Max Schießl und Johannes Schuster befördert. Darüber hinaus wurde Konrad Steidle zum Oberlöschmeister befördert. Ebenfalls können die beiden Kommandanten Herbert Mayr zu 40 Jahre aktiven Dienst in der Feuerwehr ehren. Martin Weber und Christoph Ott erhielten eine Ehrung zu 25 Jahre aktiven Dienst. Des Weiteren wurden für 20 Jahre aktiven Dienst Helmut Kürzinger, Albert Schmidmeir und Hubert Weber geehrt sowie Tobias Fuchs für zehn Jahre Aktive Dienstzeit.

2 | Besucheransturm im Tierheim

Petrus scheint ein Tierfreund zu sein! Sonnig war’s nämlich am gestrigen Sonntag bei Tag der offenen Tierheim-Tür in Pfaffenhofen. Die Besucher kamen in Strömen an die Weiberrast. Gleich zu Beginn des Fests wurde von zwei hochrangigen Mitgliedern des Deutschen Tierschutzbundes, Vizepräsidentin Ilona Wojahn und Tierschutz-Beraterin Katharina Pasche, die Tierschutz-Plakette an die Tierheimleitung überreicht. Beide beglückwünschten den Pfaffenhofener Verein und erklärten, wie hoch die Messlatte liege, um diese Auszeichnung zu erhalten. Ein Tier, das an der Weiberrast vorübergehend oder längerfristig einziehe, müsse eine tiergerechte Behausung erhalten und jede Tierart müsse eine eigene Quarantäne-Station haben. Nur so könne verhindert werden, dass eventuell eingeschleppte Krankheiten sich ausbreiten. Pflicht sei darüber hinaus sogar eine Krankenstation für Tiere. Schließlich lägen die Anforderungen an die Kenntnisse und Fähigkeiten der Mitarbeiter wie auch der Tierheim-Führung weit über dem Durchschnitt und müssten regelmäßig auf den aktuellen Stand gebracht werden. Dieses Wissen erarbeite man sich nicht in zwei Wochenend-Seminaren. „Deshalb kann längst nicht jedes Tierheim diese Anforderungen erfüllen. In Pfaffenhofen sind sie erfüllt“, gratulierte Wojahn.

Pfaffenhofens Bürgermeister Thomas Herker (SPD) betonte, dass der ganze Landkreis könne stolz sein, ein „so überragend geführtes, sauberes und mit Herz geführtes Tierheim in Pfaffenhofen zu haben. Wir sollten nie vergessen, dass Tierschutz kein privates Hobby ist, sondern dass Tierheime Pflichten übernehmen, die ansonsten die Kommunen selbst zu tragen hätten – bei deutlich höheren Kosten.“ Der bei weitem größte Teil dieser Arbeit werde hier dagegen von Ehrenamtlichen erledigt, so Herker weiter.

Ein Überraschungs-Leckerli finanzieller Art hatte Manfred Russer (CSU) als Sprecher der Bürgermeister im Landkreis Pfaffenhofen und Bürgermeister des Marktes Hohenwart, in der Tasche. Er verwies auf die nagelneuen, endlich besuchs- und ausbruchssicheren Außengehege, die während der Sommermonate gebaut worden waren. Investitionen, die den Tierschutzverein finanziell arg in die Mangel genommen hatten. 17 von 19 Landkreis-Gemeinden haben Verträge geschlossen mit der Tierherberge. „Natürlich wussten wir, dass derart hohe Investitionen vom Verein allein nicht getragen werden können, und es auch nicht sollen. Wir Bürgermeister haben uns zusammengesetzt und beschlossen, diese sehr dringenden Baumaßnahmen zu unterstützen.“ Er könne den exakten Zuschuss noch nicht auf Euro und Cent genau nennen, der Tierschutzverein dürfe aber mit „rund 20.000 Euro“ rechnen.

3 | Impfung statt Kastration

Die Universität Hohenheim untersucht Alternativen zur bisher üblichen Ferkelkastration und plädiert für Immunokastration. Die Vertreter des Bayerische Bauernverbands (BBV) im Landkreis Pfaffenhofen sehen diese aber kritisch.

Bei der sogenannten Immunokastration impfen Landwirte die männlichen Ferkel in zwei Schritten, so dass diese zum Schlachtzeitpunkt mit Tieren vor der Pubertät vergleichbar sind. Doch obwohl sie zugelassen ist und die Tiere schont, tut sich der Markt mit dem Verfahren noch schwer. Wissenschaftler der Universität Hohenheim in Stuttgart koordinieren seit gut einem Jahr ein europaweites Forschungsprojekt, das die Immunokastration vorantreiben soll – damit sie wettbewerbsfähiger, umweltfreundlicher und noch mehr auf das Tierwohl ausgerichtet wird. „Tatsache ist, dass das Problembewusstsein allgemein in Europa gestiegen ist“, erklärt Professor Volker Stefanski, Schweine-Experte an der Universität Hohenheim. „Und aus Sicht des Tierwohls gibt es eine Methode, die den Ansprüchen am besten gerecht wird: die Immunokastration, bei der die Tiere gegen den Ebergeruch geimpft werden.“ Sie stünde sofort zur Verfügung, sei seit 15 Jahren zugelassen und etwa in Belgien schon weit verbreitet.“

Alle anderen Alternativen stellen aus Tierschutz-Sicht keinen wirklichen Gewinn dar, bestätigt Prof. Dr. Weiler. „Bei der Mast unkastrierter Eber stellt der unangenehme Ebergeruch, den das Fleisch mancher Eber aufweist, nur eines der Probleme dar“, erklärt die Expertin. „Ohne Kastration zeigen die Tiere ein wesentlich aggressiveres Verhalten. Vor allem das Penisbeißen ist weit verbreitet: Etwa jedes zehnte Tier trägt hochgradige Verletzungen davon, oft schmerzhafter als eine chirurgische Kastration.“ Auch die Ferkelzüchter in Pfaffenhofen sind davon natürlich betroffen. „Als Alternative zur chirurgischen Kastration steht die Immunokastration mit Improvac zur Verfügung. Das Problem ist dabei, dass für die mit Improvac behandelte Tiere derzeit kein Abnehmer zu finden ist“ , sagt der stellvertretenden BBV-Kreisobmann Siegfried Ederer. Der Grund dafür sei, wie die Praxis zeige, „dass der Stoff nicht zu 100 Prozent wirksam ist. Die Kunden der Landwirte wollen das nicht. Dabei muss auch berücksichtigt werden, dass das ganze Schwein verwertet wird und oftmals Teile davon auch in den Export gehen und dort mit Improvac behandelte Tiere nicht akzeptiert werden.“

Nach Ansicht der Forscher ist die Immunokastration jedoch die Methode der Wahl. Dabei erhält der Eber zwei Impfungen, die das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern gegen körpereigene Hormone anregen. Nach der zweiten Impfung wird die Hormonproduktion eingestellt, der Pubertätseintritt verzögert sich. Die Kosten betragen rund 2,50 Euro pro Injektion, und der Landwirt darf sie selbst durchführen. „Eigentlich dient die Methode dem Verbraucherschutz und dem Tierschutz gleichermaßen“, meint Stefanski.

Dass sie dennoch in Deutschland bisher kaum praktiziert wird, sieht auch er vor allem in der mangelhaften Marktakzeptanz, denn Einzelhandel und Schlachtbetriebe lehnen die Produkte bisher meist ab. „Das Verfahren bedeutet außerdem eine Veränderung in der Produktionskette“, erläutert Stefanski. Doch bereits jetzt könne man sagen, dass die Immunokastration in vielerlei Hinsicht besser abschneide als die anderen Methoden. „Die Umweltbilanz ist jetzt schon besser und bezüglich Magengeschwüre sind die Tiere unauffällig, was auf wenig Stress schließen lässt.“ Die bisherige Praxis, Ferkel ohne jede Betäubung zu kastrieren, ist mit den heutigen Tierschutz-Standards nicht vereinbar. Eigentlich sollte sie daher zum Jahresende verboten werden – der Bundestag berät noch darüber, ob der Termin verschoben wird. Ein Forschungsprojekt der Universität soll nun auch zur Akzeptanzförderung dienen.

4 | Energieeffizienz und Klimaschutz auch in der Pflege

Selbst im Pflegebereich kann zur Erreichung der Klimaschutzziele etwas beigetragen werden. Dies zeigte die interkommunale Informationsveranstaltung der Landkreise Freising, Kelheim und Pfaffenhofen „Energieeffizienz und Klimaschutz im Pflegesektor“, die kürzlich im Landratsamt Kelheim stattfand. Ziel war es, Mitarbeitern aus Pflegeeinrichtungen eine Plattform für den Austausch rund um das Thema Energieeffizienz und Nachhaltigkeit zu bieten und den Aufbau eines Netzwerks zu unterstützen.

Annette Schwabenhaus, Beraterin für Elektromobilität, zeigte an Beispielen der Caritas Sozialstation in Hirschau/Amberg und der Diakonie Donau-Ries, wie kostensparend die Umstellung des Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge für Pflegeeinrichtungen sein kann.

Von der Viamedica Stiftung für eine gesunde Medizin kam aus Freiburg Markus Loh, der in seinem Beitrag „Klimaschutz und Energieeinsparung in Sozial- und Gesundheitseinrichtungen“ das Projekt KLIK-Energie und die App „Klimaretter – Lebensretter“ zur Energiekostensenkung vorstellte. Pro Bewohner einer Alten- oder Pflegeeinrichtung rechne man „mit einem jährlichen Energieverbrauch, der so hoch ist, wie der eines Einfamilienhauses mit vier bis sechs Personen.“
Steffen Lembke vom Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt wies darauf hin, dass es der gemeinsamen Anstrengung aller Akteure bedarf, den Energieverbrauch in Heimen und Kliniken sowie den CO2-Fußabdruck der Mitarbeiter und Bewohner zu reduzieren, um die Pariser Klimaschutzziele zu erreichen. Möglich sei das seines Erachtens nur mit einem systematischen und ganzheitlichen Ansatz. Der Fokus dürfe nicht nur auf die „klassischen Bereiche“ Strom und Wärme gelenkt werden. Insbesondere die Verpflegung sei in Pflegeeinrichtungen ein entscheidender CO2-Faktor.

Wer sich für die Beteiligung an einem Netzwerk „Klimaschutz im Pflegesektor“ interessiert, kann sich direkt an die jeweiligen Stellen der Kreisbehörden wenden.

5 | Freising stellt den bayerischen Außenminister

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) stellte vergangene Woche sein neues Kabinett vor. In der Ministerriege bleibt der 46-jährige Florian Herrmann Leiter der Bayerischen Staatskanzlei und bekommt als nunmehriger Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Medien sogar einen Aufgabenzuwachs.

Der Landtagsabgeordnete für den Stimmkreis Freising und Kreisvorsitzender der CSU im Landkreis Freising ist guter Dinge. „Wir brauchen ein starkes Europa ohne dabei unsere bayerische Eigenständigkeit zu beschneiden ein selbstbewusstes und erfolgreiches Bayern ist auch gut für Europa. Freising stellt jetzt sozusagen Bayerns Außenminister“, so Herrmann.