5 News aus 7 Tagen (14.3.)

5 aus 7 - wir bereiten interessante Themen für die Hallertau auf. Diesmal unter anderem: In Schweitenkirchen wurde ein Tankstellen-Räuber filmreif gefasst, der kostenlose Stadtbus in Pfaffenhofen ist ein Erfolgsmodell und Tierkinder brauchen nicht in jedem Fall Hilfe von Menschenhand.

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Bericht von Alfred Raths, März 14, 2019
1 | Wie im Krimi: Räuber nach Verfolgungsjagd in Schweitenkirchen gefasst

Am vergangen Samstag wurde im Münchner Stadtteil Schwabing-Freimann der 20-jährige Angestellte einer Tankstelle gegen 13.25 Uhr überfallen. Der Täter, bewaffnet mit einem Messer, forderte die Herausgabe von Bargeld, das ihm der Angestellte übergab. Der zunächst Unbekannte haute dann in einem Mercedes mit Ingolstädter Kennzeichen ab.

Das Fahrzeug wurde kurz darauf auf der A9 in Fahrtrichtung Ingolstadt von Beamten der Verkehrspolizeiinspektion Freising gesehen und daraufhin verfolgt. Der Fahrer, ein 25-jähriger Ingolstädter, verließ an der Anschlussstelle Schweitenkirchen die Autobahn und raste rücksichtslos mit bis zu 140 km/h in Richtung Ortsmitte. Die Streife brach daraufhin wegen der Gefährdungslage die Verfolgung ab.

Der Mercedes wurde jedoch in der Ortsmitte von Schweitenkirchen in einen Unfall verwickelt: Der Flüchtende hatte beim Überholen ein anderes Fahrzeug gestreift und verlor beim Wiedereinscheren die Kontrolle über seinen Wagen, prallte gegen einen am Fahrbahnrand abgestellten Pkw und kam 50 Meter weiter zum Stehen. Der Fahrer setzte seine Flucht danach zu Fuß fort.

21 Streifenwagenbesatzungen fahndeten nach dem Tatverdächtigen, der nach einem Hinweis einer Anwohnerin in einer Papiertonne versteckt aufgefunden und festgenommen wurde. Der Mann stand unter Alkohol- und Drogeneinfluss. Er hatte außer einem Küchenmesser auch mehrere Hundert Euro Bargeld dabei.

An den beiden Fahrzeugen entstand Totalschaden, der Anbau und der Gartenzaun eines Anwesens sowie ein Baum und mehrere Verkehrsschilder der Gemeinde wurden beschädigt. Geschätzter Gesamtschaden etwa 35.000 Euro.

2 | Neuer Leiter der Notaufnahme im Krankenhaus Mainburg

Florian Mayer hat sich als neuer Ärztlicher Leiter der Notaufnahme am Krankenhaus Mainburg zum Ziel gesetzt, insbesondere die Wartezeiten in der Notaufnahme zu optimieren. Der 42-jährige ist promovierter Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie mit der Zusatzqualifikation Spezielle Unfallchirurgie und bereits seit 2015 im Krankenhaus Mainburg tätig. Als Leitender Oberarzt ist er dort unter anderem Stellvertreter von Thomas Pausch, Chefarzt der Abteilung Orthopädie und Unfallchirurgie.

Mayer ist mit Leib und Seele Chirurg: „Es ist eine ehrliche Medizin mit meistens klarer Herangehensweise. Außerdem liebe ich die handwerkliche Herausforderung des Operierens. Gerade anspruchsvolle Aufgaben mit gutem Ergebnis abzuliefern gibt Zufriedenheit.“ Die Optimierung der Abläufe und der Ausbau des Manchester-Triage-Systems zur Ersteinschätzung in der Notaufnahme liegen Mayer besonders am Herzen. Demnach wird nicht nach Reihenfolge des Eintreffens behandelt, sondern nach Schwere der Erkrankung.

„Patienten mit lebensbedrohlichen beziehungsweise zeitkritischen Beschwerden haben Vorrang, für leichtere Fälle kann das daher manchmal lange Wartezeiten bedeuten. Deshalb empfehle ich hier, die KV-Bereitschaftspraxis aufzusuchen“, so Mayer der hofft, dass sich die Telefonnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116 117 weiter verbreitet.

3 | Hilfe nur im Notfall

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen erwacht das vielfältige Leben in der Natur. Zahlreiche Wildtiere bereiten sich auf ihren Nachwuchs vor. Eifrig werden kuschelige Nester oder Höhlen gebaut; das erste Zuhause als Schutzraum, Versteck, Kinder- und Spielstube in einem. Die Mitarbeiter des Pfaffenhofener Tierheims bitten jetzt, darum keine gesunden Tierkinder an sich zu nehmen. „Oftmals sitzen kleine Tierbabys nur in der Sonne zum Aufwärmen. Oder sie warten, nur scheinbar verlassen, auf das Muttertier, das es zur Futtersuche kurz abgelegt und allein gelassen hat“, so ein Tierheimsprecher.

„Auch kleine Vögelchen werden, bevor sie flügge sind, am Boden von den Elterntieren gefüttert, bis sie im besten Sinn dann selbstständig durchstarten ins eigene Leben.“ Handeln sei nur dann notwendig, wenn das Tier erkennbar krank oder verletzt und ersichtlich auf menschliche Hilfe angewiesen sei. Der Deutsche Tierschutzbund hat zu diesem Thema ein Faltblatt herausgegeben, das es hier.

4 | Polizei-Nachwuchs unterwegs

Erneut werden Polizeimeisteranwärter im Rahmen ihrer Ausbildung im bahnpolizeilichen Bereich Präventions-Einsätze durchführen: Von 7 bis 22 Uhr bestreifen 25 Beamte seit gestrigen Mittwoch bis morgigen Freitag die Bahnhöfe und S-Bahnstrecken samt ihren Haltepunkten in Freising, Markt Indersdorf, Dachau und München-Pasing. Die Anwärter sammeln hierbei Erfahrung im bahnpolizeilichen Bereich und im Umgang mit Personen.

Diesmal ist der S-Bahnhaltepunkt Markt Indersdorf im Landkreis Dachau im besonderen Fokus. Denn dort war es laut Elternbeschwerden immer wieder dazu gekommen, dass Kinder aufgrund von Unachtsamkeit oder Schubsereien vom sehr vollen Bahnsteig in den Gleisbereich gerieten. Die angehenden Polizeimeister werden auf Gefahren hinweisen, Ordnungswidrigkeiten verfolgen und bei Streitereien einschreiten.

5 | Kostenloser Stadtbus kommt bestens an

Seit dem 10. Dezember 2018 fährt der Pfaffenhofener Stadtbus kostenlos. Das kommt bei den Bürgern sehr gut an, wie aktuelle Erhebungen der Kommune belegen. Die Zahl der Fahrgäste ist um satte 110 Prozent gestiegen.

Um belegen zu können, dass das Gratisangebot von den Fahrgästen angenommen wird und die Bürger häufiger vom Auto auf den Bus umsteigen, wurden im Februar die Fahrgäste gezählt. In zwei Wochen gab es demnach 22.650 Mitfahrer. Damit hat sich das Fahrgastaufkommen im Vergleich mit früheren Zählungen mehr als verdoppelt. An Werktagen nutzen durchschnittlich rund 2.200 Fahrgäste den Stadtbus (zuvor 950), samstags sind es 370 (300).

Die Busse fahren häufiger und fast durchweg auf beinahe allen Linien im Halbstundentakt, dazu abends auch noch länger. Außerdem wurden Linienführungen geändert und die Ilmtalklinik sowie das EcoQuartier besser angebunden. Die in früheren Jahren oft monierten „Geisterbusse“, die ohne Fahrgäste durch die Stadt fahren, gibt es so gut wie nicht mehr. Morgens zwischen 5.30 Uhr und 8.30 Uhr sind die Stadtbusse am vollsten, denn dann machen sich die meisten Arbeitnehmer und Schüler auf den Weg. Die Heimfahrten dagegen verteilen sich über den ganzen Nachmittag und Abend.