Alles ist möglich

Maximilian Schwarzhuber ist 26 Jahre alt. Ihm fehlen beide Beine, vom Knie abwärts. Trotzdem wird er im Jahr 2019 die Zugspitze besteigen, die Alpen mit dem Fahrrad überqueren und einen Marathon laufen. Trotzdem – oder gerade deswegen.

Portrait von Regina Stein, Januar 3, 2019
Aus Stolpersteinen mach Stufen

Er ist so jung, dass man sich fragt, ob er wirklich etwas zu erzählen hat. Etwas, das Tiefe besitzt, Lebenserfahrung abbildet, das Gegenüber einfängt. Ein Sechsundzwanzigjähriger, der aus dem Trauma, das er erlebt hat, seinen Berufswunsch ableitet. Der an seinem ganz persönlichen Horrorerlebnis so sehr wächst, dass er es umkehren kann in eine Quelle des Ansporns, des Neubeginns. Und irgendwie sogar der Freude. Am 9. Januar will er über die Dinge, die er erlebt hat, sprechen, vor großem Publikum. Eine Art Feuertaufe wird das sein, der Beginn dessen, was Maximilian Schwarzhubers Profession werden soll und seine Leidenschaft schon ist: Menschen zu motivieren, ihr Leben mit positivem Tun, Denken und Handeln auszufüllen. Innere Mauern einzureißen, gedankliche Grenzen zu öffnen. Endlich an sich selbst zu glauben.

Ein Wille wie Granit

Maximilian ist zwei Jahre alt, als er aus einem Mittagsschlaf aufwacht und seine Beine nicht mehr bewegen kann. Die Familie setzt alle Hebel in Bewegung, doch gesund wird Maxi nicht. Über zwei Jahrzehnte lang kämpft er um ein normales Leben, darum, gehen und rennen zu können wie die anderen. Es gelingt nicht. Im Alter von 24 Jahren entscheidet sich Maximilian Schwarzhuber für die beidseitige Amputation seiner Beine unterhalb der Knie. 136 Tage später läuft er den Lauf10! in Wolnzach in nur 68 Minuten. Ein körperlicher Kraftakt, aber vor allem der Sieg eines unbändigen Willens.

Positives Denken – Das A und O

Doch wo genau liegen diese Stärken? Wo setzt er bei sich selbst an, an welchen Stellschrauben dreht er? Er selbst nennt als erstes Resilienz – die Fähigkeit, nach einer Niederlage immer wieder aufzustehen und weiterzumachen. Bei Max Schwarzhuber ist das wörtlich zu verstehen. Sein positives Denken und die Willenskraft, die ihn während des langen Weges der Rekonvaleszenz getragen haben, sind weitere Säulen. Und ohne positives Denken geht nichts – erst dadurch können die Ziele erreicht werden, die man sich selbst steckt. Und es hilft, über so viele Probleme hinwegzukommen. Über diese Dinge will er sprechen, wenn er in seiner Heimat zum ersten Mal vor größerem Publikum steht. Und über Selbstvertrauen, das in seiner Welt wie ein Muskel funktioniert: es ist trainierbar.

„Mit meiner Erfahrung und meinem Geheimnis hinter dieser Erfolgsgeschichte kann ich vielen Menschen helfen. Vor allem, weil es viele gibt, die sich selbst einschränken und starke Schwierigkeiten damit haben, ein erfülltes Leben zu führen.“

Maxi Schwarzhuber

Maxis Vision

Und danach? Was soll die Zukunft im Idealfall bringen? Der Traum sieht ein eigenes Unternehmen vor, mit einem Team aus motivierten und ganz besonderen Menschen, die etwas bewegen möchten. Reisen will er, als Redner und Coach arbeiten. Vielleicht ein Buch schreiben, das von seinem Weg erzählt; Vorträge halten, Seminare anbieten. Und als Ausgleich der Sport: Das Verwirklichen seiner eigenen, ganz persönlichen sportlichen Ziele. Das alles klingt nach einer Menge Arbeit. Aber sie lohnt sich.

Der Vortrag in Wolnzach: „Alles ist möglich!“/ Ort: Deutsches Hopfenmuseum / 9. Januar 2019, Beginn: 20 Uhr / 18 € (Tickets: okticket.de oder bei der Wolnzacher Zeitung)