Auf die Rampe, fertig, los!

Am Wochenende wurde es heiß auf dem Asphalt. Mit Bobby Cars und Seifenkisten jagte man nach den besten Zeiten, aber auch die Optik der Rennwägen kam nicht zu kurz.

Bericht von Zoë Hollenbach, Oktober 1, 2018

Hoch konzentriert warten die Hobbyrennfahrer und Garagen-Ingenieure auf das Startsignal. Die Bremsen sind gelöst, die Hände fest an der Lenkung. Der Helm sitzt und die Augen sind aufs Ziel gerichtet. „Fertig, los!“ ertönte es ganze 38 Mal am vergangenen Sonntag. Der Jugend- und Kulturverein mobile e.V. organisierte auch dieses Jahr wieder ein spannendes Rennen, bei dem acht Bobby Cars und 27 Seifenkisten an den Start gingen. Am Ende gewann nicht nur die schnellste Kiste, sondern jeder tollkühne Fahrer, der sich den Berg hinab traute. Denn über eine Medaille durften sich alle freuen.

Neben den selbst gebauten Seifenkisten starteten auch dieses Jahr wieder die Bobby Cars. Nach zwei Durchläufen wurde Jonas Hechinger als Sieger der Bobby Car Wertung gekürt, seine Gesamtzeit lag bei 1:18:07 Minuten. Als schnellster Erwachsener kam Franz Keiser im Ziel an, der sein Bobbycar in insgesamt nur 1:10:17 Minuten zweimal die Strecke hinunter steuerte. Neben spannenden Rennen, konnten die Besucher die vielen verschiedenen Boliden bestaunen, und die waren an Vielfalt nicht zu überbieten: Alte Kanus, Fahrräder, Kettcars und Dachboxen wurden kurzerhand umfunktioniert, sogar eine Soundanlage wurde installiert.

Beim Seifenkistenrennen brachten der Rosenheimer Josef Weiss und Luca Schneider die schnellsten Zeiten auf die Rennstrecke. Mit einer Gesamtzeit von 1:23:00 Minuten lieferten sich die beiden Piloten ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. In einem Stechen konnte Weiss dann knapp eine schnellere Zeit einfahren, da Erwachsene bei dem Turnier generell außerhalb der Wertung fahren, stieg Schneider als Titelverteidiger auf das erste Treppchen, gefolgt von Lena Daurer und Luis Hößl.

Eine ganz besondere Aufgabe wartete auf die jungen Besucher. Die Kinder durften über die schönste Seifenkiste abstimmen und entschieden sie sich für die Kiste von Lucas Ebert. Sein massives Gefährt war mattschwarz und überzeugte mit liebevollen Details wie roten Rennstreifen und Metallelementen.

Das Seifenkistenrennen in Pfaffenhofen hat eine lange Tradition und ist ein echtes Stück Nachkriegsgeschichte. 1949 wurde es erstmals von amerikanischen Soldaten veranstaltet. Der Scheyerer Kulturverein Mobile e.V. ließ das Event nach 65 Jahren wieder aufleben, dabei orientierten sie sich ganz an der Traditionsveranstaltung von vor nahezu sieben Jahrzehnten. Sogar die Preise sind geblieben. Der dritte Platz wurde mit einem Wurstkranz belohnt, der zweite Platz erhielt einen Büchergutschein und der schnellste Fahrer darf sich über einen Gutschein für eine Armbanduhr freuen. Auch die Startklappe ist geblieben. Einige Neuerungen gab es trotzdem. So wurden die Zeiten mithilfe eines Computers verrechnet und über einen Bildschirm sofort einsehbar gemacht.

Rennleitung Erich „Datsche“ Greißl, nahm sich mit viel Liebe der Organisation an. Jedes Jahr kommt er als einer der Ersten an, mit den selbst gebauten Startrampen und den zwei eigens ausgetüftelten Rennkisten seiner Töchter im Gepäck. Das Team, die  Helfer und die Freude am Rennen überzeugen ihn jedes Jahr erneut: „Dass alle immer mit heifa, des is des scheene!“