Auf Rollen durch die Hallertau

130 outdoorbegeisterte Inlineskater sausten mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 35 km/h durch die grün-goldene Hopfenlandschaft.

Reportage von Lisa Schwarzmüller, August 18, 2018

Für geübte Skater wie Christian sind 35 km/h noch nicht mal schnell. „Da geht schon noch mehr“, meint er. Bis zu 60 km/h bringt er mit seinen Kollegen von Skate-Munich, die die Hallertauer Inlinefahrt nun schon zum zweiten Mal organisiert haben, auf den Asphalt. Da muss dann aber einiges stimmen: Erfahrung, Ausrüstung und nicht zuletzt die Technik. So schnell wird es bei der Hallertauer Inline-Tour nicht, die richtet sich vor allem an Hobby-Sportler.

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Ein Fitness-Trend kehrt zurück

Denn Inlineskaten erlebt gerade ein kleines Revival. Vor ein paar Jahren war es für viele der Inbegriff der 90er Jahre. Schon Sängerin und Eurodance-Ikone Jasmin Wagner a.k.a. Blümchen rollte wie ein Boom-Boom-Boom-Boom-Boomerang einen Strand entlang. Danach verschwanden die Schuhe mit den vielen Rollen aus der Popkultur und damit wieder aus den Köpfen vieler Menschen. Vollkommen zu Unrecht. Denn Inlineskaten ist ein echter Allrounder für die Fitness.

Einschlägige Fitnessmagazine versprechen dem regelmäßigen Inlineskater nicht nur eine Verbesserung seiner Kondition. Es erhöht die Kraft in den Beinen, schult die Bewegungskoordination und das Gleichgewicht und belastet die Knie- und Fußgelenke kaum. „Ich hab viel ausprobiert, jeder andere Sport hat meinen Gelenken weh getan“, erklärt auch Andrea. Deswegen ist sie irgendwann dabei hängen geblieben und hat neben der sportlichen Herausforderung auch die Community dahinter lieben gelernt. „Wenn wir in der Gruppe fahren, passt jeder wahnsinnig auf den anderen auf“, meint sie. Das i-Tüpfelchen: Eine halbe Stunde Inlineskaten im moderaten Tempo verbrennt im Schnitt bis zu 216 kcal.

Herausforderungen der Hallertauer Landschaft

Kein Wunder also, dass die Hallertauer Skater Zwischenstopps am Wolnzacher Volksfest und in Geisenfeld an der Eisdiele machten, um ihre Kraftreserven wieder aufzutanken. Denn gerade bei manchen Steigungen wird es für weniger trainierte Fahrer schwierig. „Eine Strecke durch die Hallertau zu finden, das ist gar nicht so einfach. Es darf nicht zu lang aufwärts und nicht zu steil abwärts gehen“, erklärte auch SkateMunich-Vorstand Christian. Ausgetüftelt haben die Strecke damals die Initiatoren der Tour vom FC Uttenhofen. Die brachten damals auch den Wolnzacher Honda-Dachs-Club an den Start, der auch dieses Jahr wieder die Skater betreute und sie im Falle des Falles Steigungen hoch zog oder bei zu hohem Tempo bremste. Denn Sicherheit ist für Veranstalter von SkateMunich das A und O.

„Ohne Schutzausrüstung darf man bei der Hallertauer Inline-Tour nicht mitfahren“, erklärte Christian. Auf ein Moped setzt man sich schließlich auch nicht ohne Helm, und mit dessen Geschwindigkeit kann ein guter Skater locker mithalten. So wie Werner. Der ist auf seinen Speedskates auch beim Berlin-Marathon oder beim Bayern-Inline-Cup unterwegs. „Wer bremst verliert“, meint dieser mit einem Augenzwinkern, bevor er die Skater wieder auf die Strecke scheucht.