Eine Wex’l Partie nach Yamaguchi (Teil1)

Vier tapfere Musikanten machten sich auf den Weg, das japanische Volksfest in Yamaguchi zu erobern. Max Schwarzhuber aus Wolnzach berichtet aus seinem Reise-Logbuch. Teil 1/3.

Reportage von Michael Urban, August 8, 2018
Reise-Logbuch von Max Schwarzhuber
Teil 1/3

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Bereits zum zweiten Mal durfte ich die Reise nach Japan antreten, um dort auf einem Volksfest mit unserer Gruppe „Wex‘l Partie“ musikalisch richtig einzuheizen. Wir spielen traditionell bayerische Volksmusik, aber auch moderne Stücke, die auf einem typischen Volksfest immer gut ankommen. In Japan waren wir mit einer Vier-Mann-Besetzung unterwegs: Martin Brandl (Bass, Harmonika), Martin Höhendinger (Gitarre), Andreas Hauptenbuchner (Harmonika) und ich (Basstrompete).

Wie ich schon bei meinem ersten Besuch feststellen konnte, lieben die Japaner alles, was mit der bayerischen Kultur zu tun hat. Und so war es auch hier im südlich gelegenen Yamaguchi nicht anders, obwohl die Stadt seit dem Jahr 1360 fast 200.000 Einwohner und sicherlich auch viele eigene Tradition angesammelt hat.

1. Tag (26.04.)
Abflug um 16:00 Uhr von München nach Tokio.

Kurze Randnotiz: Wer selbst schon einmal mit Instrumenten im Gepäck geflogen ist, der weiß, dass das Abenteuer oft schon beim Einchecken beginnt. Wer die Damen und Herren am Schalter dann überzeugen konnte, dass die teuren Instrumente als Handgepäck geführt werden müssen, der hat das Gröbste schon überstanden. Vor zwei Jahren haben wir bei einem Flug nach Florida eine völlig zerstörte Tuba zurückbekommen. Seitdem sind wir da etwas pingelig.

Von Tokio aus geht es dann weiter nach Yamaguchi. Es ist 17:00 Uhr Ortszeit, wir sind alle todmüde. Kaum im Hotel angekommen müssen wir gleich wieder weiter zum Soundcheck. Trotz des gedanklichen Schlafmodus bekommen wir das mit dem Sound auch noch hin und nach einem schnellen Essen geht‘s dann endlich ins lang ersehnte Bett.

„Regeln müssen dort immer eingehalten werden, Abweichungen vom Plan sind nicht drin… Bayrische Gemütlichkeit und Spontanität wurde versucht zu vermitteln. Gefühlt eher wenig erfolgreich…“

Martin Höhendinger

Wex’l Partie

  • Ein junges Hofoldinger Musik-Kollektiv
  • Gegründet: 01.01.2018
  • Genre: Volksmusik, traditionelle alpenländische Volksmusik
  • Yamaguchi 2018: Martin Brandl (Bass, Harmonika), Martin Höhendinger (Gitarre), Andreas Hauptenbuchner (Harmonika) und Max Schwarzhuber (Basstrompete)
Wex'l Partie in Yamaguchi

2. Tag (27.04.)

Gut ausgeschlafen gehe ich noch vor dem Frühstück eine Runde laufen. Etwas ungewohnt ist am Anfang noch der Linksverkehr, aber daran gewöhnt man sich recht schnell.

Gut gestärkt nach dem Frühstück fiebern wir unserem ersten Auftritt um 12:00 Uhr mittags entgegen. Auch wenn man es den Japanern nicht zutrauen mag: feiern können sie! Das Zelt ist voll und die Stimmung der Hammer. Kaum zu glauben… denn es ist Mittag und nicht spät in der Nacht.

„Das richtige Zapfen vom Bier müssen die definitiv noch lernen. Man verspürt da körperliche Schmerzen beim Zusehen.“

Max Schwarzhuber

Wex'l Partie in Yamaguchi

3. Tag (28.04.)

Wer sich über die hohen Bierpreise auf der Wiesn beschwert, der sollte unbedingt einmal nach Japan auf ein Volksfest kommen. Ein Liter kostet hier umgerechnet etwa 20€. Dafür muss man sich geschmackstechnisch aber nicht umstellen, denn es stehen unter anderem Weihenstephaner oder Ayinger Biere zur Auswahl.

Ein weiteres Phänomen in Japan ist die Selfie-Kultur. Überall und mit jedem muss ein Foto geschossen werden. Oft stehen wir länger neben der Bühne als auf der Bühne, weil es so lange dauert, bis auch der letzte Schaulustige ein Foto mit uns gemacht hat.

„Vielleicht konnten wir den Japanern den Eindruck von richtiger Tracht und den korrekten Größen der Trinkgefäße doch noch ein wenig näher bringen…“

Martin Brandl

Wex'l Partie in Yamaguchi