Bayernoil-Großbrand: Der Schaden geht in die Millionen

„Noch können wir den Schaden nicht abschätzen“, erklärt Norbert Botz, Leiter der Sicherheits- und Umweltabteilung bei Bayernoil. Eines aber lässt das bloße Auge schon jetzt erkennen: Er geht in den Millionenbereich.

Bericht von Harald Regler, September 5, 2018

Erst langsam wird das gesamte Ausmaß der Schäden sichtbar, die die Explosion und der Großbrand am vergangenen Samstag verursacht haben. Große Teile der Raffinerie sind zerstört. Der Ort, an dem noch bis vor wenigen Tagen Kraftstoffe veredelt wurden, gleicht heute einem Trümmerfeld. Dem Betrachter bietet sich ein Bild der Verwüstung. „Die Ursache ist noch ungeklärt“, so Botz. Gerade die Bereiche der Raffinerie, die direkt am stärksten von der Explosion betroffen wurden, können aktuell noch nicht in Augenschein genommen werden. Genau dort jedoch wird der Auslöser des Unglücks vermutet. „Aktuell werden noch Benzin- und Gasreste, die sich in den Leitungen befinden, kontrolliert abgebrannt. Erst wenn dieser Vorgang abgeschlossen ist, beginnt die gezielte Ursachenforschung“, fügt der Verantwortliche von Bayernoil an.

Die Notfallpläne haben perfekt funktioniert

Während auf dem Gelände die Aufräumungsarbeiten anlaufen und Arbeiter damit beschäftig sind die zerstörte Infrastruktur wiederherzustellen, hängt der Samstag noch vielen im Gedächtnis. „Es ist eine der schwersten Katastrophen in unserem Landkreis“, so Landratsamtssprecher Karl Huber. Rund 600 Einsatzkräfte waren am Wochenende vor Ort, um den Großbrand unter Kontrolle zu bringen. 1800 Anwohner aus Irsching und Umgebung mussten zwischenzeitlich ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Am Ende kam aber noch am selben Tag die Entwarnung. Die Feuerwehren hatten den Brand unter Kontrolle gebracht. „Die Alarm- und Notfallpläne haben perfekt gegriffen“, so Huber weiter.

Trotz der verheerenden Schäden, die die Explosion angerichtet hat, ging die Katastrophe am Ende, was Personenschäden betrifft, glimpflich aus. Lediglich 15 Personen wurden vom Rettungsdienst versorgt, elf davon konnten umgehend wieder nach Hause gehen, vier kamen zur stationären Behandlung in umliegende Krankenhäuser. „Das hätte auch ganz anders ausgehen können“, erklärten Huber und Botz übereinstimmend.

Keine Benzinknappheit zu erwarten

Während nun viele Anwohner und Arbeiter den Schock der vergangenen Tage erst einmal verarbeiten und zurück in die Normalität finden müssen, stellt sich für andere eine viel pragmatischere Frage: Wird an Bayerns Tankstellen das Benzin knapp? 70 Prozent des bayerischen Marktes deckt Bayernoil ab. Engpässe auf dem Markt sieht Botz trotz der Katastrophe nicht und verwies auf die zweite Raffinerie in Neustadt. Neben dieser Produktionsstätte gibt es weitere andere Unternehmen, die in die Bresche springen können, bis Vohburg instand gesetzt ist. Wann die Produktion wieder aufgenommen wird, ist nach derzeitigem Sachstand völlig offen.