Bolzplatz wird Kindergarten

Über den Bau eines neuen Wolnzacher Kindergartens unterhielt sich der Gemeinderat gründlich. 17:6 Stimmen gab es letztendlich für die Fläche an der Ecke Schloßstraße/Wiesensteig

Bericht von Alfred Raths, Dezember 5, 2018
Quelle: Pixabay

Es kann neu gebaut werden. Und zwar der gemeindliche Kindergarten Wolnzachs am derzeitigen Bolzplatz an der Ecke Schloßstraße/Wiesensteig. Nach ausführlicher Diskussion stimmte der Marktgemeinderat dem Standort Anfang November mehrheitlich zu.

Das Areal ist mit etwas über 5800 Quadratmetern großzügig bemessen. Dieses erhalte man, so Bürgermeister Jens Machold (CSU), von der Pfarrpfründe-Stiftung im Rahmen eines Erbbaurechts. Über den Preis sprach das Ortsoberhaupt freilich nicht. Nur soviel: „Es ist letztendlich ein sehr, sehr faires Angebot, das hier an uns gemacht worden ist.“ Ein Trägerwechsel des Kindergartens sei jedoch nicht damit verbunden. Die von Fachleuten bereits bewertete Fläche lasse „alle Möglichkeiten offen“, zuvor habe man bereits mehrere andere Standorte begutachtet.

Der Brunnen läuft über

„Wir wollen natürlich auch, dass wir hier auch gute Arbeitsbedingungen haben.“ Der derzeitige Kindergarten Am Brunnen platzt sozusagen aus allen Nähten und befindet sich derzeit in einem von der Kommune angemieteten Gebäude, eine Integrations-Gruppe ist gar in einem Container untergebracht. Der Neubau könne an dem von der Verwaltung vorgeschlagenen Geländes schnell realisiert werden.

Die SPD-Fraktion brachte dazu einen Antrag ein, den Fraktionsführer Werner Hammerschmid vortrug. Demnach solle man die Vor- und Nachteile des ausgesuchten Standortes abwägen aber auch – nicht zuletzt wegen der zu erwartenden Investition in Höhe von drei bis vier Millionen Euro – hinterfragen, ob in der Lindenstraße oder etwa im geplanten Baugebiet Glandergasse auch die Möglichkeit zum Neubau eines Kindergartens unter gewissen Kriterien gegeben seien. Wichtig sei der SPD-Fraktion, dass der ausgewählte Platz Sinn mache, was etwa bei der „Glandergassleiten“ wegen des zu erwartenden Familienzuzugs und eines großen Einzugsgebietes der Fall sei.

Einheimischen-Modell zu berücksichtigen

Machold sah im Fall „Glandergassleiten“ den Vorschlag eher kritisch mit der Begründung, dass dort auch bezahlbarer Wohnraum für Einheimische entstehen solle. Hintergrund dafür ist, dass in dem geplanten Baugebiet 35 Prozent der Fläche durch die Kommune erworben werden und für das sogenannte „Einheimischen-Modell“ verwendet werden soll. Eine Fläche für den Kindergarten würde diese Option entsprechend reduzieren. Zudem, so Machold, seien anderweitige Grundstücksverhandlungen an den finanziellen Forderungen der jeweiligen Grundeigentümer gescheitert.

Es gab eine ausführlichen Diskussion, bei der unter anderem auf die schnelle Realisierbarkeit des Kindergartens hingewiesen wurde (gegebenenfalls im Jahr 2020/21, Max Weichenrieder/CSU), aber auch moniert wurde, dass der nun vorgeschlagene Standort vor einigen Jahren für eine Volksfesthalle von der Kommune abgelehnt worden war (Peter Rech/FDP-UW-BGW). Die darauffolgende Abstimmung ergab 17:6 für den Standort-Vorschlag der Verwaltung. Abgelehnt dagegen wurde mit 7:16 Stimmen der SPD-Antrag.