Das große Hopfen-Rennen

Im Hopfenmuseum können die Besucher mit dem neuen Brettspiel „Das große Hopfen-Rennen“ in Zukunft noch mehr über die Hopfenernte anno dazumal lernen. Das Spiel ist eine spielerische Reise zurück in einen Zeit, in der es noch keine Abreißgeräte, automatischen Hopfenpressen und Pflückmaschinen gab.

Simone Huber
Bericht von Simone Huber, September 24, 2019

Mehr als nur ein Brettspiel

Eine brennende Darre, ein schlafender Bauer, ein Eicher auf dem Hopfenfeld, ein Bauernhaus vor dem reges Treiben herrscht – das sind nur einige Ausschnitte aus dem großformatigen Wimmelbild von Mariele Berngeher. Was darauf abgebildet ist: Viele kleine Einzelszenarien, die eine Hopfenernte von A bis Z ausmachen. Angefangen bei der Ankunft der Hopfenzupfer über das „Einstampfen“ des Hopfens in die Säcke bis hin zum krönenden Hopfenmahl. Der künstlerische Anspruch, den Hopfenmuseumsleiter Dr. Christoph Pinzl an Mariele Berngeher bei der Umsetzung stellte, war kein einfacher. Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen. „Ich bin mächtig stolz“, gibt Berngeher zu. Ganz zu Recht. Denn die flapsige Bezeichnung „Brettspiel“ ist eine glatte Untertreibung angesichts des ansprechenden Gesamtkunstwerks.

So wie es früher bei der Hopfenzupf zuging

„Für mich ist es, als ob ich meinen Kindern von früher erzählen würde“, sagt Berngeher mit einem Leuchten in den Augen. In das Wimmelbild sind viele Episoden aus der eigenen Kindheit eingeflossen. „Ich erinnere mich noch gut, wie die Hopfenzupfer am Ende eines anstrengenden Tages alle um einen großen Tisch beinander saßen und alles Ach und Weh hinter sich ließen“, erinnert sich die Künstlerin „Wir Kinder lauschten immer ganz gebannt worüber die da reden“. Mit großer Liebe zum Detail, authentischen Farben und Realitätssinn schuf die aus Eschelbach stammende Malerin ein lebendiges Gesamtkunstwerk mit Herz und echt bayerischem Hopfenzupfercharme.

Die Motive wirken allesamt real. „Es kam früher immer mal wieder vor, dass die Darre brannte, weil man mit dem Trocknen kaum mehr hinterherkam und sie deshalb auf Hochtouren lief während der Bauer vor lauter Müdigkeit einnickte und die Tragödie ihren Lauf nahm. Dargestellt auf dem Brettspiel ist der gesamte Kreislauf einer Hopfenernte. Das Ziel: Die Museumsbesucher lernen, wie turbulent eine Hopfenernte früher war und welch schöne Momente, aber auch Unglücksfälle es gab.

„Für mich ist es, als ob ich meinen Kindern von früher erzählen würde“

Mariele Berngeher