Den Schäfflern ein dreifaches „Vivat“

Die Osseltshauser Schäffler "strawanzten" am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein im Nachbarmarkt Nandlstadt. Vor dem Rathaus tanzten sie und der Kasperl derbleckte die Politiker.

Simone Huber
Bericht von Simone Huber, Februar 19, 2019
Die Sonne scheint den Schäfflern

Wettergott Petrus war den Osseltshauser Schäfflern am Sonntag äußerst gewogen und bescherte ausnahmsweise mal keinen strömenden Regen. Vielmehr war frühlingshaftes Kaiserwetter angesagt. Dem Auftritt vor dem Rathaus folgten daher hunderte Schaulustige und begeisterte Schäfflerfans. Bürgermeister Jakob Hartl und seine Stellvertreter Jens-Uwe Klein und Gerhard Betz wohnten dem Traditionsspektakel bei.

Seit 10 Uhr Früh waren die Rotjacken schon unterwegs. Der Sonntag führte die Schäfflergilde mit ihren Auftritten einmal quer durch die Gebiete Au, Nandlstadt und Wolfersdorf. Der Plan war straff gehalten, ganze 14 Tänze musste die Schäfflertanzgruppe aus Osseltshausen absolvieren. Da hatten die Zuschauer dann doch ihr Nachsehen für die knapp halbstündige Verspätung.

„Obwohl ich die Schäffler schon vier Mal tanzen sehen hab, sind sie immer wieder eine Attraktion“

Jakob Hartl, Bürgermeister Markt Nandlstadt

Die Schäffler verstehen ihr „Handwerk“

Die Zuschauer sahen den Schäffler ihre fast 30-minütige Verspätung nach.  Dann trafen sie endlich ein, die Tänzer, Vortänzer, Reifenschwinger, Fasslkasperl, Schäfflermeister, Standartenträger und natürlich die großen und kleinen Sammelkasperl, die sogleich loslegten. Kaum ertönte die Melodie von „Aba heid is koid“, schwangen die Rotjacken ihre Buchskränze zu den schönsten Kronen. Einwandfrei synchron präsentierte sich die Schrittabfolge, harmonisch und fehlerfrei die große und kleine Krone wie der Laubengang. Doch von Überdruss ob der Vielzahl an Auftritten war keine Spur. Großes Können bewies daneben der Reifenschwinger – kein Tröpfchen Schnaps verschüttete er beim Umherwirbeln. Es stockte einem kurz der Atem als die Schnapsgläser in die Luft flogen. Doch auch sie landeten unversehrt wieder in den Hüten der Kasperl.

Pikantes vom Fasslkasperl

Fröhlich juchzte der Kasperl seine Reimverse vom Fassl herunter und ließ dabei die hiesige Politik nicht unberührt. Wer denn hier der Bürgermeister sei, fragte er. „Und i hob scho g´moant des is da Jens-Uwe Klein.“ Denn, „wird der Jakob zu einem Termin gebeten, wird er meist vom Klein vertreten“. Doch der Hartl Jakob sei ein guter Kerl. Nur Windradgroßinvestoren bezeichne er prinzipiell als „Gschwerl“. Deshalb – „wenn scho a Windradl, dann in Bürgerhand“.