Die 5 Nachrichten der letzten Woche (10.-16.12.2018)

Sicherheitswacht, Zivilcourage, Küchenbrand, schlechte Gesundheitswerte, gesundheitsschädliche Feuerwerke: In der letzten Woche war einiges los in der Hallertau. Unser Schnelldurchlauf.

Bericht von Alfred Raths, Dezember 17, 2018
1 | Sicherheitswacht in drei Kommunen

Erstmals sind in drei Kommunen des Landkreises Pfaffenhofen im Auftrag der Polizeiinspektion Geisenfeld ehrenamtlich tätige Männer als Sicherheitswacht unterwegs. Nach einem umfangreichen Auswahlverfahren und einer daran anschließenden Ausbildung sind auf Streife für die Bürger der 59-jährige Pensionist Karl-Heinz Soost aus Wolnzach, der 56-jährige Disponent Andreas Biewald aus Rohrbach, aus Geisenfeld der 35-jährige Elektriker Dominik Kuffer, der 49-jährige kaufmännische Angestellte Andreas Asbeck sowie der 56-jährige Rentner Thomas Welsch.

Nachdem Inspektionsleiter Klement Kreitmeier die Gruppe in ihr neues Amt einführte, sind die Sicherheitsleute künftig in Geisenfeld, Wolnzach und Reichertshofen unterwegs; dort hatte sich jeweils der Gemeinderat mehrheitlich für die Einführung einer Sicherheitswacht ausgesprochen.

Kreitmeier betont, „dass es schon eine Aufgabentrennung zwischen Polizei und Sicherheitswacht gibt.“ Die Uniformierten würden unterstützend tätig sein. „Primäre Aufgabe ist der Kontakt zur Bevölkerung!“ Man werde die Ehrenamtlichen auch für Schwerpunktaufgaben einsetzen. Dies könnten beispielsweise Weihnachtsmärkte sein oder beistimmte Brennpunkte. Beispielhaft dafür nannte Kreitmeier den Wolnzacher Bahnhof oder das ehemalige Jugendzentrum in Reichertshofen. Es gebe einen Dienstplan mit Streifenaufträgen für jede Tages- und Nachtzeit. Ausgestattet sind die Mitarbeiter der Sicherheitswacht mit Taschenlampe, CS-Reizstoffsprühgerät, Erste-Hilfe-Set und Digital-Sprechfunkgerät.

2 | Ehrung für Zivilcourage nach versuchtem Handtaschendiebstahl

Der Leiter der Kriminalpolizeiinspektion Ingolstadt ehrte kürzlich Peter Sattler, der entscheidend zur Festnahme eines flüchtigen Handtaschendiebes beitrug. Das war passiert: Ein 20-jährige Täter hatte im November in Pfaffenhofen versucht, einer 81 Jahre alten Frau ihre umgehängte Handtasche zu stehlen. Die Rentnerin stürzte daraufhin zu Boden und verletzte sich dabei leicht.

Sattler wurde durch Hilferufe der Frau auf die Situation aufmerksam und nahm daraufhin zu Fuß die Verfolgung des flüchtigen Diebes auf. In einem Innenhof stellte er den jungen Mann und hielt ihn bis zum Eintreffen der Polizei von weiteren Fluchtversuchen ab. Bei der folgenden Durchsuchung des Tatverdächtigen wurde ein Messer gefunden, weshalb die Kripo jetzt wegen versuchten Diebstahls mit Waffen gegen ihn ermittelt.

Der Leiter der Kriminalpolizeiinspektion Ingolstadt, Kriminaldirektor Bernd Dominik, lud Peter Sattler nun ein, um ihn für die gezeigte Zivilcourage zu ehren. Dabei würdigte er sein vorbildliches Einschreiten und sprach ihm seine Anerkennung aus. Zudem übergab er dem couragierten Mann zum Dank und als Wertschätzung für sein beispielgebendes Handeln eine Urkunde sowie eine kleine Belohnung in Form von Bargeld.

3 | Küchenbrand in der Mittelschule

Zu einem Küchenbrand kam es vergangenen Montagabend in der Johann-Andreas-Schmeller-Mittelschule in Scheyern. Vermutlich aufgrund eines technischen Defektes an der Geschirrspülmaschine war gegen 19.15 Uhr der Brand ausgebrochen. Das Feuer wurde von der Direktorin bemerkt, die sich aufgrund einer Veranstaltung noch im Schulgebäude befand.

Die Freiwillige Feuerwehr Scheyern löschte zwar den Brand schnell, konnte jedoch nicht mehr verhindern, dass die Küche völlig ausbrannte. Das Lehrerzimmer wurde durch die Rauchentwicklung stark verrußt. Der Schaden wird auf etwa 40.000 Euro geschätzt. Personen wurden nicht verletzt. Der Schulbetrieb war durch den Brand nicht beeinträchtigt. Die Beamten der Polizeiinspektion Pfaffenhofen haben nun die Ermittlungen aufgenommen.

4 | Verschlechterte Gesundheitswerte in der Region

Eine Verschlechterung der Gesundheitswerte im Vergleich mit dem Jahr 2016 ist im Bereich der Postleitzahl 85 von „gut“ auf nunmehr „mäßig“ eingetreten. Dies ergab eine Erhebung der­Bausparkasse Mainz, die eine interaktive Karte über die gesündesten deutschen Wohngebiete für 2018 mit aktuellen Daten neu aufgelegt hat.

Im Norden Deutschlands, insbesondere in den Küstenregionen, wohnt man demnach am gesündesten. Im Gegensatz dazu werden in den Großstadtregionen im Durchschnitt hohe Belastungswerte erreicht. „Als wir 2016 die Ergebnisse der ersten Studie veröffentlichten, waren wir von der enormen Resonanz in den Medien und der Öffentlichkeit überrascht. Diese hohe Aufmerksamkeit und Reichweite hat uns gezeigt, wie wichtig die Wohngesundheit und die regionale Belastung der Umwelt für immer mehr Menschen sind. Nach zwei Jahren haben wir jetzt unsere Gesundheitskarte aktualisiert. Dabei haben wir festgestellt, dass sich in nahezu jeder Region Veränderungen gegenüber 2016 ergeben haben, positive wie negative“, sagt Bernd Dedert, Sprecher des Vorstands der Bausparkasse Mainz.

Es wurden bei der Erhebung insgesamt zehn Faktoren, die Auswirkungen auf die Umwelt und somit auch auf die Gesundheit beim Wohnen und Bauen haben, untersucht. Alle Postleitzahlengebiete in der Bundesrepublik schnitten bei der Untersuchung im Durchschnitt mit „gut“ bis „mäßig“ ab. Eine interaktive Deutschlandkarte zeigt an, wo die einzelnen Gebiete hinsichtlich der untersuchten Faktoren stehen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die aktuellen Zahlen mit den Werten aus dem Jahr 2016 zu vergleichen. Die Karte ist unter der URL https://www.bkm.de/service/wo-wohnt-man-am-gesuendesten/ verfügbar.

5 | Lungenärzte warnen vor Silvesterfeuerwerk

Silvesterfeuerwerk belastet Gesundheit und Umwelt. Allein die Feinstaubmenge, die durch Raketen und Böller ausgestoßen wird, macht fast einen Fünftel der jährlichen Gesamtmenge durch den Straßenverkehr aus. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) ruft deswegen dazu auf, den Gebrauch von Feuerwerkskörpern zu reduzieren oder gleich ganz darauf zu verzichten.

Laut Umweltbundesamt schießen die Deutschen in jeder Silvesternacht 5.000 Tonnen Feinstaub mit Feuerwerkskörpern in die Luft. „Das sind extrem hohe Werte, die die allermeisten Städte an keinem anderen Tag im Jahr erreichen“, sagt Professor Holger Schulz vom Helmholtz Zentrum München für Gesundheit und Umwelt. Laut Gesetz darf der Tagesmittelwert für Feinstaub (PM10) an jeder Messstelle höchstens 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft betragen. Am letzten Neujahrsmorgen wurde dieser Grenzwert an 32 Stationen um ein Vielfaches überschritten. Wie schnell die Feinstaubbelastung nach dem Silvesterfeuerwerk abklingt, hängt vor allem von den Wetterverhältnissen ab. Bei windstillem Wetter kann die verschmutzte Luft mehrere Tage über der Region „liegenbleiben“ und sich in den unteren Schichten der Atmosphäre anreichern.

Privates Feuerwerk einzuschränken oder sogar darauf zu verzichten ist aus vielen Gründen eine gute Idee, findet DGP-Präsident Professor Klaus Rabe. „Raketen und Böller verursachen eine starke Schadstoffbelastung, der sich niemand entziehen kann. Zumindest aus Rücksichtnahme auf weniger gesunde Mitmenschen sollte man den privaten Gebrauch überdenken.“ Jedes Jahr werden außerdem Tausende Menschen durch Raketen schwer verletzt – meist handelt es sich bei den Betroffenen um unbeteiligte Zuschauer, die selbst gar keine Rakete gezündet hatten. Zudem hinterlassen die Knallkörper am Neujahrsmorgen auch riesige Müllerberge, die aufwendig und teuer entsorgt werden müssen.