Die Hallertau aus der Vogelperspektive

Zu Fuß sind wir alle gut unterwegs, wandern über Wald und Flur. Doch wie sieht unsere bezaubernde Hallertau von oben aus? Ein Rundflug à la „Major Tom“ erlaubte es Katrin Weiher kürzlich, ihre Heimat aus der Vogelperspektive zu erkunden.

Simone Huber
Reportage von Simone Huber, September 5, 2019

Einfach mal mit einem Motorsegler abheben, alles hinter sich lassen und zusehen, wie die Welt unter sich zum Zwergenland wird. Hoch oben in den Lüften, völlig losgelöst von der Erde. Da schwebte vor Kurzem Katrin Weiher aus Mainburg. Mit einem Motorflieger ging es für sie unterhalb der Wolkengrenze quer über die Region.  Mit an Bord: Der erfahrene Pilot Uwe Heßdörfer vom Luftsportverein Pfaffenhofen. Transportmittel: Ein Ultraleicht-Segelflieger mit Motorantrieb, genannt „Sila“.

Bis zu ihrer Ankunft am Fluggelände im Hinterland von Wolnzach weiß Katrin Weiher noch nicht, was sie genau erwartet. Ihr Herz klopft und die Sonne scheint an diesem letzten Tag im August wie eh und je. Katrin freut sich auf das, was sie erwartet. Sie sitzt zum ersten Mal in ihrem Leben direkt neben Privatpilot Uwe.

Einfach mal abheben

Bevor es losgeht,  muss noch getankt werden. Der Sprit wird in die Flügel eingelassen, dort sitzen die Tanks. Über die Flügel klettert Katrin in die Kanzel. Ein Auto ist auf jeden Fall geräumiger. Sicherheitsgurt justieren und Headset aufsetzen versteht sich. Für den professionellen „Piloten-Look“. Dazu ein Steuerknüppel zwischen den Beinen und im Fußraum zwei Pedale. Ein ungewohntes Gefühl. Die Spannung steigt und mit ihr gewinnt die Nervosität exponentiell an Höhe.  Dann begibt sich der weiße Vogel Richtung Startbahn. Einen Kilometer hat er Zeit, bis er endgültig in die Lüfte über Wolnzach entschwindet und irgendwann nicht mehr zu sehen ist.

Die zu überblickende Landschaft wird immer größer, während die Autos und Häuser unter ihnen auf Miniaturgröße schrumpfen. Die Maschine gleitet erstaunlich sanft. Captain Uwe fliegt mit etwa 200 km/h. „Ab und zu ruckelte es plötzlich, da wurde einem schon flau im Magen“, erinnert sich Katrin nach dem Flug. Diese ungeliebten Turbulenzen kennt man als Flugzeug Passagier ja bestens. Im Motorsegler bleiben sie leider genau so wenig aus. „Warme Luft steigt auf. Das Segelflugzeug muss sich in einer Luftmasse bewegen, die nach oben strömt, um Höhe zu gewinnen.“, erklärt Patrick Burkhart vom LSV (Luftsport Verein Pfaffenhofen). Die sogenannte Thermik ist eine Art Aufwind, die dadurch entsteht, dass Sonneneinstrahlung die Erdoberfläche und im Folge die Luft erwärmt. Die detaillierte Physik des Thermischen Kreisens ersparen wie Dir, lieber Leser, an dieser Stelle.

In Vogelperspektive über das Hopfenmeer

Katrin genoss ihren Premieren-Rundflug über die Hallertauer Heimat in vollen Zügen. Welche Flecken der Hallertau sehen aus der Vogelperspektive denn besonders eindrucksvoll aus? Katrin überlegt nicht lange: „Kelheim mit der Befreiungshalle, Weltenburg mit seinem schönen Kloster, Ingolstadt mit dem historischen Klenzepark. Generell die Hallertau, mit den satt- grünen Hopfengärten“. Katrin und Uwe haben so kurz vor der Hopfenernte den perfekten Zeitpunkt zum Fliegen erwischt.

Nach fast zwei Stunden in der Luft setzt die „Sila“ sicher zur Landung auf Fluggelände in Auhöfe an. Geschafft! Der Perspektivwechsel ist zu Ende.  Die Flugtür öffnet sich, Katrin lächelt uns strahlend entgegen: „Es war einfach der Hammer!“ Die Burg Falkenstein, das Kloster Weltenburg und die Rosenburg waren zeitweise zum Greifen nah. Ihr boten sich vielfältige Panoramaanblicke auf dem 100-minütigen Flug über die Hallertau. Wie fühlt man sich im Cockpit eines ultraleichten Fliegers? „Losgelöst, frei wie ein Vogel. Das Eintauchen in die Lüfte lässt einen total frei werden“, sagt Katrin Weiher angetan.

Beim Starten und Landen war ihr aber schon etwas mulmig zumute. „Und als der Pilot zum Schluß nochmal richtig durchgestartet ist“, erzählt Katrin. In der Kabine herrschten wegen der starken Sonneneinstrahlung annährend Saunatemperaturen. Das beeinträchtigte die zum Fliegen unablässige Thermik, die verantwortlich dafür ist, dass sich der Flieger in die Luft hebt und dort auch bleibt.

Habt ihr gewusst, dass in Essing die längste Holzhängebrücke Europas ist? Das hat Katrin dank des Flugs erfahren.

 

Tipp aus der Redaktion: Ein Segelflug ist übrigens ein tolles und originelles Geschenk! Fragt einfach beim LSV Pfaffenhofen an.