Die Stachelbären wüten wieder

Eigene bairische Lieder und Klassiker aus der Rock- und Folk-Geschichte treffen auf Sprachwitz und Realsatire. Oder: Wolnzach trifft auf Pfaffenhofen und Musik auf Wort. Oder besser Trapp & Appel auf 3/5 Stachelbär.

Bericht von Simone Huber, November 17, 2018

Terror am Anfang, das Publikum muss mit abstimmen, wann man jetzt genau eine Vorstellung abbricht, wie sich dafür eine Formel finden lässt. Teilweise bleibt einem das Lachen im Hals stecken, aber Stachelbären haben eben Stachel, die wehtun.  Das Sondergastspiel der fünf Künstler begeisterte die Gäste im vollbesetzten Hopfenmuseum. Wie immer brillierten Roland Andre, Claus Drexler und Michael Eberle, die seit 35 Jahren in unterschiedlichen Kombinationen, gemeinsam auf der Bühne stehen. Die nötigen Songs lieferten Georg „Muskel“ Appel und Peter Trapp. Ihr Programm lässt sich am besten als würzige Realsatire mit viel Witz, Komik und Hintersinnigkeit zusammenfassen.

In Solo, Duo- und Dreierszenen setzen sie sich pointiert mit Themen auseinander, die die Gesellschaft umtreiben. Mit Biss, jedoch nie unter der Gürtellinie. Schließlich will ihr Programm zum Nachdenken anregen. Ob es nun der ausufernde Gesundheitswahn ist, Veganismus, Anschlagsvorsorge-Apps oder Integration und Asylwelle – zu allem wissen sie ihren „Senf“ abzugeben. Dafür bedienen sie sich des Rollenspiels und schlüpfen in die unterschiedlichsten Charaktere wie wir sie alle kennen, aber nicht immer lieben.

Sogar in den Genuss eines ausgiebigen bayerischen Sprachkurses kamen die Zuschauer. Da wurde man in die Untiefen des Sozio- und Idiolekts eingeweiht, wie man ihn nur als eingefleischter Bayer kennt und wirklich beherrscht. So lässt sich abschließend feststellen: „Hund san´s scho“, die Stachelbären.