Ein Aufbruch für die Pfaffenhofener Kreativwirtschaft

Handwerk und Industrie sind in der IHK organisiert. Lehrer haben Verbände. Was ist mit Künstlern? Grafikdesignern? Journalisten?

Allgemein von Lisa Schwarzmüller, November 22, 2018

Denkt man an kreatives Arbeiten, Presse, Musik und Kunst, denkt man oft an die großen Metropolen. Berlin ist seit Jahrzehnten ein Mekka für Musiker, Grafikdesigner oder Werbetexter. Hamburg und Frankfurt das Zentrum journalistischer Arbeit. Kreativwirtschaft auf dem Land genießt hingegen einen eher verstaubten Ruf. Dass dieses stiefmütterliche Image lange nicht mehr der Realität entspricht, bewies einmal mehr das Kommunalunternehmen Strukturentwicklung des Landkreises Pfaffenhofen (KUS). Zum fünften Mal lud Vorstand Johannes Hofner nun zu einem Branchentreff der Kreativwirtschaft ein. Moderatorin Beate Laux hatte von Anfang an ein großes Ziel vor Augen: Die Kreativen der Region sollen an einem Strang ziehen und sich zukunftsweisend verbinden.

Zusammen mehr erreichen

„Thinking outside the box“ war der Leitgedanke des Branchentreffs, knapp 40 Akteure folgten dem Aufruf von Beate Laux und Martin Bornemann von office&innovation, darunter Künstler, Programmierer, Journalisten oder Videografen. Eine bunte Mischung, die sich aber perfekt ergänzt, wenn es darum geht, kritische Fragen zu beantworten. Wie kann man die Kreativwirtschaft pushen? Wie kann man den Nachwuchs in der Region behalten und ihn nicht an die Großstädte verlieren? Wie verleiht man der regionalen Kreativwirtschaft das gleiche Wachstumspotenzial wie Handwerk und Industrie?

„Es ist unglaublich, wie viele interessante und motivierte Menschen in diesem Bereich arbeiten“, erklärte Laux in diesem Zusammenhang. So divers die verschiedenen Aufgabenfelder der Branche sind, so gut könne man auch in Zukunft voneinander profitieren. „Viele Leute aus diesem Metier verbringen unheimlich viel Lebenszeit damit, mit dem Zug von hier nach München oder Ingolstadt zu pendeln“, erklärte Marko Hirsch, Geschäftsführer von Exentra und brachte damit eine große Diskussion ins Rollen. Das Ergebnis: Gemeinsame Motivation für mehr Zusammenarbeit, um der Kreativwirtschaft im Landkreis Pfaffenhofen mehr Anziehungskraft zu verleihen. Für viele Teilnehmer am Workshop war das ein große Lehre, die sie aus sechs Stunden gemeinsamem Brainstorming und Konzeptionieren zogen: „Lasst uns in Zukunft mehr an einem Strang ziehen, statt gegeneinander zu arbeiten.“

Der Unternehmerdrang war am Ende im InnoLab Holledau in Rohrbach spürbar und greifbar. Unter anderem auch aufgrund der Initiative der KUS. Denn der Branchentreff war auch Auftaktveranstaltung für eine zweijährige spezielle Förderkampagne. Mit auf die Teilnehmer zugeschnittenen Veranstaltungsformaten will das KUS den Pfaffenhofener Kreativschaffenden die Infrastruktur an die Hand legen, um in Zukunft als einheitliche Branche aufzutreten. Ein Grundstein dafür wurde gelegt.