Ein Fest für die bayerische Bierkultur

Woran denkt man bei bayerischen Traditionen? Schuaplatteln? Möglich. Schafkopfen? Sicherlich. Bier? Unzweifelhaft. Der goldene Gerstensaft ist Teil der Kultur geworden.

Bericht von Harald Regler, April 26, 2018

In Attenkirchen wird diese Kultur auf ganz besondere Weise gefeiert. Drei Tage – vom 8. bis zum 10. Juni – steht dort der goldenen Gerstensaft mit Zentrum eines noch gar nicht so alten Festes. 28 Brauereien werden dort ihre Spezialitäten präsentieren und sorgen bei den Besuchern alle zwei Jahre aufs Neue für Begeisterung. „Unser Ziel ist es das Bier und seine Kultur zu erhalten“, erklärt Alexander Herzog, einer der Initiatoren, die das Hallertauer Bierfestival vor 11 Jahren aus der Taufe gehoben haben.

Bier war nicht immer das, was es heute ist. Noch nicht vor allzu langer Zeit da konnte man in diesem Zusammenhang gut und gerne von einer „Einheitsursuppe“ sprechen. Ein Helles war ein Helles, war ein Helles, egal, von welcher Brauerei es kam. Gegen diesen Trend wollten Bernhard Nieder, Thomas Stein und Alexander Herzog mit dem Bierfestival ein Zeichen setzen. „Wir haben schon beim ersten Mal ein Festivalbier gebraut und mit ihm für Diskussion gesorgt“, erklärt Nieder.

„Ein Festivalbier muss provozieren!“

Thomas Stein, Organisator des Hallertauer Bierfestival

Auch in diesem Jahr präsentieren beide ein ungewöhnliches Bier, das in Zusammenarbeit mit der Forschungsbrauerei Weihenstephan entstanden ist. Die beiden Braumeister Fabian Blüm und Claudia Mittag haben ihrer Kreation treffenderweise den Namen Hopfenfestbier geben. Mit einer Stammwürze von 13 Prozent orientiert es sich an Bieren, die gerne bei Volksfesten zum Ausschank kommen, jedoch ist es deutlich stärker gehopft. Polaris, Ariana und der Hallertauer Amarillo sorgen beim Festivalbier nicht nur für eine feine Bittere, sondern eben auch für eine fruchtige Note. Dabei stand neben dem Hopfen vor allem die Regionalität im Fokus. „Wir uns ist es wichtig, dass wir ausschließlich Hopfen aus der Hallertau verwendet werden“, erklärt Bernhard Nieder.

„Eine runde Sache“, so das erste Urteil von Christoph Neugrodda, Leiter der Forschungsbrauerei. Auch Alexander Herzog, Thomas Stein und Bernhard Nieder konnten dem nicht widersprechen. Genau so haben sie sich das Bier vorgestellt.

10 Hektoliter des feinen Getränks wurden in den vergangenen Wochen gebraut. Sechs davon sind für das Festival reserviert, vier gehen in den kommenden Wochen in den Verkauf. Wer dieses außergewöhnliche Bier selbst einmal probieren möchte, der sollte Anfang Juni Attenkirchen besuchen. Eines machte Alexander Herzog deutlich: Das Bierfestival hat mittlerweile Kultstatus erreicht.