Ein Jahr unterwegs im Zeichen des Bieres

Ein ganzes Jahr darf die Hallertauer Bierkönigin den goldenen Gerstensaft repräsentieren. Am Hopfenfestsonntag wird es ernst, da endet nämlich die Regentschaft. Eine äußerst spannende, manchmal herausfordernde, aber in jedem Fall bereichernde Mission, wie wir von der (noch) amtierenden Queen Angela Ertlmaier erfuhren.

Simone Huber
Interview von Simone Huber, Juli 19, 2018

Hallertau.de: Angela, was hat dich dazu bewogen, Bierkönigin zu werden?

Angela Ertlmaier: Nachdem ich von der Hannelore Langwieser schon mal angesprochen wurde, hab ich mir angeschaut, was meine Vorgängerinnen so gemacht haben. Bald schon dachte ich mir: Das wäre eigentlich auch was für mich! Und so bin ich dazu gekommen. Zwingen musste man mich nicht. (lacht)

Neben der Liebe zum Bier braucht es auch noch andere Qualitäten als Bierkönigin. Kannst du fünf Tipps geben, à la „How to be a Bierkönigin“?

Fünf bring ich nicht zusammen. Aber folgende vier Tipps kann ich potentiellen Bewerberinnen auf jeden Fall mitgeben:

  1. Mitnehmen, was geht! Viele Gelegenheiten, beispielsweise den Neujahrsempfang mit (damals noch) Horst Seehofer, bekommt man nur einmal. Unzählige besondere Momente während der Amtszeit kommen so nie wieder. Das sollte man sich vor Augen halten, wenn man zögert.
  2. Immer ein Paar Wechselschuhe parat haben! Ein Paar flache und ein Paar (bequeme!) hohe Schuhe für Auftritte sind Gold wert.
  3. Manchmal bekommt man Kommentare zu hören wie: „Gell, du trinkst immer viel Bier“. Ich habe mir daher im Vorfeld schon ein paar „Standardantworten“ oder Gegenargumente zurechtgelegt, um schlagkräftig entgegnen zu können. Da helfen Sätze wie „Qualität statt Quantität“ oder „Ich möchte lieber von allem ein bisschen probieren“. Nur weil man Bierkönigin ist, gibt man sich ja nicht jedes Wochenende die Kante.
  4. Bei anhaltenden Zweifeln bezüglich Bewerbung kann ich nur sagen: Traut euch!

„Mitnehmen, was geht! Viele Gelegenheiten bekommt man nur einmal.“

Angela Ertlmaier

Hallertauer Bierkönigin

  • Name: Angela Ertlmaier
  • Alter: 24
  • Wohnort: Kleingundertshausen bei Mainburg
  • Beruf: Studentin der Sozialen Arbeit

Bierkönigin:
Die Hallertauer Bierkönigin ist so etwas wie die „kleine Schwester“ der Hopfenkönigin. Anlässlich des Hopfenfestes wird sie zum 5. Mal gewählt und vertritt für ein Jahr Hopfenbetriebe und Brauereien der Hallertau.

Deine Wahl war ja eher eine „Proklamation“, denn deine Gegenkandidatin sprang im letzten Moment ab. Woran liegt es deiner Meinung nach, dass es seit einigen Jahren so schwierig ist, Kandidatinnen zu gewinnen?

Ich weiß es nicht genau. Aber es ist auf jeden Fall noch ein junges Amt. Das ist so eine Entwicklung in den letzten Jahren, dass es allgemein schwierig geworden ist, Mädchen für ein Königinnen-Amt zu begeistern. Das mag entweder am stressigen Arbeitsalltag liegen oder an der Unsicherheit, was da auf einen zukommt. Bei der Wahl zur Dirndlkönigin in Abensberg zum Beispiel bringen sie zwar immer noch sechs Kandidatinnen zusammen, aber auch dort tut man sich schon härter.

Wie wird man als Botschafterin des Hallertauer Bieres wahrgenommen? Besteht etwa eine Konkurrenz zur Bayerischen Bierkönigin?

Die Reaktion der Leute ist allgemein total positiv. Viele sagen: „Das ist ja Wahnsinn, eine Bierkönigin. Wie toll ist das denn?!“ Auch unter den Hoheiten fühlt man sich wie in einer kleinen Familie. Der harte Kern hält zusammen. Neulich war ich auf dem Landshuter Schützenfest ganz allein unterwegs. Das war überhaupt nicht schlimm. Ich hab mich einfach zu den Leuten gesetzt und auf Anhieb Anschluss gefunden. Eine Konkurrenz zur Bayerischen Bierkönigin gibt´s nicht, weil ich speziell die Region Hallertau repräsentiere. Die Bayerische Bierkönigin dagegen steht für den Bund aller Bayerischen Brauer. Das ist wieder etwas anderes.

Bierkönigin Mainburg, Angela Ertlmaier

Nenne uns den schönsten/emotionalsten bzw. schlimmsten/ulkigsten Moment in deiner Amtsperiode!

Ein sehr emotionaler Moment steht mir erst noch bevor. Zur Kartoffelkönigin habe ich eine schöne Freundschaft entwickelt, sodass sie mich gebeten hat, bei ihrer Abdankung eine Rede zu halten. An den „schlimmsten“ Moment per se kann ich mich nicht erinnern. Unangenehm wird´s allerdings, wenn gewisse Fans nicht mehr wissen, wo die Grenze ist.

Welche Termine werden dir immer in Erinnerung bleiben?

Ganz besonders schön war die Grüne Woche in Berlin. Auch der Neujahrsempfang mit Horst Seehofer in der Münchner Residenz war der Knaller. Dort trifft man hochrangige Staatsgäste und Politiker, spricht mit ihnen, macht Fotos etc. Das Apfelblütenfest in Südtirol war wundervoll, um auch mal abseits der öffentlichen Auftritte zu wandern oder sich zusammenzusetzen. Kürzlich durfte ich am Bayerischen Schützenfest in Landshut mit dem Gau Hallertau teilnehmen. Nichtsdestotrotz möchte ich die Termine in meiner Hallertauer Heimat nicht missen.

Du würdest dich also erneut zur Wahl stellen?

Auf jeden Fall. Ich hatte wahnsinnig schöne Momente, die mir ein Leben lang bleiben. Irgendwann fühlt man sich mit den anderen Königinnen wie in einer Kleinfamilie!

Bierkönigin Mainburg, Angela Ertlmaier
Das Interview wurde bezüglich Länge und Lesbarkeit redigiert