Ein riesiges Familienfest

Lauf10! ist für viele mehr als nur ein Lauf, mehr als nur ein Sportevent. Es ist ein Lebensgefühl geworden – und zwar nicht nur für die Sportler, sondern auch für die Wolnzacher als solche. Das bewies der heutige Tag.

Bericht von Harald Regler, Juli 31, 2018
Die Begeisterung Lauf10!

Fast schon selbstverständlich halfen alle wieder mit, bauten etwa Verpflegungsstände und Wasserbrücken für den Lauf10! auf, feuerten die Läufer entlang der Strecke an. „Der Lauf gehört einfach zu Wolnzach“, sagt Wolfgang Spies. Seit vielen Jahren moderiert er im Ziel, stellt Fragen und fängt die Stimmung ein. „Die Begeisterung ist unbeschreiblich“, fügt er an.

Aber was macht diesen Enthusiasmus aus? Warum werden die Läufer sprichwörtlich ins Ziel getragen? „Man ist als Kommune in den Lauf10! hineingewachsen “, erklärt Wolnzachs Bürgermeister Jens Machold. Rund 500 Läufer gingen 2007 an den Start. Heute sind es mehr als achtmal so viele. Klar, auch an den steigenden Läuferzahlen ist Wolnzach gewachsen. Viel mehr aber trifft es wohl der englische Ausdruck „Be part of the family“ – sei ein Teil der Familie.

4000 Läufer gingen an den Start

„Für uns ist das jedes Jahr wirklich etwas ganz Besonderes“, so BR-Reporterin Tanja Arnold. Die Atmosphäre, die Menschen, die unzähligen Helfer – all das macht für sie die Lauf10!-Familie aus. Und die ist über die elf Jahre ganz schön gewachsen. Rund 4000 Läufer gingen diesmal bei fast idealem Wetter an den Start. „Ein riesiges Familienfest“, so Laufpate Stefan Scheider. Auch Professor Martin Halle, medizinischer Begleiter von der TU München, war wieder einmal begeistert: „Natürlich hat man nicht beim 10. Lauf das Konzept hinterfragt. Aber, wie sich heute einmal mehr zeigt, es funktioniert!“ Für ihn ist Wolnzach zur Keimstätte eines Events geworden, das mittlerweile ganz Bayern infiziert hat.

„Wo findet man so einen Lauf, bei dem Jung und Alt gemeinsam laufen und gemeinsam feiern?“, freut sich Machold. Er selbst ist bislang dreimal mitgelaufen, in diesem Jahr aber nicht. Das Gefühl auf der Strecke war für ihn jeweils unbeschreiblich. Ähnliches wusste auch Stefanie Greifeneder zu berichten. Sie ist eine der Protagonistinnen, die die Abendschau über zehn Wochen lang beim Training begleitet hat. „Die Atmosphäre ist einfach nur großartig.“ Eben jene hätte Nadja Sattler gerne miterlebt. Auch sie hat sich intensiv auf den heutigen Tag vorbereitet; eine Verletzung machte aber einen Start unmöglich. „Nächstes Jahr möchte ich unbedingt mitlaufen“, so die Abendschau-Protagonistin.

Beeindruckende sportliche Leistungen

Während für die einen Läufer einfach der Weg das Ziel war und die Zeit zur Nebensache wurde, gab es auch jene, die es wirklich wissen wollten. Wie schnell kann etwa die Wolnzacher Wand bezwungen werden? Florian Wenzler aus Gilching überflog sie förmlich. In 32,50 Minuten sauste der Münchner durchs Ziel. Eine phänomenale Leistung. Etwas langsamer, aber nicht wenig zufrieden war Maximilian Schwarzhuber – auch, wenn er am Ende völlig kaputt war. Am Montag war er die Strecke mit den vier Protagonisten noch gemeinsam gelaufen, heute versuchte er sich an einer neuen persönlichen Bestzeit. „Da Berg war echt gach!“, so sein Fazit, nachdem er mit 53,40 Minuten ins Ziel kam.

Aber egal ob schnell oder langsam, jung oder alt – selbst die Zeit war am Ende völlig nebensächlich. Gemeinsam laufen und gemeinsam feiern, das stand auch in diesem Jahr wieder im Vordergrund.

Fotos: Alfred Raths (Titel, erste Bildstrecke) & Harald Regler.