Eine runde Sache – ohne Budget

Das Finanzamt Pfaffenhofen weist nicht nur beachtliche „Kunst am Bau“ auf, es pflegt auch aktuelle Kunstförderung.

Bericht von Eduard Kastner, Januar 25, 2019
Beachtliche Kunst

Zur 58. Vernissage am Donnerstag wurden vier Künstler auserwählt, darunter Moritz Schweikl und seine Kunst- und Lebenspartnerin Sabine Ackstaller aus Hüll/Wolnzach. Beide sind Absolventen der Münchener Kunstakademie und gestalten anspruchsvolle Ganzkörperskulpturen. Amtsleiterin Eva Ehrensberger begrüßte mit viel Enthusiasmus und Charme rund 80 Gäste. Die Mitarbeiter hatten ein verführerisches Buffet aufgebaut. Wer für den Genuss spendete (zum Ausgleich des geldwerten Vorteils) tat ein gutes Werk. Die Behörde reicht alles weiter an Einrichtungen wie „Familie in Not“.

Farbtupfer in den Fluren

Die Künstler Susanne Augstburger und Georg Forster schafften es, die drei Stockwerke der Behörde in allen Fluren mit vielen bunten Bildern zu „beflügeln“. Es dauert, sie alle zu wertschätzen. Aber sie heitern auch Steuersünder auf, wenn sie den Gang nach Canossa auf sich nehmen, um ihren Veranlagungsbeamten aufzusuchen. Die Künstler nannten ihre Gemeinschaftsausstellung „serienreif“. Darüber dachte Ex-Kulturreferent Hellmuth Inderwies in seiner Laudatio ausführlich nach. Ja, die Künstler sind so gut, dass ihre Werke nun in Serie geschaffen werden könnten. Freilich, jeder auf seinem Gebiet.

Hut ab, vor so viel Engagement und Zusammenhalt von Kulturschaffenden. Der Chor „Ladylike“ – ganz in schwarz gekleidet – bot unter Leitung von Barbara Scheerseinen ebenfalls marktreifen, also serienreifen Gesang.

Mütter haben ihren Wert

Die Preise der Werke sind fair – das Finanzamt zeigt sich wirklich generös. Nur bei Schweikl-Ackstaller muss ein Tribut an die Klasse gezahlt werden. Die rote Frauenskulptur „Mutter“ steht mit  22 500 € in der Preisliste. Ja, Mütter sind wertvoll, sie sind aber auch einmalig. Gerade diese!