4 Endstationen für Weihnachtsbäume

Kaum ist der Heilige Abend vorbei, stellt sich in vielen Haushalten bereits schon wieder die Frage, wohin mit dem ausgedienten Christbaum. Einfach in die Landschaft werfen, geht nicht. Doch es gibt praktische Alternativen.

Bericht von Alfred Raths, Dezember 30, 2018
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1| Einfach zurück in den Wald?

Keine gute Idee ist es, den Christbaum einfach im Wald zu entsorgen. Denn das wird als illegale Müllentsorgung gewertet und würde laut Umwelt-Bußgeldkatalog in Bayern mit 50 Euro Bußgeld die weihnachtliche Freude deutlich trüben. Die Restmüll- und Bio-Tonnen dürften aus Platzgründen ohnehin ausscheiden, damit bleibt nur noch der eigene Komposthaufen, die Abgabe in kommunalen Einrichtungen wie beispielsweise den Wertstoffhöfen oder auch in Zoos. Wer sich für letztere Möglichkeit entscheidet, sollte sich jedoch vorher über die Abgabevoraussetzungen informieren, denn nicht überall werden bereits gebrauchte Bäume angenommen. Der Grund: Es könnten sich noch Schmuckreste zwischen den Zweigen finden, die den Tieren schaden.

2| Was zum knabbern für die Pferde?

Einige Pferdehalter werfen Christbäume auf den Paddock als Knabbersnack für ihre Pferde. Auch hier gilt, sich vorher zu erkundigen, ob die stachelige Zuwendung überhaupt gewünscht ist. Wenn ja, dann sollte es sich nämlich um heimische Rotfichten und Weißtannen handeln, während Nordmanntannen unter anderem wegen der darin in großen Mengen enthaltenen ätherische Öle nicht an Pferde verfüttert werden sollten. Die betreffenden Bäume dürfen überdies nicht chemisch behandelt gewesen sein und müssen natürlich ebenfalls vollständig von Lametta und Co. befreit werden. Ansonsten drohen den Tieren schwere Koliken wenn nicht gar der Tod. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) rät übrigens ohnehin zur Reduzierung von Dekoration: „Gerade in der Weihnachtszeit können wir ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft setzen: Weniger ist mehr. Wer nachhaltig dekoriert und schenkt, schont Ressourcen, vermindert den Konsummüll und vergrößert die Freude. Nur gemeinsam können wir die Abfallberge reduzieren.“

3|Ein Christbaum für den guten Zweck?

Dann gibt es freilich auch noch sinnvolle Initiativen, die sich um die letzten Tage der ausgedienten Christbäume kümmern. So gibt es vom Leo-Club Landshut, der Jugendorganisation des dortigen Lions Clubs, eine Benefizaktion zu Gunsten des Tierheims Heinzelwinkl des Tierschutzvereins Landshut und Umgebung. Gegen einen Mindestbeitrag von sieben Euro holen die 31 Club-Mitglieder am 12. Januar ausgediente Weihnachtsbäume in Landshut, Altdorf, Ergolding und Kumhausen ab und entsorgen sie anschließend fachgerecht. Unternehmen und Privathaushalte, die dieses Angebot in Anspruch nehmen wollen, können sich bis 6. Januar unter den Telefonnummern (08 71) 3 45 57 oder (01 79) 94 42 477, aber auch per E-Mail unter leo.christbaumaktion@web.de mit Angabe von Name, Telefonnummer und Adresse anmelden.

4| Kelheimer Christbaum-Abholservice

Ein weiteres nachahmenswertes Beispiel ist die Freiwillige Feuerwehr Kelheim. Deren Mitglieder der Jugendfeuerwehr bieten zusammen mit ihren Betreuern Julian Elsner und Thorsten Gaßner nach der erfolgreichen Aktion in diesem Jahr auch wieder einen Christbaum-Abhol-Service in 2019 an. Die Nachwuchs-Floriansjünger holen am 12. Januar ab 9 Uhr in drei Gruppen im gesamten Stadtgebiet alle Christbäume im Ursprungszustand, also ohne Deko, gegen eine freiwillige Spende zugunsten der Jugendgruppe ab. Ortsteile sind allerdings von dieser Aktion ausgenommen. Die Bäume können am Tag der Abholung einfach am Straßenrand bereitgelegt werden. Die Spende wird entweder persönlich entgegengenommen, kann aber auch auf das Spendenkonto der Freiwilligen Feuerwehr Kelheim bei der Kreissparkasse Kelheim unter der IBAN: DE32 7505 1565 0010 6001 12 und dem Stichwort „ Christbaum“ als kleine Anerkennung für den Service, beziehungsweise zur Unterstützung der Jugendfeuerwehr, überwiesen werden. Es ist auch hier lediglich eine vorherige Anmeldung per E-Mail an info@feuerwehr-kelheim.de oder via Mobilfunk unter der Rufnummer des Diensthandys (01 75) 58 29 734 bis zum 7. Januar 2019 erforderlich. Dabei sind anzugeben: Name, Straße mit Hausnummer, Anzahl der abzuholenden Bäume, Telefonnummer und gegebenenfalls die E-Mail-Adresse, falls Rückfragen notwendig werden.