Fixpunkte

Am Weltfrauentag lud Eduard Kastner zur Vernissage ins Deutsche Hopfenmuseum. Die Ausstellung stand unter dem Titel „Fixpunkte“. Hauptdarsteller waren Franz Schott und Ralf Hanrieder, die mit magischen Quadraten und Kieselsteinen Wunderbares vollbringen.

Simone Huber
Bericht von Simone Huber, März 12, 2019

Als Sondergast begrüßte Kunstmäzen Eduard Kastner den Landrat der Stadt Dachau und Heimatstadt des Ausstellers Ralf Hanrieder, einer der großen Künstler des Abends. Stefan Löwl würdigte die Kunst mit den Worten: „Eine Gesellschaft ohne Kunst hört auf, humanistisch zu bleiben.“

Was hat es mit dem magischen Quadrat auf sich?

Ralf Hanrieder, Künstler aus Dachau, stellt das „magische Quadrat“ ins Zentrum seines künstlerischen Schaffens. „Ein magisches Quadrat ist ein Zahlenquadrat, dessen Reihen horizontal, vertikal und diagonal immer die gleiche Summe ergeben“, erzählt Hanrieder eingangs. Die Verbildlichung dieses Phänomens geschieht, indem die Zahlen eines Quadrats sukzessive mit Linien verbunden werden. Dadurch bildet sich ein „Fixpunkt“ – wie schon der Titel der Vernissage suggeriert. Hanrieder nennt dies „Energetik“. Und obwohl jedes Werk auf der gleichen Einheit basiert, die Ausstrahlung ist jedes Mal eine andere.

„Sie können das gerne ausprobieren indem sie sich davorstellen, einen Punkt fixieren und den Standpunkt ändern und wahrnehmen, was es in ihnen auslöst“, ermunterte Hanrieder die Ausstellungsbesucher. Beim genauen Hinschauen erkennt man, dass sich hunderte Quadrate zu einem Raum verdichten und ihre eigene Bildsprache entwickeln.

„Magische Quadrate erschaffen einen Raum mit einer ganz besonderen Energie.“

Ralf Hanrieder

Einen Stein fühlen und bemalen

Als zweiten „Hauptdarsteller“ des Abends begrüßte Eduard Kastner den Zornedinger Glasmaler, Lithografen und Träger des Bundesverdienstkreuzes, Franz Schott. Bis 2006 hat Schott im Bayerischen Nationalmuseum dazu beigetragen, zahlreiche Kunstwerke von höchstem Rang vor dem materiellen Verfall zu bewahren. Dazu Schott: „Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht der Asche“.

Ein Motiv zieht sich durch Schott´s Bilder wie ein roter Faden. „Kieselsteine aus der Isar“, bemerkt Eduard Kastner.  Gesichter, Beine, Symbole und Muster und Worte malt er darauf. „Ein Stein kann einem ganz viel geben. Er kann sogar Gefühle auslösen“, sagt Franz Schott. Regelmäßig sucht er den „inneren Schwerpunkt“ eines Steines. Hat er ihn einmal gefunden,  legt er sie aufeinander. Dabei benutzt er weder Kleber, noch Schnüre – das Resultat sind beeindruckende Skulpturen, wie man sie nun in Wolnzach sieht.

„Jeder Stein erzählt seine eigene Geschichte.“

Franz Schott