Frauenbild 4.0 | #1 Ariane Schechinger

Wir schreiben das Jahr 2019... Wieviel hat sich wirklich geändert, was das Bild der Frau angeht? Wo stehen wir gerade? Jungautorin Aylin Rauh geht dem Ganzen auf die Spur.

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Interview von Aylin Rauh, März 8, 2019

In den vergangenen Jahren hat sich vieles verändert. Egal ob Smartphone, Elektro-Autos oder gleichgeschlechtliche Ehen – sowohl die Technik als auch das Menschenbild haben sich weiter entwickelt. Das bedeutet für die älteren Generationen oft völlig neue, sogar befremdliche, Erfahrungen. Denn im Gegenzug verschwinden Paradigmen und Leitplanken von früher.

Was früher als selbstverständlich galt, ist für viele mittlerweile veraltet – wie das alte Frauenbild zum Beispiel. Seit 2016 ist die Frauenquote für bestimmte börsennotierte Unternehmen eine Realität, die Debatte um gendergerechte Sprache hält die Duden-Redaktion auf Trab.

Doch wie sehr hat sich das Frauenbild wirklich weiterentwickelt? Und vor allem – wo liegen die Veränderungen? Aufgrund dieser Fragen habe ich direkt vor Ort, in Wolnzach, eine kleine Reihe an Interviews durchgeführt. Den Anfang macht Teenager Ariane Schechinger. Die 19-jährige Schülerin besucht die FOSBOS Scheyern im Wirtschaftszweig und stellte sich meinen Fragen.

Aylin Rauh

Jungautorin Aylin studiert Journalistik an der Makromedia in München und untersucht unter anderem das aktuelle Frauenbild.

frauenbild 4.0 in der Hallertau - Ariane Schechinger
Ariane Schechinger macht den Anfang in unserer kleinen Reihe zum aktuellen Frauenbild.

hallertau.de: Hallo Ariane. Gleich ohne Umschweife: was macht für dich eine Frau aus?

Ariane Schechinger: Stärke und Selbständigkeit. Einfach eine Frau zu sein, die zu sich steht und finanziell unabhängig vom Mann ist. Und sie sollte keine Scham besitzen.

Interessanter letzter Punkt. Was meinst du damit?

Ja, sie sollte sich einfach nicht verstellen und den Mut haben, über „Tabuthemen“ zu sprechen, zum Beispiel über Dinge wie die Periode, Masturbation, etc.

Alles klar. Welche Unterschiede gibt es denn deiner Meinung zwischen dem früheren und dem heutigen Frauenbild?

Die Frau erfüllt nicht mehr die Rolle der „Babymaschine“ und ist um einiges selbständiger als früher. Sie entspricht nicht mehr den typischen Klischees, zumindest kenne ich keine Frauen, die das tun.

Und wie kam dieser Veränderung deiner Ansicht nach zustande?

Frauen haben angefangen, sich nichts mehr gefallen zu lassen und ihr Ding durchzuziehen. Ich finde, das war auch an der Zeit. Prominente Frauen oder Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen, leben das ganz gut vor.

Lass uns auf diese Entwicklung ein bißchen genauer eingehen: was findest du gut oder schlecht daran?

Auf der einen Seite empfinde ich Entwicklungen wie die Emanzipation und das Wahlrecht als positive Aspekte. Auf der anderen Seite werden Frauen dann doch irgendwo nicht ernst genommen. Und es bestehen immer noch Tabuthemen wie Masturbation oder Abtreibung.

Wir sind also noch lange nicht angekommen. Was muss deiner Meinung nach Richtung eines gut funktionierenden Frauenbildes noch passieren?

Es muss eine gesunde Mischung entstehen. Und obwohl die moderne Frau schon noch alles unter einen Hut bekommen sollte, sollte nicht nur alles an ihr hängenbleiben. Sie sollte kein Blatt vor den Mund nehmen und sich nichts einreden lassen.