Es ist nicht alles Gold…

... was glänzt. Wer das giftige, sich rasch ausbreitende Jakobskreuzkraut vom Rainfarn oder Johanniskraut unterscheiden will, muss genauer hinschauen.

Portrait von Michael Urban, Juni 6, 2018
Jakobskreuzkraut

Botanischer Name: Senecio jacobaea
Blütezeit: Anfang Juni, volle Blüte meist im Juli und August

Woran man’s erkennt

Die mehrjährige Pflanze wird bis zu einem Meter hoch. Die Blätter sind fiederteilig, die Seitenzipfel rechtwinklig abstehend, zerriebene Blätter riechen widerlich. Die Blüten sind leuchtend gelb, es handelt sich um Zungen- und Röhrenblüten in 15 bis 20mm breiten Körbchen, deshalb gehört das Jakobskreuzkraut zu den Korbblütlern.

Kräuterspur

Auf der Kräuterspur nehmen wir unsere Wiesen, Wälder und Wegesränder genauer unter die Lupe.

Unterstützung und Themen-Tipps erhalten wir von der staatlich zertifizierten Kräuter-Pädagogin Gertraud Schachtner, die uns für die Schätze im Pflanzen- und Tierreich mit der angebrachten Achtsamkeit und Wertschätzung sensibilisiert.

Zusätzliche Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

Jakobskreuzkraut Wolnzach
Wie gefährlich es ist

Das Jakobskreuzkraut ist eine Giftpflanze und sollte nicht an Weidetiere verfüttert werden. Seine Giftigkeit beruht auf der Wirkung verschiedener Pyrrolizidin-Alkaloide, die zu chronischen Lebervergiftungen führen. Vor allem nehmen die Tiere die Pflanze häufig im Rosettenstadium auf, da die Bitterkeit in diesem Stadium noch nicht ausgeprägt ist. Außerdem wenden sich Tiere, die auf Weiden mit mangelndem Bewuchs stehen und daher oft hungrig sind, irgendwann dem Kraut zu.

Die Gefahr ist nicht zu unterschätzen, da die Auswirkungen der Vergiftung kumulativ sind, sich also Schritt für Schritt aufaddieren, und zu chronischen Erkrankungen führen können. Insbesondere Pferde, aber auch Rinder reagieren offensichtlich empfindlicher als Schafe und Ziegen. Als tödliche Dosis für Pferde werden 40 bis 80 Gramm Frischpflanze pro Kilogramm Körpergewicht genannt, bei Rindern 140 Gramm. Die Pflanze ist nicht nur im frischen Zustand giftig, die Alkaloide werden auch nach Heu- und Silagebereitung nicht abgebaut, obwohl sie dann ihre Bitterkeit verloren haben. Für den Menschen reichen ein paar Tropfen des Pflanzensaftes auf der Haut, um zu ersten Vergiftungserscheinungen zu führen.

Für unsere schwindenden Bienenpopulationen ist das Jakobskreuzkraut natürlich ein gefundenes Fressen, auch wenn der darüber gewonnene Honig schnell die Grenzwerte überschreitet und entsorgt werden muss. Kontrollprogramme an Tees und Kräutertees wurden vom Bundesinstitut für Risikobewertung gestartet, an Honig von einem Untersuchungsamt in Freiburg.

Verbreitung

Das Jakobskreuzkraut ist eine alte heimische, anspruchslose Pflanze. Neu ist jedoch ihr teilweise zunehmendes Auftreten. Zu finden ist sie auf: Stilllegungsflächen, extensiv genutzten Weiden, insbesondere Pferdeweiden, Extensiv-Grünlandflächen, Wegrändern und Böschungen. Die weitere, weitflächige Vermehrung der hochgiftigen Pflanze sollten Pächter/Verpächter vermeiden.

Tipps zur Bekämpfung

Am besten die Jungpflanzen mit der Wurzel entfernen (ausstechen) und kompostieren oder verbrennen. Wirksam ist auch eine Mahd vor der Hauptblüte, da die Pflanze dann geschwächt ist und eine neue Samenbildung verhindert werden kann.

Vorbeugend sollte man auf eine dichte, gut genutzte Grünlandnarbe ohne offenen Boden achten. Dabei kann zum Beispiel die pfluglose Einsaat von konkurrenzstarken Arten wie Deutschem Weidelgras oder Wiesenschweidel helfen.

„Für die Einsaat würde ich Hornklee empfehlen. Er reichert mit Bakterien an den Wurzelknöllchen den Boden an, macht auch dicht und die Bienen haben nützliches Futter.“

Gertraud Schachtner

Jakobskreuzkraut Wolnzach