Grüne Zahlen für Sparkasse

Trotz der widrigen Umstände fiel das Plus der Sparkasse Pfaffenhofen im vergangenen Jahr gut aus. Um 4,41% konnte sie die Bilanzsumme auf 1,399 Milliarden Euro steigern.

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Bericht von Harald Regler, April 25, 2018

Zufrieden sitzen Vorstandsvorsitzender Norbert Lienhardt und sein Kollege Stefan Maier den Medienvertretern gegenüber und präsentierten die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres. Dabei konnten die Banker auf ein sattes Plus in allen Bereichen verweisen. Nicht nur das Anlagevermögen ist um 3,6% auf 1,066 Milliarden Euro gewachsen, sondern vor allem im Kreditgeschäft gab es einen enormen Zuwachs. Um knapp 10% konnte die Summe gegenüber dem Vorjahr (801 Mio. Euro) auf 876 Mio. Euro gesteigert werden. „Wir zählen damit bundesweit zu den erfolgreichsten Sparkassen“, so Lienhardt.

Wie ein Fels in der Brandung

Es sind Zahlen, die bei Weitem nicht selbstverständlich sind. Niedrige Zinsen und die zunehmende Regulatorik machen gerade den regionalen Geldinstituten seit Jahren zu schaffen. Eine Situation, den die Pfaffenhofener bislang gut überstanden haben. Dies lässt sich einerseits auf die hervorragende wirtschaftliche Entwicklung der Region zurückführen, aber eben auch auf das über die Jahre gewachsene Vertrauen in die Bank. Festmachen lässt sich das vor allem an den Kreditvergaben im Wohnungsbau. Mehr als 60% der neu vergebenen Kredite (118 Mio. Euro) waren zur Finanzierung von Wohneigentum. Gegenüber dem Vorjahr ist dies eine Steigerung von rund 30%.

„In diesem Bereich haben wir ein Geschäftsvolumen, das keiner unserer Konkurrenten erreicht.“

Norbert Lienhardt, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Pfaffenhofen

Der Grund für diesen außergewöhnlichen hohen Wert liegt für Stefan Maier in der Qualität. „Wir wählen hier insgesamt einen anderen Ansatz, als viele Onlineanbieter“, fügt der Vorstand an. Zuschüsse, KfW-Kredite und die persönlichen Verhältnisse – all das sind Faktoren, die neben dem Zinssatz zu berücksichtigen sind. Gerade durch dieses Know-how wissen die Kunden zu schätzen. Das Vertrauen spiegelt sich letztlich in der aktuellen Bilanz wider, die Lienhardt als „ausgezeichnet“ bezeichnete.

So blickt man trotz der anhaltenden niedrigen Zinsen zuversichtlich in die Zukunft, denn durch ein hervorragendes Kreditgeschäft konnte 2017 ein Zinsüberschuss von 22 Millionen Euro erwirtschaftet werden. „Es ist ein wirklich gutes Ergebnis, das unterm Strich steht“, erklärte Maier. Mit einem Eigenkapital von 155 Millionen Euro ist man auch für die kommenden Jahre gut aufgestellt.

„Auch wenn die fetten Jahre weniger werden, macht uns das keine Sorge“

Stefan Maier, Vorstand Sparkasse Pfaffenhofen

Auch der Blick auf die geplante Fusion der beiden Volksbanken ist mehr als gelassen. „Wir sind jetzt die einzige Regionalbank“, so Maier. Gerade darin sieht man bei der Sparkasse eine große Chance. Mit Kundennähe und Flexibilität wollen die Pfaffenhofener in Zukunft punkten. Ein Rezept, das aufgehen kann, wie schon die aktuellen Zahlen belegen.

Regionalbanken als Stabilitätsanker

Einzig die Regulatorik treibt den Beiden Sorgenfalten auf die Stirn. „Es ist teilweise unvorstellbar was hier gefordert wird“, so Lienhardt im Hinblick auf die Wohnungsbaurichtlinie. 136 Seiten und 20 Unterschriften umfasst ein Kreditvertrag. Ob der Verbraucher in der Tat dadurch besser informiert ist, das bezweifelte der Sparkassenchef: „Hier geht der Verbraucherschutz ins Leere!“

Positiv wertete Lienhardt hingegen, dass die Aufsichtsbehörden erkannt haben, dass die Regionalbanken der Stabilitätsanker in der Krise sind und es seitens der Europäischen Zentralbank den Ansatz gibt kleine Institute bis zu einer Bilanzsumme von drei Milliarden Euro bevorzugt zu behandeln. Ein Umstand, der den Pfaffenhofener in die Karten spielt, denn ein Zusammenschluss kommt für sie nach der politischen Entscheidung derzeit nicht in Frage.