Die Lieblingstour von Max Schwarzhuber

Im Format Guad G'laffa nehmen uns Hallertauer mit auf ihre Lieblingsstrecke.

Portrait von Michael Urban, August 3, 2018

Der erste Läufer, mit dem wir die Hallertau erkunden, ist Max Schwarzhuber. Der Wolnzacher Tausendsassa spielt in verschiedenen Bands, programmiert Internetseiten und legt sein eigenes Permakultur-Feld an. Warum Max erst seit einem Jahr läuft und welche Strecke er durch und um Wolnzacher herum gefunden hat, erfahrt ihr jetzt.

Max, grüß dich. Wir wollen über dich ein Läuferportrait machen. Wie alt bist du und wie oft läufst du?

Max Schwarzhuber: 25. Ich laufe, seitdem es wieder einigermaßen warm geworden ist, beziehungsweise im Februar bin auch schon gelaufen. Also so zwei bis drei Mal pro Woche. Es kommt immer drauf an. Wenn ich mal längere Strecken laufe, dann vielleicht nur zwei Mal. Wenn ich ein Wehwehchen habe, dann eher nur ein Mal. Aber das ist so ungefähr der Bereich.

Mit wie vielen Jahren hast du angefangen?

(lacht) Mit… 24…

Das hat bei dir ja einen total spannenden Hintergrund. Wie kam es denn dazu?

Das kommt daher, weil ich vorher nicht laufen habe können, beziehungsweise es war eine Kraftanstrengung sondergleichen. Im Alter von zwei Jahren hatte ich eine Querschnittslähmung, aufgrund dessen hatte ich eine Fußhebeschwäche, alles unterhalb vom Knie hat nicht mehr funktioniert. Ich habe da auch meine Füße falsch belastet, gerade solange ich noch keine Schienen hatte. Da war Laufen irgendwie nie eine Option. Ich habe es schon probiert, als ich noch klein war, aber selbst meine kleineren Brüder haben mich dann irgendwann eingeholt. Radfahren war für mich immer besser, auch wenn ich mal eine Wunde hatte, die nicht verheilen wollte.

Was ist für dich der Unterschied zwischen Rad fahren und Laufen?

Das Laufen ist intensiver. Klar, man kann beim Radeln auch Gas geben, aber ich bin eher der Tourenfahrer.

Was gefällt dir besser?

Das kann ich nicht sagen. Momentan gefällt mir das Laufen besonders gut, deswegen mache ich es vermehrt. Es ist für mich was ganz Neues. Ich habe nie an mir arbeiten können, was das Laufen anbelangt. Jetzt auf einmal ist es möglich. Ich werde schneller durch das Training und das ist einfach ein Wahnsinnsgefühl! Das können andere gar nicht so verstehen. Einfach ohne Hilfsmittel rausgehen und so dahinschweben, Wahnsinn. Dieser Hype ist ziemlich groß bei mir und ich habe da aktuell auch Ziele, was das Laufen angeht. Zum Beispiel den Lauf10 im Juli in Wolnzach.

Hast du da ein konkretes Ziel?

Momentan möchte ich auf alle Fälle unter einer Stunde laufen. Es ist aber wahrscheinlich möglich, dass ich vorher meine Sportprothesen bekomme, dann würde ich gerne unter 50 Minuten laufen. Die Aktivprothesen aus Carbon sind eher für den Alltag gedacht. Da muss man nicht so fit und koordiniert sein, die geben einem nicht so viel Energie zurück. Wenn ich mit Sportprothesen die Treppen runterlaufe und bin es nicht gewöhnt, dann kann es mich komplett zerbröseln, weil der Schwung so groß ist, so viel will man ja gar nicht haben. (lacht)

Gibt es da Lauftrainer oder ähnliches, die mit dir an solchen Sachen arbeiten könnten?

Nein, leider nicht. Ich habe schon einige Sachen gesucht, auch mit vielen Leuten mit Unterschenkelamputationen geredet, habe aber keinen gefunden, der regelmäßig laufen geht. Viele haben Probleme mit den Stümpfen, es ist nicht ganz so leicht, mit Prothesen laufen zu gehen. Ich habe ein paar Tips bekommen, also bin ich guter Dinge, dass ich noch jemanden auftreiben kann. Es gibt ja dann doch ein paar Amputierte in ganz Deutschland.

Lass uns mal zu dieser Strecke hier übergehen. Du bist ja ein tief verwurzelter Wolnzacher, warum hast du dir genau diese Strecke ausgesucht?

Ich bin einfach mal losgelaufen, um zu schauen, was geht, wie weit komme ich, wann breche ich zusammen… (beide lachen) Einfach um mal ein bisschen ein Gefühl zu bekommen, und das ist grundsätzlich gar nicht so verkehrt. Und dann bin ich überall in Wolnzach rumgelaufen, habe ganz viele verschiedene Sachen ausprobiert. Ich habe auch mal eine längere Strecke ausprobiert und die Strecke, die wir jetzt gerade gehen, habe ich durch Zufall gefunden.

Das passt auch zu dir, oder? Einfach ausprobieren, abenteuerlustig sein und finden, was zu einem passt.

Ja, auf alle Fälle. Sehr viel ausprobieren.

Max Lieblingsstrecke

Wo lässt es sich am schönsten laufen? Max teilt mit uns seine Lieblingsstrecke mit allerlei Highlights und schönen Ecken.

„Scheene Platzal“:

  1. „Der Trinkwasserbrunnen am Gemeindewald – das ist besonders cool, da dies ein schöner, hügeliger Streckenabschnitt über die Felder mit vielen Höhenmetern ist. Später im Jahr, wenn alles zugewachsen ist, ist man oft ganz alleine mitten in der Natur.“
  2. „Die höchste Stelle der Route markiert der Funkturm, da kann man die Gegend gut überblicken.“
  3. „Das Wasserschloss in Starzhausen mit seinem Wassergraben verleiht der Strecke eine idyllische Facette.“
  4. „An der Wolnzach entlang, da ist es ruhig und man befindet sich in der Natur. Ich könnte die ganze Zeit am Wasser entlang laufen, das ist der Wahnsinn.“
  5. Und durch den Markt, da trifft man ständig Leute. Gerade jetzt, wo das Wetter schön ist, ist es selten, dass ich irgendwen treffe, den ich nicht kenne. Da denkt man sich: ‚Ah, cool! Der ist auch am Laufen und macht vielleicht beim Lauf10 mit.‘“
  6. Das Freibad bildet den Abschluss des Radweges. Dann weiß ich, dass der Weg zurück für mich ansteht.“