Highlights im Juni: Pfaffenhofener Kultursommer

Keine Volksfeste, keine Konzerte, keine Festivals - für Freunde von Musik und Kultur könnte der Sommer 2020 trist ausfallen, oder? Falsch gedacht! Die Stadt Pfaffenhofen hat sich da was für euch überlegt!

Lisa Schwarzmüller
Allgemein von Lisa Schwarzmüller, Juni 11, 2020

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Am 10. Juni beginnt der Vorverkauf für den Kultursommer 2020. Unter dem Motto „Alles außer gewöhnlich“ bietet das Kulturamt der Stadt Pfaffenhofen den Besucher*innen von 19. Juni bis 2. August insgesamt 27 Veranstaltungen. Interessenten sollten schnell sein, denn aufgrund der Vorsorgemaßnahme zum Schutz vor der Ausbreitung des Coronavirus gibt es die Tickets ausschließlich im Vorverkauf und Hygieneregeln müssen eingehalten werden.

Ein bisschen Wehmut schwingt mit – denn statt der Open Airs am Hauptplatz und im Bürgerpark und vieler weiterer Veranstaltungen in der ganzen Stadt, wie wir es aus den vergangenen Jahren kannten, wird es diesen Sommer hauptsächlich eine einzige Bühne im Innenhof des Landratsamtes geben. Geboten wird aber trotzdem einiges: Konzerte, Theater, Kabarett und Lesungen lassen das Herz von Kultur-Enthusiasten höherschlagen. Toller Nebeneffekt on top: Alle Einnahmen aus den Ticketverkäufen kommen den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern zu Gute.

Hier kommen drei Highlights, die ihr nicht verpassen solltet.

1 | Kabarett mit dem Stachelbärquartett

Fünf Vorstellungen des Starkbier-Kabaretts mussten Mitte März wegen Corona kurzfristig abgesagt werden. Nun bieten die Stachelbären all denen, die das diesjährige Programm nicht mehr sehen konnten, die Gelegenheit, dies doch noch nachzuholen. Im Rahmen des Pfaffenhofener Kultursommers heißt es an zwei Abenden: „Mir, Ihr und Bier“ im Innenhof des Landratsamts. Dabei gibt es eine aktualisierte Fassung des Starkbier-Programms mit den Stachelbären Roland Andre, Brigitte Moser, Michael Eberle, Claus Drexler und Volker Bergmeister. Wer künftig in und um Pfaffenhofen wie und mit wem regiert und wie Stadt und Bürger die Pandemie meistern – das sind Themen, die man aktuell ins Programm aufgenommen hat.

Wann? 19. und 20.Juni 2020

2 | Münchens Liedermacher Philip Bradatsch

Philip Bradatsch ist wohl das Ungeheuerlichste, was die deutsche Indie-Szene in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Einer mit Attitüde, einer, der Haltung einnimmt. Zwar sind ihm aktuelle Hörgewohnheiten oder Playlists mitnichten egal, nur bedienen will er sie eben nicht. Stattdessen führt er sie mit kryptischen, dylanesken Versatzstücken vor, erschafft einen Sog aus Bildern, Räumen und Stimmen. Und überquert auch mal unverfroren die Wohlfühlgrenze. Dann haut er sie raus, die verwerflichen Gefühle, die so wahrhaftig sind, dass niemand sie zugeben mag. Nicht mal vor der Arroganz hat er Angst, und schon gar nicht vor der deutschen Sprache, wie er nun auf seinem neuen Album „Jesus von Haidhausen“ (Trikont, 13. März 2020) erstmalig eindrucksvoll unter Beweis stellt. Nach dem ersten Zusammenzucken denkt man, der traut sich was, aber sympathisches Understatement ist nicht Philip Bradatschs Sache. Hinterher ist man froh, mit manch unliebsamem Gefühl nicht alleine dazustehen. Und man ist beseelt von der musikalischen Fülle. Denn Philip Bradatsch wartet mit Überraschungen auf, seine Songs ziehen langsam herauf, beklemmen, bäumen sich wütend auf und lösen sich im nächsten Moment in wundervolle Harmonien auf. Zwischen düster-bedrohlichen Klangwelten plötzlich ein lakonischer Schmunzler, im dumpfen Weltschmerz auf einmal eine Zärtlichkeit, die einem warm ums Herz werden lässt. Und hinter ihm rumpeln, ächzen und rocken die fabelhaften Cola Rum Boys, dass es eine wahre Freude ist. Solo oder im Band-Kollektiv, am Ende ist Philip Bradatsch wohl das, was sich so lange niemand zu vermissen getraut hat: Rock’n’Roll.

Wann? 20. Juni 2020

3 | Klassik mit dem Phoenix Ensemble

Das Phoenix Ensemble wurde erst vor kurzem gegründet, nun betritt es schon die Kultursommer-Bühne und entführt in die Welt der Operette und des Wiener Walzers. Julia Rempe (langjährige Solistin an der Bayerischen Staatsoper) und Daniel Sauer (Student am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg) singen Ausschnitte aus der „Fledermaus“ von Johann Strauß, aus Franz Lehárs „Die lustiger Witwe“ sowie aus diversen Musicals. Begleitet werden sie von Thomas Hofer (Geiger bei den Münchener Philharmonikern) und Dieter Sauer (ehemals Lehrbeauftragter für Violine an der Münchener Musikhochschule). Auf der Bratsche begleitet Christiane Sauer, am Violoncello Marie-Therese Daubner und am Klavier Stefan Daubner, alle drei Lehrer am Schyren-Gymnasium.

Wann? 21. Juni 2020

Weitere Veranstaltungen, die ihr nicht verpassen solltest:

Pfaffenhofener Kurzfilmnacht
Lesung des Lutz-Stipendiaten Erik Wunderlich
Ausstellung „Hallertauer Künstler“ in der städtischen Gallerie

Das vollständige Programm findest du hier.

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