Hopfen und Malz #4: Der Stiangbräu z´Ottersried

Weiter geht es mit unserer Serie über Hallertauer Brauerein. Diesmal im Blick: Der Stiangbräu z´Ottersried.

Simone Huber
Portrait von Simone Huber, Oktober 22, 2019

Im kleinen Dorf Ottersried nahe Rohrbach liegt eine weitere Perle Hallertauer Biergenusses versteckt – der „Stiangbräu“.

Die Brauphilosophie vom Stiangbräu

Begonnen hat alles als Hobby, sagt Helmut Schneider, der eigentlich eine Erdbaufirma im Vollerwerb betreibt: „Andere gehen zum Radlfahren, ich braue für mein Leben gerne Bier“. 2012 hauchte der „Stiangbräu“ seinem liebsten Hobby Leben ein. Seit dem ersten Tag legt der Hausherr äußersten Wert auf Handarbeit. Unansehnliche Schaum- und Restpartikel werden per Hand abgeschöpft. Die Biere lässt er langsam ausgären. Außerdem ist das Bier hopfiger und malziger als andere, „weil wir das Gute drin lassen“, sagt Helmut.

Herzstück der Marke

Für die „Stiangbräu“-Sude werden vor allem die Sorten Hersbrucker und Hallertauer verbraut. Auf Craftbier-Sorten verzichtet Helmut Schneider aus Überzeugung.  „Ich mach es wie die alten Mönche, ich braue ganz traditionell“, gibt der Braumeister zu, dem alles neumoderne Zeug völlig „zuwider“ ist. Computer, die ihm das Rezept automatisch ausspucken, brauche er nicht. Mit der nötigen Findigkeit und Liebe „geht es eh viel besser und das schmeckt man“. Das Sortiment beschränkt sich auf ein naturtrübes Helles und ein naturtrübes Dunkles, beide unfiltriert und offengegärt.  Für die 1150-Jahrfeier von Rohrbach stammte das Festbier aus dem Hause Schneider.

Wo und wieviel

Der Name „Stiangbräu“ kommt von den 34 „Stiang“ (Treppen), die man früher hinaufsteigen musste, um zur ehemaligen Braustube zu gelangen. Das ist mittlerweile passé, denn mit der Ausweitung der Produktion verlagerte Helmut Schneider die Braustätte ins Erdgeschoß in ein Drei-Kessel-Sudhaus. Etwa 500 Hektoliter werden dort gebraut. Das Hausbier beim Stiangbräu gibt es nur im Hofstüberl zum Ausschank – stets frisch. Wer auf einer Feier „Stiangbräu-Bier“ trinken will, ruft an und holt sich in Ottersried einfach ein Fassl ab. Oder er kommt einfach ins gemütlich eingerichtete Bräustüberl, in dem immer am Donnerstag ab 19 Uhr der Stammtisch stattfindet.

„Ich liebe das Brauen, weil ich den Duft so gern hab, Spaß daran habe und jeder Brautag wie ein Urlaubstag ist.“

Helmut Schneider