Landrat Martin Wolf hört auf

Lange war es unklar, nun ist es offiziell: Pfaffenhofen sucht 2020 nach einem neuen Landrat.

Bericht von Lisa Schwarzmüller, Januar 15, 2019

Pfaffenhofens Landrat Martin Wolf wird bei der kommenden Kommunalwahl 2020 kein weiteres Mal für die CSU antreten. Schon länger debattierte man im Kreistag über die erneute Zusammenlegung von Landratswahl und Kommunalwahl, weswegen Wolf nach seiner Wiederwahl die Verkürzung seiner derzeitigen Amtszeit zusicherte. Unklar war bisher geblieben, ob er sich gerade nach seinem schweren Motorradunfall im April 2017 für eine erneute Kandidatur zur Verfügung stellen würde.

„Ich habe keine Energie mehr für einen weiteren Wahlkampf“, erklärte Wolf in diesem Zusammenhang. Er sei dankbar, dass er wieder gesund geworden ist und sein Amt ausführen konnte. Nun wäre es aber an der Zeit für ein neues Gesicht. „2020 bin ich dann 64 Jahre alt. An die Spitze meines Hauses muss eine jüngere Person, die noch mitten im Leben steht“, so der Landrat und fügte an: „Mit Digitalisierung und Klimawandel werden die Herausforderungen enorm. Bei diesen Themen kann kein Mann im Rentenalter in diesem Spitzenamt die Weichen für die nachfolgenden Generationen stellen.“ Noch in der ersten Jahreshälfte will Wolf einen Antrag im Kreistag einbringen, der die Verkürzung der Amtszeit erlaubt. Bis Ende September muss das Gremium diesem Antrag zustimmen.

Abschied von der Politik

Wie heute bekannt wurde, verabschiedet sich Martin Wolf nicht nur aus dem Amt des Landrates, sondern aus der Politik im Allgemeinen. „Ich will noch weiter arbeiten – aber an anderer Stelle“, machte er deutlich. Seine Motivation für weitere Vorhaben sei die Freude darüber, dass er nach dem Unfall wieder gut genesen sei. „Ich kann noch nicht Ruhe geben.“ Über seine weitere Zukunft wollte er sich hingegen nicht festlegen. Rechtlich gesehen könnte er zu seiner alten Arbeitsstelle im Landwirtschaftsministerium zurückkehren. Die Tatsache, dass er sich nach seiner ablaufenden Amtszeit jedoch bereits im Rentenalter befindet, hindere ihn aber an zu konkreten Aussagen. „Ich möchte nicht dorthin zurückkehren und die Pläne der Menschen dort durchkreuzen oder auf dem Abstellgleis landen“, erklärte er. Deswegen bestehe für ihn auch die Situation einer Tätigkeit in der freien Wirtschaft.

Nach Martin Wolfs verbliebenen fünf Quartalen an der Spitze des Landkreises Pfaffenhofen werden die Karten zur Kommunalwahl nun gänzlich neu gemischt. So turbulent die vergangene Landratswahl mit seinem Motorradunfall inmitten des Wahlkampfes und der darauffolgenden, langen Phase der Unklarheit, ob er das Amt überhaupt übernehmen könnte, begann, konnte er am Ende doch 75 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Für die Parteien im Landkreis geht nun die Suche nach einem*er geeigneten Nachfolger*in für Wolf los.