Lost Places: Schaurig verlassene Schönheiten

Romantischer Herbstchic oder Orte, die man lieber meidet, wenn die Tage dunkler werden? Verlassene Weiler, zerfallene Häuser, vergessene Plätze – geht man mit offenen Augen durch die Hallertau, findet man sie an vielen Ecken und Enden.

Lisa Schwarzmüller
Foto-Reportage von Lisa Schwarzmüller, Oktober 31, 2018

Lost Places ist das Zauberwort – auf der ganzen Welt sind die Menschen auf der Suche nach Orten, die noch Spuren von menschlicher Zivilisation zeigen, aber schon lange verlassen sind. Dabei muss man nicht nach Tschernobyl oder auf den Berliner Teufelsberg, um spektakuläre Ausblicke, beeindruckende Geometrie oder schaurige Atmosphären zu finden. Wir haben uns in der Hallertau umgesehen – wer errät, wo wir überall rumgekrochen sind? Klickt auf unsere drei Fotostrecken zu verschiedenen Themen und bringt euch in gruselige Herbststimmung.

Teil 1: Industrie gestern

Wir haben Orte im Landkreis gesucht, irgendwo zwischen Gruselfaktor und visuellem Gänsehautmoment. Wo wir sie gefunden haben? Eine alte Mühle und ein uralter Flughafen – oder doch bayerische „Saw“-Schauplätze? Klickt hier!

Teil 2: Comeback der Natur

Wenn die Natur zurück an ihre angestammten Plätze kriecht und sich zurück holt, was früher ihr gehörte, ist das visuelle Schauspiel meist atemberaubend. Auch wir haben nach Luft geschnappt beim Anblick einer Fischhütte der besonderen Art und eines verwilderten Hopfengartens, der viel Platz für Fantasien lässt.  Klickt hier!

Lost Places Teil 3: Einst waren hier Bauern

Alte Bauernhäuser haben ihre eigene Aura. Altes Arbeitsgerät, vergessene Schuhe, verwachsene Fassaden. Oder eher doch das Setting von „Der Erxorzismus von Emily Rose“? Weitere Hallertauer Orte, die exzellent in die Jahreszeit passen. Klickt hier!

Hier die Antworten zu unserem aktuellen Sonntags-Quiz:

1. Man erzählt sich einige Pferdediebe hätten auf der Flucht einen Schimmel in der Kapelle bei Larsbach versteckt. Am Ende musste das Pferd elendiglich verhungern: Die Diebe wurden gefangen genommen und niemand konnte das arme Tier rechtzeitig befreien. So fand man erst viel später den toten Schimmel in der verschlossenen Kapelle. Von dieser Sage gibt es erstaunlich viele Versionen und Larsbach hat nicht die einzige „Schimmelkapelle“ in der Hallertau.

2. Eine diabolische Geschichte entspann sich um den Bau des Ingolstädter Münsters, die sich seit ihrem Bau im 15. Jahrhundert hartnäckig gehalten hat. Man munkelt, dem Teufel habe der Bau des Gotteshauses überhaupt nicht gefallen. Aus Wut habe er den Bauherren einen großen Steinquader gestohlen um ihn von hoch oben auf die Kirche zu schmettern. Er übertrieb es aber wohl mit Höhe und Geschwindigkeit, daher traf der Stein nicht das gewünschte Ziel sondern bohrte sich am Schliffelmarkt – Ecke Theresienstraße und Am Stein in den Boden, wo er noch immer zu sehen ist. Noch heute tritt kein Ingolstädter auf den vermaledeiten Stein, einige spucken beim Vorübergehen sogar darauf.

3. Der Girgl war wohl im Dunkeln zu Fuß unterwegs als ihm ein Schimmel begegnete. Ob aus Trunkenheit, Übermut oder Faulheit – er stieg auf das fremde Pferd, das sich prompt mit ihm in die Luft erhob und in wilder Jagd davon brauste. Nur das morgendliche Glockenläuten einer Kirche rettete den Hallertauer davor an der Küste übers Meer hinaus in den Tod getragen zu werden. Angeblich brauchte der „Schimmelreiter-Girgl“, wie er von da an hieß, ein Dreivierteljahr für den Heimweg.

4. Ältere Leute erzählen noch heute, man könne nachts am Kaltenberg einer „Weißen Frau“ begegnen. Angeblich sprach die Erscheinung vor vielen Jahren einmal zu einem Mann. Sie erzählte ihm von einer eisernen Kiste oben auf dem Berg, die von einem schwarzen Hund mit einem Schlüssel bewacht werde. Der Mann bestieg also den Berg, nahm dem Hund den Schlüssel ab und begann die Kiste aufzusperren. Doch bevor er den Schlüssel dreimal herum drehen konnte verließ ihn angesichts des wütenden Hundes für einen Moment lang der Mut und die Kiste versank für immer im Kaltenberg.

5. An den Weihnachtsfeiertagen im Jahre 1364 wurde Arnold von Massenhausen beim Schleifen der Burg Arnbach bei Schrobenhausen von brennenden Trümmerteilen getroffen und verbrannte bei lebendigem Leib. Erstaunlicherweise ereilte ihn damit das gleiche grausame Schicksal, das er selbst seiner jungen Ehefrau zuteilwerden ließ. Die schöne Els ließ er nämlich aus Eifersucht zusammen mit ihrem angeblichen Liebhaber auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Sie soll Ihn und seine Familie vor Ihrem Tod noch verflucht und damit das gesamte Geschlecht erfolgreich zum Aussterben verdammt haben.