Mama Bavaria sucht ihre Kinder

Die Grande-Dame des Bayerischen Kabaretts, eine, die jedem Ministerpräsidenten ihre Meinung geigt. Auf dem Nockherberg lief sie zur Popularitätshochform auf. Und nun (wieder) in Rohrbach, als Mama Bavaria, die Mutter aller Bayern. Volles Haus garantiert.

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Bericht von Eduard Kastner, Mai 17, 2019

Die Prominenz des Bayerischen Fernsehens, Abteilung Kabarett, treibt es nach Rohrbach in der Hallertau. Am Mittwoch Polt mit den Well-Brüdern, tags darauf gleich die Kinseher. Wer hat das schon in München? Und die Mama Bavaria liebt ihr Publikum, geht häufig in Kontakt zur ersten Reihe. Die spontanen Dialoge faszinieren die Besucher. Schauspielerin Kinseher bringt sie in Pose, gib ihnen Pikanz. Gelächter ohne Ende. Für den Rest des Abends hat die Kabarettistin alle auf ihrer Seite. Gesangseinlagen lockern das Programm auf.

Nach der Pause betritt sie im Bademantel die Bühne. Mimt eine Betrunkene. Das kennen wir schon von ihr aus den früheren Auftritten bei Zeidlmaiers. Doch die Inhalte sind völlig neu. Und dann die Dialoge mit der ersten Reihe. Die große Kinseher ganz zum Greifen, fast privat. Dass wir so etwas überleben dürfen!

Kinseher vergleicht sich mit der Figur an der Theresienwiese. Erzählt von Treffen mit der Freiheitsstatue in New York und Mütterchen Frost aus Russland. Steckt die letzten drei bayerischen Ministerpräsidenten in die Tasche. Sie schlüpft in historische Rollen, sieht den Tod Ludwigs II. ganz anders als alle Historiker, erzählt von der Gründung Bayerns – natürlich in ihrem Wirtshaus. Ja, sie ist die Grande-Dame, die alles darf.