Mission Mittelmeer (Teil 1)

Die Schwarzhuber Muse - Max, Ludwig und Georg - hat in ihren jungen Jahren ja schon einiges erlebt... Aber der Ruf des Militärs ins Mittelmeer war dann doch etwas ganz Neues.

Reportage von Maximilian Schwarzhuber, November 8, 2018
Bilder: Maximilian Schwarzhuber

Anfang August 2018. Drei junge Männer fliegen zum Feiern auf eine Insel im Mittelmeer. Ihre Drogen: jede Menge Musik und gute Laune. Klingt nach Ballermann, werdet ihr jetzt vielleicht denken. Ganz so einfach ist die Geschichte dann aber doch nicht. Warum die drei Hallertauer am Ende bei Discokugel und Schwarzlicht im Bauch einer Fregatte der deutschen Marine landen? Das und mehr findet ihr gleich heraus… denn ich war selbst dabei.

Ankunft auf dem Schiff

Der Wind bläst stark, doch der Sonne stellt sich kein Wölkchen entgegen, als wir die Pforte des Militärhafens passieren. Wir stehen auf der Besatzungsliste einer deutschen Fregatte, andernfalls hätten wir den Hafen gar nicht betreten dürfen. Ein Gefühl von „Lost Places“ beschleicht uns, als wir mit zügigem Tempo über die maroden Betonplatten des Kais holpern. Den Stoßdämpfern des VW-Busses wird einiges abverlangt. Sicherheit fühlt sich anders an. Schnell passieren wir aber schon eines der letzten, heruntergekommenen Uferbauwerke und der Blick wird frei auf den Pier. Und da liegen sie wie imposante Wächter über den sonst so verwahrlosten Hafen: die „Fregatte Bayern“ und deren Schwesterschiff, die „Fregatte Lübeck“. Beides Schiffe der deutschen Marine.

Im Flugzeug

Ein paar Tage zuvor. Unser Flug war bis auf den letzten Platz ausgebucht. Ferienzeit. Viele Familien mit ihren Kindern machten die Situation nicht gerade angenehmer. Trotzdem hatten meine beiden Brüder und ich mit Sicherheit den meisten Platz an Bord. Als Bonus: für jeden die doppelte Ration Essen und die doppelte Anzahl an Getränken. Woher der Luxus? Fliegen wir Business Class? Nein. Ganz einfach.

Für unsere drei Musikinstrumente hatten wir jeweils einen eigenen Sitzplatz gebucht und das genau eine Reihe hinter uns. Da sich der Hunger und Durst unserer Instrumente stark in Grenzen hielt, waren uns eine waagrechte Sitzposition und eine üppige Verköstigung sicher. Die neidischen Blicke der mitreisenden Passagiere im Übrigen auch. Da kann ich nur sagen: „Es ist so schön, ein Musikant zu sein!“

„Um unsere Instrumente auf dem Schiff sicher zu verstauen, wurden diese einfach kurzerhand im Torpedoraum eingeschlossen.“

Max Schwarzhuber

Durch das Schiff

Wieder im Hafen. Groß und grau türmt sich die „Fregatte Bayern“ vor uns auf. Eine lange, schmale Schiffsrampe führt vom Pier hoch hinauf an Deck des stolzen Kriegsschiffes. Oben angekommen werden wir gleich mit einem freundlichen „Moin!“ von den anwesenden Matrosen empfangen. Wir müssen uns erst noch daran gewöhnen, dass man sich hier selbst abends noch mit einem überzeugten „Moin!“ gegenseitig grüßt. Damit sind wir aber nicht alleine. Unserem überzeugten „Servus!“ bleiben wir nämlich auch durchwegs treu.

Nicht nur sprachlich hat das Schiffsleben für uns viel Neues zu bieten, sondern auch technisch. Während unserer Schiffsführung bekommen wir die gewaltigen Dimensionen vor Augen geführt. So verbraucht die Fregatte bei voller Fahrt ca. 10.000 Liter Schiffsdiesel pro Stunde und einmal Volltanken kostet unserer Schätzung nach rund eine halbe Millionen Euro. So groß die Ausmaße des Schiffes auch sind, so klein fallen dagegen die Kojen der Matrosen aus. Wer viel Wert auf Privatsphäre legt, der ist hier offensichtlich falsch.

„Auch wenn sich unser Bundesland und die Fregatte Bayern nie begegnen werden, so konnten wir doch für einen ordentlichen, kulturellen Austausch der beiden sorgen.“

Schorsche Schwarzhuber

Teil 2 zum „Bayerischen Abschied im Mittelmeer“ folgt bald.