Mit Coronamasken Großes vollbringen

In diesen turbulenten Zeiten geschehen viele kleine Wunder. Wie durch Corona-Masken der kleinen Sophia eine seltene Delphintherapie ermöglicht werden kann.

Simone Huber
Allgemein von Simone Huber, Mai 11, 2020

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So unliebsam sie manchen erscheinen mögen, sie unabkömmlich sind sie in unserem Alltag geworden: Die Mundschutz-Masken. „An manchen Tage habe ich an die 100 Stück genäht“, erinnert Judith Huber an die anfängliche Corona-Zeit, als die Maskenpflicht publik wurde. Doch sie blieb nicht allein. Aus einer Elternbeirats-Whatsapp-Gruppe hat sich eine eingeschworene Gemeinschaft aus 18 fleißigen Schneiderinnen entwickelt. 2500 Masken haben sie bereits genäht. Eine ist Handarbeitslehrerin, die andere gelernte Schneiderin. Für die meisten Mütter ist Nähen jedoch reines Hobby. Nun profitieren örtliche Krankenhäuser und Schulen von den Artikeln. Das so eingenommene Geld stecken die Mütter aber nicht in die eigene Tasche. Im Gegenteil – an ihrem Beispiel ist sichtbar, wie gute Taten noch größere Kreise ziehen können.

Eine bewegende Geschichte folgt…

1 | Hallertau.de: Hallo Judith, Masken gibt es ja derzeit recht viele auf dem Markt. Worauf achtet ihr beim Nähen?  Was unterscheidet eure Kreationen von anderen?

Die Anfangszeiten waren sehr turbulent. Oft hatten wir Materialengpässe, z.B. der Hosengummi war ständig aus oder konnte nicht geliefert werden. Dann war Improvisieren angesagt. Wir stellen fest, dass es den Leuten längst nicht mehr nur darum geht, irgendeine Maske zu bekommen, sondern dass der modische Aspekt immer mehr zum Tragen kommt. Masken sollen nicht nur schützen, sondern auch gefallen. Das versuchen wir natürlich zu bedienen. Weil wir so viele Näherinnen sind, erlaubt uns das viele verschiedene Geschmäcker zu bedienen.

 

2 | Wie reagieren eure „Kunden“ auf die Masken?

Die Reaktionen sind gemischt. Einige Leute empfinden die Maskenpflicht als furchtbar und teilen ihren Unmut darüber auch mit. Insgesamt sind aber die allermeisten froh, schöne Masken zu bekommen, die nicht nur den Zweck erfüllen sondern modisch ansprechen. Vielen gefällt auch der Gedanke, mit ihrer Spende eine gute Sache zu unterstützen.

 

3 | Gab es einen besonders ergreifenden Moment für euch, an den ihr euch noch besonders erinnert?

Ja, den gab es definitiv. Kurz nach Gründung der Gruppe, stieß eine Mutter dazu. Da wir uns ja alle nicht kannten, telefonierten wir kurz, um das Nötigste zu besprechen. In dem Gespräch erzählte sie, dass sie unsicher sei, wie viel Masken sie schaffen würde, weil ihre sechsjährige Tochter Sophia schwer behindert ist und besonders am Abend immer viel Aufmerksamkeit brauche. Sie wolle uns aber trotzdem gerne unterstützen, da das Nähen ihr als Ausgleich gut tue. Als wir uns so unterhielten, erzählte sie mehr von Sophia und dass sie gerne einmal eine Delfintherapie ausprobieren würden. Allerdings sei diese für die Familie zu teuer. Die Kosten liegen bei ca. 15000 Euro. Es hat mich sehr bewegt, dass diese junge Mutter trotz der schwierigen Situation unsere Maskennäherei unterstützen wollte.

Nach dem Gespräch rief ich sofort Manu an, die sich mit mir zusammen um die organisatorischen Dinge in der Gruppe kümmert und wir waren uns einig, dass die nächste Spende unbedingt an die kleine Sophia gehen müsse. Als wir die Mutter  informierten, dass wir sie mit 1000 Euro unterstützen möchten, konnte sie es kaum glauben. Das war ein zutiefst ergreifender Moment. Die Familie hat nun ein Spendenkonto eingerichtet, auf das auch andere Leute spenden können, um Sophia diese Therapie zu ermöglichen. Es wäre eine große Freude, wenn unsere 1000 Euro der Startschuss wären.

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