Mit der Liebe zum Detail

Mit Alain Bazard kam kürzlich ein wahrer Hochkaräter ins Deutsche Hopfenmuseum zur Vernissage. Seine surrealistische Kunst beeindruckt durch eine Detailverliebtheit, wie sie nur noch selten in der Welt der Kunst zu finden ist.

Bericht von Simone Huber, November 2, 2018
Das Beste kommt zum Schluss

Ursprünglich sollte die Ausstellung mit dem Surrealisten aus Paris schon 2017 stattfinden. Weil der Künstler jedoch das Datum falsch eingetragen hatte, traf man sich nun ein Jahr später. Seit vergangenen Freitag ziert deswegen ein neuer Schriftzug den Eingang des Deutschen Hopfenmuseums. Die für dieses Jahr letzte vom Verlagshaus Kastner initiierte Vernissage zeigt niemand Geringeren als Alain Bazard als Hauptaussteller. Der Franzose kam mit seiner Ehefrau im Auto in die Hopfenmetropole.

Die Rückkehr ins Mutterland

Ihm ist das Land jedoch vertraut, leistete er doch seinen Wehrdienst in Deutschland ab.  „Seltsam, aber so viel hat sich seither gar nicht verändert“, sagt Bazard. Demnach kennt er nicht nur Wolnzach, wo er vor Jahren schon mit Société des Artistes Français ausstellte. Überhaupt liegen seine Wurzeln eigentlich in Deutschland.

Bazard´s Mutter ist eine geborene Schreiner aus dem Elsass. Das Malen wurde Bazard buchstäblich in die Wiege gelegt:  Sie hat unter Ludwig dem Bayern schon gemalt. Der Bayernkönig ist auch auf einem der 16 Bilder in Wolnzach zu sehen, neben Lola Montez oder Leo von Klenze. Alain Bazards Augenmerk liegt hauptsächlich auf der Gestaltung großformatiger Gemälde aus Geschichte und Mythologie.

Bilder mit Bernstein

Beim Betrachten der Bilder wird einem schnell klar, dass man es hier mit einem der derzeit besten Maler Europas zu tun hat. „Die Maltechnik ist einfach unglaublich“ bemerkte Verlagschef Eduard Kastner anerkennend in seiner Laudatio. Die Gemälde zeugen von äußerster Qualität. Dementsprechend hoch ist der Preis. So beginnen die in Wolnzach hängenden Ölgemälde bei 18 Tausend Euro – alles andere als ein Pappenstiel. Das teuerste Werk wird mit stattlichen 80 Tausend ausgelobt und zeigt die „Ménines“ – zu Deutsch Hofdamen – Ludwigs I.

Der stolze Wert kommt nicht von ungefähr und neben der exakten Pinselführung unterstreicht vor allem die Maltechnik die meisterliche Güte der Bilder. Bazard mischt in die Ölfarben das Pulver von Edelsteinen, zumeist Bernstein. Dadurch funkeln sie beinahe wie Diamanten, aber auf feine Art, niemals plakativ.

„Die Maltechnik ist einfach unglaublich“

Eduard Kastner

Wie wird man ein guter Künstler?

Die verblüffend echte Wiedergabe scheint eine Spezialität des 74-Jährigen. Fragt man ihn, was einen erfolgreichen Maler ausmacht, ist die Antwort zunächst simpel: „Man sollte erst einmal zeichnen lernen“, erwidert der Franzose leger. Genügt das? „Außerdem muss man sehr gut beobachten können. Und Geduld haben“, fährt er fort. Aufmerksam zu sein und über eine gute Technik zu verfügen, sind zwei weitere Erfolgszutaten. Der modernen Kunst gehe es oft um Effekthascherei. Viel wichtiger ist jedoch eines: Bescheidenheit. „Ambitionierte Motive dürfen es aber schon sein“, relativiert der Franzose.

„Ein guter Künstler muss beobachten können“

Alain Bazard