Profis hinter den Kulissen

Klar kann man auf dem Land auch Event-Manager werden. Wir zeigen auch am Beispiel von Vanessa Kompass wie.

Portrait von Aylin Rauh, Juni 26, 2019

Konzerte von Live-Bands, Messen, Ausstellungen oder Festivals – im Normalfall kommt, genießt, konsumiert der Besucher und dann geht er wieder. Was bei ihm bleibt, sind unvergeßliche Momente. Doch was hinter den Kulissen bleibt, ist eine Riesenmenge Arbeit. Organisation in Form von Telefonaten und Meetings, Budgetplanungen, Logistik und Gespräche mit Dienstleistern stehen auf dem Programm. Manch einer mag sich denken: „Das bisschen Telefonieren und Planen kann ich auch. Hab ja schließlich auch schon mal ´ne Party geschmissen!“ Tja, falsch gedacht! Veranstaltungskauffrauen/-männer sind echte Profis, die eine umfassende Ausbildung absolvieren.

Die Möglichkeit einer Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau gibt es im Schloss Hohenkammer, das am südlichen Rand der Hallertau liegt und nur 15 Minuten mit dem Auto von Pfaffenhofen entfernt ist. Dort haben wir die 21-jährige Azubine Vanessa Kompasst aus Scheyern getroffen. Sie hat uns einen Einblick gewährt, was man als Event-Managerin so lernt und macht.

Hallertau.de: Vanessa, erstmal vielen Dank für deine Einladung. Das Schloss bietet eine beeindruckende Kulisse. Wie kam es dazu, dass du hier deine Ausbildung angefangen hast?

Vanessa Kompass: Natürlich hätte ich auch in einer Agentur meine Ausbildung machen können. In meiner Berufsschulklasse bin ich fast die einzige, die einen Ausbildungsplatz in einer Hotellerie hat. Aber die Inspiration für diese Entscheidung war die Hochzeit meiner großen Schwester, die hier stattfand. Schon damals war ich vom Schloss Hohenkammer ziemlich beeindruckt.

Veranstaltungskauffrau – eine Ausbildungsrichtung, die nicht jeder wählt. Woher kam dieser Entschluss?

Auch privat habe ich großes Interesse zu planen, zum Beispiel Geburtstage. Ich liebe es einfach, Events zu organisieren. Das ist genau das, was ich machen will.

Und das merkt man auch! Viele meinen aber trotzdem, dass dieses „Planen“ nur aus ein bisschen Telefonieren und Verkaufsgesprächen besteht. Nervt das?

Ich finde, wenn man einmal einen Blick hinter die Kulissen wirft, denkt man ganz schnell anders. In meiner Klasse sind viele im Büro. Doch hier besteht eine große Vielfalt, worüber ich sehr froh bin.

Erzähl doch etwas über deine Ausbildung.

Im Allgemeinen bekomme ich Einblicke in jede Abteilung, zum Beispiel Rezeption, Service, Küche oder Housekeeping. Das ist ein großer Unterschied zu anderen Ausbildungsplätzen. Ich persönlich merke vor allem bei Kundenberatungen, dass mir der Abteilungswechsel sehr hilft. Man weiß über viel mehr Bescheid und kann den Kunden besser beraten. Derzeit befinde ich mich im Veranstaltungsbüro – genau das, was ich machen will!

Wie sieht dein Tagesablauf aus?

Morgens kontrolliere ich zuerst das Postfach am Computer ab. Das hat hohe Priorität, um schon zu Beginn auf dem neuesten Stand zu sein. Danach werden neue Anfragen abgecheckt, Mails bearbeitet, Angebote rausgeschickt und was noch wichtig ist: nachtelefonieren! Grundvoraussetzung ist einfach eine gewissen Planung und Ordnung.

Welches Event hat dir am meisten Spaß gemacht?

Die besten Veranstaltungen sind momentan Hochzeiten. Da wir eigentlich ein Tagungshotel sind, sind solche Events etwas ganz Besonderes. Durch Hochzeiten werden Emotionen verkauft, das stellt einen ziemlichen Kontrast zu anderen Events dar. Egal ob Probeessen oder der Tag der Hochzeit – jedes Detail bis zum großen Tag ist spannend. Und wenn eine Woche vor der Hochzeit alles durchgesprochen wurde, kann es endlich losgehen. Das Schöne ist: wenn das Brautpaar am Ende glücklich ist, dann haben wir alles richtig gemacht.