Schöne Spaziergänge in der Hallertau #5: Auf einen Sprung ins Feilenmoos

Michael Urban
Anzeige, Foto-Reportage von Michael Urban, Juni 9, 2020

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Auf unseren Streifzügen durch die Hallertau liegt uns auch ihre Vielfalt am Herzen. Da hat sich das Feilenmoos mit seinen vielen Baggerseen wie von alleine angeboten. Das Feilenmoos liegt im Westen der Hallertau zwischen Manching und Geisenfeld, 1908 begann seine Trockenlegung und Kultivierung. Eingerahmt wird die Mooraue durch die A9 im Westen, den Feilenforst im Süden und den Flughafen Ingolstadt-Manching im Norden. Das 17 Quadratkilometer große Gebiet mit einigen geschützten Arealen ist untypisch flach für die Hallertau und liegt südlich der Einmündung der Paar in die Donau. Seit Jahrzehnten wird hier Kies abgebaut, was dazu führte, dass fast ungefähr die Hälfte der Flächen aus Baggerseen bestehen, die auch als Naherholungsziel genutzt werden.

Als Gast-Fotografen habe ich dieses Mal einen alten Basketball-Homeboy mit dabei. Und zwar keinen geringeren als Dominik Kappelmeier. Für mich eine besondere Ehre, nicht nur weil uns die Liebe zum runden Leder verbindet, sondern weil wir schon seit etlichen Jahren über Möglichkeiten einer kreativen Zusammenarbeit sinniert haben, wir beide leidenschaftlich gerne draußen in der Natur sind und ich ein Riesenfan seiner Fotografie bin. Er hat schon einige unvergessliche Momente in der Halle für mein Team festgehalten, sein Instagram-Kanal steht bei mir ganz weit oben. Die weichen Farben, der liebevolle Blick für den noch so kleinen Moment, die gelungene Motivwahl – das alles würzt Dominik stets mit einer Prise Humor und Leichtigkeit. Umso mehr habe ich mich auf diesen gemeinsamen Beitrag gefreut! Dieser war wetterbedingt zwar sehr spontan und von der Strecke her die bisher kürzeste Unternehmung, aber dennoch jede Minute wert.

Karte

1 | Der Fuchsbau

Das Feilenmoos ist nicht gerade klein. Wir entscheiden uns für den westlichen Teil und starten unsere Tour am Fuchsbau, einer Gaststätte mit Pension und Biergarten, die quasi im Niemandsland liegt. Wer in der Nähe beim Radeln, Schwimmen oder Chillen ist, kann sich hier stärken und ein kühles Getränk gönnen. Im Sommer bin ich hier öfters zum Heidelbeersammeln in den großangelegten Gärten, die um den Fuchsbau herum liegen.

Foto: Dominik Kappelmeier
Foto: Dominik Kappelmeier

2 | Eindrücke aus dem Moos

Die Heidelbeergärten sind im Moment noch geschlossen, aber wir erkunden trotzdem ein wenig die Umgebung und streifen durch die ausladenden Wiesen. Wir haben Glück und entdecken eine Wasserpumpe, die bunte Regenbögen über ein Feld zaubert, einen zutraulichen Fuchs, ausgetrocknete Bachbetten. Und Andi, der auf einem Rasenmähertraktor hier im spärlich besiedelten und teils wild verwachsenem Feilenmoos auf seinem Grundstück unterwegs ist. Dominik und ich fühlen uns ein wenig an die Serie TRUE DETECTIVE erinnert. Wir ratschen kurz mit dem jungen, sympathischen Ingenieur, der das Feilenmoos „nie verlassen“ will. „Es ist sehr entspannt hier, man hat seine Ruhe, ist aber dank der Autobahn auch schnell woanders“, erzählt Andi über den Gartenzaun hinweg. „Man kann viel draußen in der Natur sein und Sport machen, Radel fahren, Laufen, Schwimmen gehen…“ Gerade vorher war Andi Stand-up-Paddlen. Wo? „Da hinten am Weiher.“ Ach so, das ist ja einfach hier. Und wie heißt der? „Hm… Weiher?“ Da müssen wir alle schon ein bißl lachen. „Da bin ich im Sommer fast jeden Tag beim Paddeln und Baden“. Ja… es gibt wahrlich schlechtere Orte zum Aufwachsen.

Foto: Dominik Kappelmeier
Foto: Dominik Kappelmeier
Foto: Dominik Kappelmeier
Fotos: Dominik Kappelmeier
Foto: Dominik Kappelmeier
Foto: Dominik Kappelmeier

3 | Kleiner Jungle

Unseren Spazier-Rundgang starten wir vom Fuchsbau aus. Wir gehen 500 Meter Richtung Nordwesten und Wald. Dabei passieren wir ein paar Pferdekoppeln und einen schönen, von Schilf umgebenen Weiher, der ein Biberspielplatz ist. Schon idyllisch hier. Wer noch eine größere Schleife im Wald drehen möchte, kann geradeaus gehen. Wir halten uns am Waldrand rechts, gehen 700 Meter in nördliche Richtung und biegen dann rechts hinter einem Weiher ab. Der Wald mutet gerade am Anfang wie ein Jungle an. Der Boden ist mit Moos, Gras, Farn und wilden Heidelbeeren zugewachsen, junge Laubbäume, Kiefern, Fichten und Eichen am Waldrand sorgen für dichten Bewuchs. Der Pfad ist sauber angelegt und mit Nadeln übersät und wirkt fast etwas deplatziert in diesem wild wirkenden Waldstück, das seine Vorhänge zugezogen hat und kaum Einblick gewährt.

Foto: Dominik Kappelmeier
Foto: Dominik Kappelmeier
Fotos: Kappelmeier (li.) / Urban (re.)

4 | Weiher-Slalom

Von der Abzweigung im Wald geht es 1,3 Kilometer in östliche Richtung an mehreren Weihern und kleinen Seen vorbei. Nach 500 Metern taucht linkerhand der Egelsee auf, der mit einer bewaldeten,naturgeschützten Insel besticht, die das Ziel zahlreicher Wildgänse ist. Der Mond ist mittlerweile aufgegangen, Schwäne driften übers Wasser und die goldene Stunde macht ihrem Namen wirklich alle Ehre. Es kommt Parkfeeling auf, unsere Schritte werden leichter. Feierabendleicht. Wir nutzen die Gelegenheit für eine kleine Abkühlung und ein Gespräch mit einem der Angler, der uns von seinem Hobby und den Karpfen, Forellen, Rotaugen und Wallern erzählt, die es hier gibt. Sein Fazit: „Oft bin ich hier schon um 04:00 Uhr. Da kommt dann langsam die Sonne raus – das ist bombastisch, da kann ich total abschalten. Oft sitze ich komplett alleine am Weiher, das ist einmalig.“ Word.

Foto: Dominik Kappelmeier
Foto: Dominik Kappelmeier
Foto: Dominik Kappelmeier
The great Outdoors... (Fotos: Dominik Kappelmeier)
Foto: Dominik Kappelmeier
Foto: Dominik Kappelmeier
Foto: Dominik Kappelmeier

5 | Goldene Stunde in der Prärie

Wir sind an einer T-Kreuzung angekommen, die links zur Ortschaft Forstwiesen führt. Wir biegen rechts ab, um nach gut einem Kilometer Teerstraße zum Fuchsbau zurückzukehren. Auf dem Rückweg können wir den Blick links über den Fallschirmabwurfplatz Manching weit schweifen lassen. Das sanfte, blau-violette Dämmerlicht legt sich über die riesige Wiesenfläche, wie es sie aufgrund der Zersiedelung und Landwirtschaft in der Hallertau nur noch selten gibt. Die pastellgefärbte Weite mit dem darüber aufgehendem Mond und der anhaltenden Schwüle lassen uns gedanklich abschweifen. Die Heidelbeergärten mit den schlichten, braunen Scheunen erinnern Dominik an eine texanische Ranch, während die Riesenwiese wie ein Streifen Prärie anmutet. „Ganz, ganz strange…“, sucht er nach Worten. „Aber wirklich schön.“ Keine Frage, das Wetter und Timing hätten nicht besser sein können.

Foto: Dominik Kappelmeier
Foto: Dominik Kappelmeier

Exkurs zu den Spielregeln im Feilenmoos

Entspannung, Erholung und Spaß sind recht und schön, aber wir wollen im Sinne eines harmonischen Miteinanders und des Naturschutzes kurz auf ein paar wichtige Dinge hinweisen. Das fängt beim richtigen Parken an, damit die Natur geschont wird und Rettungsgassen und Wege für die Landwirtschaft offen bleiben. Weiter geht es mit der Sauberkeit des Wassers und der Ufer. Es sollte genügend Abfalleimer und Toilettenhäuschen geben, um die Baggerseen fresh zu halten. Wassersportgeräte sind nur an den mit Schildern versehenen Seen erlaubt, wer Wassersport im größeren Rahmen will, findet am Lorenzisee den Wakeboardpark. Manche Baggerseen sind auch als Biotope kartiert, d.h. Handlungen, die zu dessen Zerstörung oder einer erheblichen Beeinträchtigung davon führen, sind verboten. Und zu guter Letzt noch ein Wort zu Hunden und zum Camping: Hunde dürfen nicht frei laufen, das Zelten und Aufstellen von Wohnwagen ist verboten, ebenso wie das Entzünden eines Lagerfeuers. Schließlich soll das Seengebiet um Geisenfeld zu Hochzeiten auch weiterhin täglich tausende Badegäste aushalten können.

Gemeinsam auf dem Weg!

Auf unseren Spaziergängen sind wir gerne gut unterwegs. Und dafür ist ein anständiger Schuh unabdingbar. Wie cool, dass mit LOWA gleich am Rand der Hallertau ein Fußwerk-Experte am Start ist, der genauso gerne wie wir auf Entdeckungstour geht. Die Zusammenarbeit mit euch und der Austausch von Ideen inspiriert uns sehr – vielen Dank dafür! Pack ma’s, das nächste Abenteuer wartet!

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