Schöne Spaziergänge in der Hallertau #6: Eine kurze Ilmberger Runde

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Anzeige, Foto-Reportage von hallertau.de, Juni 27, 2020

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Ein Beitrag von Tobias Rossmann

Das derzeit wechselhafte Wetter lässt für ein paar Stunden die Sonne scheinen ehe wieder ein ergiebiger Regenfall oder ein starkes Gewitter im wahrsten Sinne des Wortes dazwischenfunkt. Zeit einmal, eine klassische „kurze Runde für Zwischendurch“ vorzuschlagen.

Der Ausgangsort Ilmberg bei Haunstetten ist an sich schon mal die erste Herausforderung. Um ihn zu finden bedarf es einer kurzen Recherche. Bei Schweitenkrichen gibt es die Ortschaft Ilmberg tatsächlich noch ein zweites Mal im Landkreis. Schon die Anfahrt dorthin ist, dank des schönen Ilmtals, bis zur Ankunft ein purer Genuss. Auto zu, Rucksack auf, Fernglas um und horchen! Ich vernehme ein Gebimmel, unregelmäßig aber doch beruhigend. Ich werde an Almen das Alpenvorlandes erinnert. Jedenfalls ist Loswandern erstmal nicht mehr angesagt. Zu fantasie-anregend ist das ferne Geläut, dessen Ursprung ich erkunden möchte. Schnell merke ich, dass Fantasie gar nicht von Nöten ist. Denn der Anblick entspricht genau jenem paradiesischen Bild von einer Alm in weicher Hügellandschaft, umgeben von Kühen und deren Glockenleuten. Genauso sieht Ilmberg aus. Im Vordergrund wachen stolze Eichen über die Kuhweide und der Hintergrund schmückt sich mit einer nicht gerade kleinen Kirche: der Martinskirche. Ergänzt wird diese Idylle von ein paar schön gepflegten Höfen, wo hier ein Hahn kräht und dort eine Katze schleicht. Irgendwie ganz normaler Alltag in unserer Holledau und doch etwas ganz Besonderes. Man könnte meinen es sei schade, wenn man das Schönste schon am Anfang der Wanderung sieht. Dieser Anblick, diese Geräuschkulisse ist jedoch so unbeschreiblich schön, dass für solche Gedanken gar kein Raum mehr bleibt. Viel lohnender ist die Vorstellung, dass hier einst die Kelten die Gegend bewohnt haben. Der Hügel, auf dem die Martinskirche steht, soll nämlich keltischen Ursprungs sein. Die Landkarte, ich halte sie immer noch fest geschlossen in der Hand, erinnert mich, dass ja doch noch der eine oder andere Kilometer vor mir liegt. Also marschiere ich los. Und zwar Richtung Nord-West nach Kerum.

1 | Auf dem Weg nach Kerum

In dem kleinen Weiler gibt es gewiss mehr domestizierte Tiere als Menschen. Neben Pferden trifft man ebenso auf gemütlich schmatzende Rinder. An einem der höchsten Punkte der Wanderung scheinen auch sie ihren Blick immer wieder über die liebliche Landschaft verträumt schweifen zu lassen. Käfer schwirren umher, Schwalben kreisen herum und Goldammern singen. Das ist Landidylle pur!

2 | Dörfliche Idylle in Gurnöbach

Entlang eines namenlosen Waldes halte ich mich nach Norden. Erst jetzt treffe ich während meiner Wanderung auf ein richtiges Dorf: Gurnöbach. Ein schön gelegener Weiher empfängt mich und macht mich auf das neugierig, was noch so kommen mag. Da wäre z.B. die Marienkapelle, mitten im Dorf. Sie gehört zum gegenüberliegenden Hof und bedarf inzwischen umfangreicher Renovierung. Nichtsdestotrotz macht sie von außen einen hübschen Eindruck, innen jedoch ist vom damals prunkvollen Anblick kaum etwas übrig. Nur der massive Dachstuhl setzt noch optische Reize. Die derzeitige Situation der angrenzenden Straße verhinderte bislang die Arbeiten an der Kapelle. Es lohnt sich, noch kurz ans nördliche Ende von Gurnöbach zu spitzeln. Hier, an einem markanten Feldkreuz reicht der Blick über eine ursprüngliche, dünn besiedelte Fläche bis nach Triefing.

3 | Naturdenkmal bei Triefing

Wer Zeit hat, kann die 1,5 Kilometer nach Triefing wandern. Ein großer Baum ist dort als Naturdenkmal geschützt und etwas außerhalb vom Dorf ist eine weitere archäologische Kostbarkeit: eine Keltenschanze. Wie ein Nebelhauch schwebt also der Geist der Kelten noch immer über diesen Landstrich. Und bis heute, nach über 2.000 Jahren, können wir selbst während meiner unscheinbaren Wanderung auf Spuren dieser faszinierenden Volksgruppe stoßen. Doch anstatt zur Keltenschanze geht es für mich heute von der Marienkapelle 600 Meter nach Nord-Osten. Die Landschaft baut sich hier besonders schön auf: kleine Berge bilden Hochebenen und dazwischen malerische Täler wo sich Zuflüsse des Nöbachs hindurchschlängeln. Über einen von ihnen verläuft der Weg für wenige Hundert Meter in süd-östlicher Richtung, ehe ich die Höfe in Kreut anpeile. Der dortige Hofladen „Schiechel“ bietet als Direktvermarktung u. a. nestfrische Eier, Kartoffeln und sogar selbstgemachte Nudeln an.

4 | Hallertauer Mystik in Hornau

Nur für einen halben Kilometer führt der Weg auf einer Teerstraße in östlicher Richtung zu einer weiteren Siedlung, an dessen Ende ich in den Wald mit dem mystischen Namen Hornau eintauche. Ein nicht näher bezeichnetes Rinnsal mäandriert durch den Wald und bildet mit seinem Plätschern und dem begleitenden Gesang eines Rotkehlchens eine verträumte Geräuschkulisse. Schattenblume und Waldstorchenschnabel leuchten hier und dort vom dunklen Waldboden hervor. Das feuchte Moos bietet eine nette Abwechslung zum sonst trockenen Klima außerhalb des Waldes.

5 | Paradiesische Aussichten

Nie auf direktem Wege, immer mal in die eine Richtung, dann mal in die andere, aber immer dem Süden zustrebend erreiche ich bald den Ausgangspunkt in Ilmberg. Der Ausflug ist aber noch nicht zu Ende. Dieses Ilmberg verströmt gerade jetzt zur späten Nachmittagssonne eine ganz besondere Gemütlichkeit. Ich möchte nochmal die Kühe sehen, den Hahn hören und den Ausflug ausklingen lassen. Einige der Kühe haben sich ein lauschiges Plätzchen am Weiher gesucht und blicken halb dösend, halb kauend in Richtung Ilmtal. Erst jetzt wird mir klar: der anfängliche Vergleich zu den Almen des Alpenvorlandes ist überflüssig. Wieso braucht es eigentlich immer diese Vergleiche zu entfernt gelegenen Paradiese? Die Hallertau muss doch gar nicht immer an das Alpenvorland oder an das rustikale Hinterland Italiens erinnern. Die Hallertau ist einfach die Hallertau, und gerade jetzt zeigt sie sich in ihrer typischsten und schönsten Form.

Gemeinsam auf dem Weg!

Auf unseren Spaziergängen sind wir gerne gut unterwegs. Und dafür ist ein anständiger Schuh unabdingbar. Wie cool, dass mit LOWA gleich am Rand der Hallertau ein Fußwerk-Experte am Start ist, der genauso gerne wie wir auf Entdeckungstour geht. Die Zusammenarbeit mit euch und der Austausch von Ideen inspiriert uns sehr – vielen Dank dafür! Pack ma’s, das nächste Abenteuer wartet!

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