Silkes Quarantäne-Tagebuch #3: Keine Schule

Zuerst kam die Nachricht, dass fünf Wochen schulfrei sind. Dann wanderte unsere Autorin mit ihrer Familie vom Tirol-Urlaub direkt in die häusliche Quarantäne. Die nahtlos in die Ausgangssperre für ganz Bayern überging. Wie lebt es sich daheim hinterm Zaun? – das erzählt sie hier täglich.

Silke Weiher
Reportage von Silke Weiher, März 18, 2020

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden!

Mittwoch, 18.3.2020, Tag 3:

Noch 32 Tage ohne Schule und Kindergarten

Heute sind Wetter und Laune wieder besser! Wir frühstücken im Freien, dieser Teil fühlt sich immer wie Urlaub an. Wenn nicht gerade das Telefon klingelt und die Firma meines Mannes anruft, so wie heute. Die Kinder und ich frühstücken also ohne ihn, aber es ist trotzdem schön – ohne Schulstress am Morgen. Den Rest des Tages verbringen wir mit Spielen, Spielen und sagte ich schon Spielen? Dazwischen arbeite ich im Halbstundenrhythmus. Aber so richtig komme ich heute nicht rein. Die Nachrichten überschlagen sich, die Lage ändert sich jede halbe Stunde  – nicht zum Guten. Ich brauche ein bisschen Ablenkung. Also raus mit den Kindern: Wir streichen endlich das Baumhaus. Zuerst sind die Kinder Feuer und Flamme, doch nach zehn Minuten stehe ich alleine mit Farbe und Chaos im Garten, während die beiden kicken. „Das ist Tag 3 von fünf Wochen Kinderbespaßung“ – bei diesem Gedanken ertappe ich mich, als die Kinder streiten. „Nur noch 32 Tage“, tröstet mich meine Freundin Sabine, mit der ich täglich abends hin und her schreibe. Hört sich besser an als fünf Wochen. Im Gegensatz dazu macht mir das Zuhausebleiben überhaupt nichts aus: Wir dürfen zwar nicht raus hier, aber andererseits kommt auch niemand rein. Und das hat auch viele Vorteile: Wir müssen nicht mehr dauernd Händewaschen. Man spart unendlich viel Zeit. Die Kinder sind entspannt, vor allem der Große, der sein Pubertäts-Gehabe abgelegt hat, seit seine Freunde nicht mehr zusehen. Wir reden mehr miteinander. Und es wird erstaunlich viel gelacht zwischen all den schlechten Nachrichten aus dem Radio.

Das gibt der Kühlschrank her:

Frühstück: Frische Semmeln, Brot und Croissants vom Bäckerlieferdienst, den letzten frisch gepressten O-Saft.

Mittagessen: 

Abendessen: Nudelreste von gestern, Semmelknödel: Halb mit aufgetauter Bratensoße und halb als Gröstl mit Spiegeleiern. Für die Kinder die drei letzten Fertigpizzen – ein bisschen zu kross gebacken.

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden!