Silkes Quarantäne-Tagebuch #7: Kinderstunde, Kaffeepause und Klatschrunde

Zuerst kam die Nachricht, dass fünf Wochen schulfrei sind. Dann wanderte unsere Autorin mit ihrer Familie vom Tirol-Urlaub direkt in die häusliche Quarantäne. Die nahtlos in die Ausgangssperre für ganz Bayern überging. Wie lebt es sich daheim hinterm Zaun? – das erzählt sie hier täglich.

Silke Weiher
Reportage von Silke Weiher, März 22, 2020

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Sonntag, 22.3.2020, Tag 7:

Kinderstunde

Es hat geschneit. Der Garten ist weiß. Während wir frühstücken, kommt die Sonne raus. Perfektes Wetter für einen Winterspaziergang. Ich hätte riesige Lust herauszugehen, aber ich schätze mal, die Idee haben heute einige. Ist das dann erlaubt?

Obwohl Sonntag ist, arbeiten wir beide, sobald die Kinder sich selbst beschäftigen. Bei meiner Freundin funktioniert das so: Die Kinder sitzen auf dem Sofa. Vor ihnen der Laptop und die Oma liest ihnen via Skype eine Stunde lang vor. Bei uns sitzen die Kinder auch auf dem Sofa. Vor ihnen der Laptop. Nur leider ohne Oma. Aber was soll man machen, wenn die Großeltern nur Festnetz haben?

Kaffeepause

Nachmittags wollen wir eigentlich den Spaziergang machen. Aber dann entscheiden wir uns doch für Kaffee und Kuchen in der Küche. Sicher ist sicher. Wir sitzen hinter der Scheibe auf einer Kissenlandschaft und genießen die Sonne und den Butterkuchen. Schon das zweite Blech in zwei Tagen. Bei sämtlichen unserer Freunde ist es genauso, seit die Ausgangssperre herrscht: Alle sitzen daheim und schlemmen: Rohrnudeln, Kaiserschmarrn, Kuchen, Rinderbraten, Knödel und natürlich Kaffee und Wein. Man gönnt sich ja sonst nichts!

Klatschrunde

Apropos Genuss: Für den Abend habe ich eine Portion Rinderfilet aus der Tiefkühltruhe geholt. Das letzte! Aber zu früh gefreut: Nach dem Auftauen entpuppt sich das Fleisch als Rinderhack. Schon wieder Bolognese? Och nö. Ich weiß was Besseres: Fleischpflanzerl! Hach! Eigentlich mag ich die gar nicht, aber in diesen Zeiten muss man umdenken. Hauptsache Abwechslung! Bevor wir essen, wird wieder geklatscht. Wieder stehe ich alleine vor dem Fenster und tanze, klatsche, rufe! „Hallooooooo! Könnt ihr mal rauskommen?“ Zumindest einmal am Tag könnten wir doch hier ein bisschen zusammenstehen und verrückt spielen. Immerhin das machen die in Italien und Spanien ganz toll!

Das gibt der Kühlschrank her:

Frühstück: Rühreier, aufgebackene Croissants und Semmeln. Den letzten Schluck Orangensaft aus dem Tetrapack.

Mittagessen: Die letzte Gelbwurst für die Kinder.

Abendessen: Fleischpflanzerl mit Feldsalat.

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