Sina und der Pfaffenhofener Stadtlauf

Nach sechs Jahren Verschnaufpause können die Pfaffenhofener Läufer aufatmen! Im Oktober gibt es endlich wieder einen Stadtlauf. Studentin Sina erzählt, wie es dazu gekommen ist.

Lisa Schwarzmüller
Interview von Lisa Schwarzmüller, September 28, 2019

Sina Zach studiert in Augsburg Global Business Management. Teil des anspruchsvollen Studiums ist der Aufbau und die Organisation eines Projekts, das auch in den kommenden Jahren Bestand hat. Um ihrer Wahlheimatstadt Pfaffenhofen etwas zurück zu geben, hat sich die junge Studentin eine echte Mammutaufgabe vorgenommen. Pfaffenhofen soll wieder einen Stadtlauf bekommen. Schnell fand sie für ihr Vorhaben Mitstreiter – unter anderem Bernhard Ugele vom Pfaffenhofener Lauftreff, mit dem sie den Stadtlauf in eine neue Zukunft führen will. Mit uns ist Sina die Strecke durch die wunderschöne Innenstadt abgelaufen und hat uns bei dieser Gelegenheit hinter die Kulissen des Events blicken lassen.

Hallertau.de: Sina, ein Stadtlauf also. Wie kam es denn dazu?

Sina Zach: Ich wollte für mein Studienprojekt einfach gerne was in Pfaffenhofen machen, irgendeine Veranstaltung für die Stadt. Mehr durch einen Scherz von meinem Freund bin ich dann darauf gekommen, dass der Stadtlauf vielleicht was wäre. Das war dann für mich sofort die Sache, die Pfaffenhofen noch bräuchte. Ein paar Wochen später steckte ich schon mitten in der Organisation.

Warum gerade Pfaffenhofen? Was verbindest du mit der Stadt?

Pfaffenhofen war für mich schon immer Heimat, obwohl ich eigentlich nicht aus Pfaffenhofen komme, sondern nur aus dem Umland. Ich will nach dem Studium auch echt mal gerne hier leben. Und ich wollte der Stadt etwas zurückgeben. Man redet immer viel drüber, dass sie mal als die lebenswerteste Kleinstadt ausgezeichnet wurde. Aber für mich ist sie das auch.

Wenn du schätzen müsstest, wie viele Stunden sind denn schon in den Aufbau des Projekts geflossen?

300 Stunden waren die Vorgabe der Uni. Aber alles was ich jetzt mache, geht da gerade schon locker drüber und ist nur noch für den Lauf, der mir mittlerweile richtig wichtig ist.

Der letzte Lauf war vor sechs Jahren, oder? Weißt du, warum die Initiative damals abgebrochen wurde?

Um 1980 rum gab es schonmal eine Serie. Das hörte dann aber auf und wurde Jahre später vom Organisationsteam des Ingolstädter Halbmarathons übernommen. Das war damals sehr kommerziell ausgerichtet und es gab so viele Veranstaltungen, dass man den Lauf in Pfaffenhofen dann gelassen hat. Und dann hat sich einfach keiner mehr gefunden, der diesen Aufwand noch betreiben wollte. Sowas wieder komplett neu aufzurollen, ist eben viel Arbeit, das habe ich jetzt auch gemerkt.

Das hört sich nach einer großen Aufgabe an. An was musstet ihr da alles denken?

Ich habe unterschätzt, wie komplex die Suche nach Sponsoren wird. Wir haben jetzt wirklich großartige Partner gefunden, zum Beispiel die Volksbank Bayern Mitte oder Hipp. Die haben uns alle toll unterstützt und kommen uns viel entgegen. Aber das war schon echt viel Arbeit, jeden einzelnen der fast 20 Sponsoren unter einen Hut zu bringen. Außerdem war das Heraussuchen einer Firma fürs Zeitmessen echt anspruchsvoll. Wir hatten zehn verschiede Angebote, die mussten wir vergleichen und überlegen, was genau wir wollen. Man braucht eine Versicherung bei einer Veranstaltung mit mehreren 100 Personen. Eine ansprechende Strecke musste gefunden und Absperrungen organisiert werden. Wir wissen natürlich, dass das für die Anwohner nicht so toll ist, wenn die Innenstadt gesperrt ist, deswegen habe wir darauf geachtet, dass es nur sonntags für zwei Stunden zu Behinderungen kommt. Bis wir dann auch ein Logo gefunden hatten – das sind alle so Sachen. Ich glaube, viele denken, mein Gott, dann sucht man sich halt ein Datum und eine Strecke und dann läuft das schon. Aber so ist es dann doch nicht.

Wenn du jetzt auf die vergangenen Wochen zurückblickst, was hat dir da am meisten Spaß gemacht?

Ich durfte tolle Leute kennenlernen. Allein als ich die ganzen Flyer verteilt habe, da habe ich so viel nette Menschen getroffen. Ich durfte Bernhard, Stephan und Horst kennenlernen und hab von denen so viel mitgenommen.

Du hast mir verraten, dass du das Projekt in Zukunft nicht mehr an vorderster Front organisieren willst. Hast du trotzdem eine Vision, wo es mit dem Stadtlauf hingehen soll?

Das Ziel des Projekts ist ja, dass man etwas einführt, das Bestand hat und auch in der Zukunft durchgeführt wird. Ich glaube, da habe ich mit den anderen dreien gute Leute gefunden, die da auch Lust draufhaben. Meine Hoffnung ist, dass es auch in den nächsten Jahren in Pfaffenhofen einen Stadtlauf geben wird und er Teil der Stadt wird. Wenn sie Hilfe brauchen, bin ich natürlich jederzeit zur Stelle. Auch am Tag des Laufes werde ich in Zukunft hoffentlich immer dabei sein. Der Pfaffenhofener Stadtlauf ist ja jetzt auch so ein bisschen mein Baby.