Soul of Mosaic oder: So klingt Nandlstadt

Souliger Gospel aus bayerischen Kehlen – Soul of Mosaic zeigt, wie hervorragend das funktionieren kann.

Reportage von Lisa Schwarzmüller, Oktober 26, 2018
Überspringende Funken: Bei ihrem Sommerkonzert mit David Bruce Whiteley und Cassandra Steen ging's ab.

Eigentlich wollten sie nur ihre Kleinen für die Musik begeistern, als Kristina, Silke und Lucille ihre Kinder neben das Klavier von Silke Meiler-Krebs stellten. Dann wollten die Mamas aber auch singen, brachten mehr und mehr begeisterte Hobbysänger mit. Was daraus entstanden ist, hätten sie wahrscheinlich selbst nicht erwartet. Denn die drei Sängerinnen wurden die Gründungsmitglieder des in der ganzen Region gefeierten Gospel-Chores Soul of Mosaic. Dessen Klang verbreitet sich mittlerweile weit über die Grenzen ihrer Heimatgemeinde Nandlstadt hinaus – und hat sogar schon Stars wie Kathy Kelly in das beschauliche Hopfen-Städtchen gelockt.

Durch die Türen des Pfarrsaals dringt ein mehrstimmiger Akkord. „Versucht euch mal von oben auf den Ton zu setzen“, erklärt Silke am Klavier und gibt den Sänger*innen einen weiteren, diesmal höheren Ton vor. Einsingen nennt man das, die Stimme auf das vorbereiten, was gleich kommt. Und das ist Gospel – dreistimmig, manchmal laut, manchmal leise, aber immer mit ganz viel Soul, den man diesem bunten Haufen aus Mamas, Papas, Erziehern, Lehrern, Krankenschwestern, Biologen und Bänkern auf den ersten Blick gar nicht zutrauen will.  Schnell tuscheln sie sich einige Neuigkeiten zu, tauschen warmherzige Blicke und Gesten. Ganz heimlich natürlich, damit der Rest des Chores nicht gestört wird. Man ist eben durch mehr verbunden als die Musik. Oder hat die Musik erst die Verbindung geschaffen? Egal. Silke gibt wieder den Einsatz, die Lungen füllen sich mit Luft, die Luft füllt sich mit Musik.

So klingt die Hallertau

Soul of Mosaic – das ist ein Nandlstädter Laienchor um Silke Meiler-Krebs mit einem klaren Ziel: Die Hallertau mit Soul füllen. Neben zahlreichen Hochzeiten, Taufen und Gottesdiensten hört man die 45-köpfige Gruppe auch bei ihren eigenen Konzerten, zu denen sie namenhafte Künstler wie Kathy Kelly und Cassandra Steen auf ihre Hallertauer Bühnen holen. Der Erlös daraus geht immer an karitative Projekte: Der Chor, der aus einer Kindergruppe entstand, will mit seinem Tun vor allem Kinder in Not unterstützen.

Know-How + Begeisterung = Nandlstädter Gospel

Was mit drei musikbegeisterten Mamas anfing, hat sich mittlerweile zu einer echten musikalischen Größe entwickelt. Und das nicht zuletzt wegen Chorleiterin Silke Meiler-Krebs. Die lernte das Singen von großen Namen wie Gregor Dalal vom Konservatorium in Würzburg oder David Bruce Whiteley. Ihr gesammeltes Know-How von jahrelanger Bühnenerfahrung und ihrer Ausbildung zur staatlich anerkannten Chorleiterin lässt sie in die donnerstäglichen Proben fließen. „Mein Ziel ist, dass die Menschen hier beschwingt und glücklich raus gehen“, erklärt sie. Um technische Perfektion ginge es dabei aber nicht. „Da muss Freude rüber kommen, auch ans Publikum.“

Zeitreise zurück zum 7. Juli 2018. Ein Chor aus Laien steht mit echten Profis auf der Bühne, diesmal neben Soul- und Tonvirtuose David Bruce Whiteley auch Cassandra Steen, Grande Dame des deutschen Soul und Frontfrau von Glashaus. Die begeistert mit ihrer zurückhaltenden, fast schon schüchternen Art und einem beneidenswert mühelosem Falsetto. Whiteley lässt trotz Gipsbein das Publikum mitsingen und mittanzen. Immer mit dabei die Sänger*innen des Chors, die am Ende bei einem „Oh Happy Day“ mit zahlreichen eigenen Solos Kinnladen herunterklappen lassen.

„Wir nehmen unsere Musik nicht auf die leichte Schulter.“

Zurück in die Gegenwart. „Mich hat das musikalische Können der Truppe extrem begeistert“, meint Jerry Robinson, während er die Notenblätter in seinen Händen ordnet. Er ist erst vor kurzem dazu gestoßen, hat in den 60ern beruflich Saxophon und Klarinette gespielt. Als er im Juli das Konzert von Soul of Mosaic besuchte, hat es ihn dann wieder gekratzt. „Nach 45 Berufsjahren wollte ich nochmal was Sinnvolles mit meiner Zeit machen. Und hier fühle ich mich richtig zuhause“, meint er. Ob das an der Sherry-Beauftragten liegt, die mit Hochprozentigem die Nerven vor dem Auftritt beruhigt? Dem großen, selbstgemachten Buffet, das nach der Probe auf hungrig gesungene Mäuler wartet? „Musik ist ein zusammenführendes Mittel“, schmunzelt er und verstärkt nun den Bass im Ensemble. Eine anspruchsvolle Aufgabe, denn auch wenn Musik für die Truppe ein Hobby ist, die eigene Verpflichtung zu guter Qualität fordert auch.

„Wer bei uns mitmachen möchte, sollte schon zu den Proben kommen“, erklärt Vorstand Lucille Hüttner. Wöchentlich wird geprobt, vor ihren großen Konzerten zu Weihnachten oder im Sommer gibt es dann auch ganze Probewochenenden. „Es stimmt, da ist einiges an Eigenarbeit dabei“, bestätigt Chorleiterin Silke. Aber die lohnt sich für alle, spätestens dann, wenn sich der ganze Chor formiert, um den Geburtstagskindern der Gruppe ein mehrstimmiges „Happy Birthday!“ zu schmettern, dass sämtliche Haare auf Armen und Beinen mit vibrieren.

Hier die Antworten zu unserem aktuellen Sonntags-Quiz:

1. Der Augsburger Christkindlesmarkt wurde eigentlich als Lebkuchenmarkt bekannt, er bietet mit seinen Märchenstraßen ein ganz besonderes Erlebnis für Groß und Klein. Jedes Jahr macht die Augsburger Innenstadt eine märchenhafte Verwandlung durch. In vielen Schaufenstern rund um den Weihnachtsmarkt werden Szenen aus bekannten Märchen gezeigt. Liebevoll dekoriert und zum Teil sogar animiert, kommen besonders die ganz jungen Besucher oft aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Augsburg am Rathausplatz: 27.11.2018 bis 24.12.2018

2. Die Lindauer Hafenweihnacht ist unserer Meinung nach einer der spektakulärsten Weihnachtsmärkte in Bayern. Allein die Lage direkt am Bodensee, in dem sich abends die Lichter der Marktbuden spiegeln und so für eine einzigartige, romantische Atmosphäre sorgen, ist eine Reise wert. Gestärkt mit köstlich Plätzchen und Glüchwein können sich Besucher dann auch noch vom Nachtwächter Michel durch die weihnachtlich beleuchteten Gassen von Lindau führen lassen oder die Naturkrippe in St. Stephan bewundern.
Weihnacht am Lindauer Hafen: 22.11.2018 bis 16.11.2018
immer von Donnerstag bis Sonntag

3. Weihnachten wie im Zauberwald – so fühlt man sich bei der Waldweihnacht in Halsbach. Unter hunderten von Bäumen drängen sich urige Hütten, Buden und Stände zu einem kleinen Adventsdorf und bieten ihre kulinarische Spezialitäten zwischen knorrigen Baumstämmen und funkelnden Lichtern an. Einfach traumhaft!
Halsbacher Waldweihnacht, bei der Waldbühne: 30.11.2018 bis 16.12.2018

4. Der Reiterlesmarkt in Rothenburg ob der Tauber hat durch seine jahrhundertealte Tradition eine ganz eigene Weihnachtsromantik entwickelt. Der Auftritt des „Rothenburger Reiterles“ ist ein absolutes Highlight und das Reiterle kann durchaus mit den Nikolos und Engerln der anderen Märkte konkurrieren. Und spätestens wenn man dann genüsslich in eine der altfränkische Gebäckspezialitäten beißt, scheint die Welt für einen Moment friedlich und still.
Rothenburger Reiterlesmarkt, am Rathaus: 30.11.2018 bis 23.12.2018

5. Mit dem Schiff zum Weihnachtsmarkt! So einzigartig wie die Anreise, ist auch der Weihnachtsmarkt auf der Fraueninsel im Chiemsee. Die ganze Insel ist bevölkert von Kunsthandwerkern, die Ihre kostbaren, wunderlichen, bezaubernden oder auch amüsanten Waren feil bieten. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Auf jeden Fall aber sollte man einen Blick in die 400 Jahre alte Klostertöpferei werfen und von dem preisgekrönten Marzipankonfekt der Klosterfrauen im Laden der Abtei kosten.
Frauenchiemsee: 30.11.2018 bis 02.12.2018 und 7.12.2018 bis 09.12.2018