Sound-Watsch‘n #2: 8 Fragen an Lef Dutti von Dicht&Ergreifend

Lisa Schwarzmüller
Band-Portrait von Lisa Schwarzmüller, September 10, 2019

Dir gefällt diese Musik, wenn: bei runtergekurbelten Autofenstern 90er-Jahre-Hip-Hop durch deine Anlage wummert.

Diesen Song musst du dir unbedingt anhören: „Immer no“

 

 

Dieses Quintett produzieren Rap vom Feinsten, und das mit der wohl ungewöhnlichsten Besetzung, die die Hip Hop Geschichte jemals gesehen hat: Ein DJ, eine Tubistin, ein Trompeter und zwei Rapper, die nur so vor Skills strotzen. Klar, im Zentrum ihrer bayerischen „Batzi-Musik“ stehen George Urquells und Lef Duttis teilweise mit atemberaubender Geschwindigkeit runtergerattterten Texte (auf Hip Hop Deutsch: Doubletime), aber auch der Sound, den DJ und Produzent DJ Spliff den beiden dabei unterjubelt, ist ein wahres Brett. Dabei dribbeln sie so elegant zwischen gesellschaftskritischen Songs (Imma no, Ghetto mi nix o), Partymukke (Schofal boogie) und unterhaltsamen Geschichten (Bierfahrerbeifahrer) hin und her, dass einem beim bloßen zuhören schwindlig wird. Die „Dichtis“ sind mittlerweile ein Kulturphänomen und haben dem bayerischen Mundartrap mit viel Authentizität, Kuhdorfweisheit und dem nötigen Weitblick für Themen ihren unverwechselbaren Stempel aufgedrückt. Und dass sie nicht nur auf Band einiges her machen, beweisen sie auch in dampfenden Konzerthallen voller Fans, die bereit sind auf Kommando vollkommen durchzudrehen.

8 Fragen an Fabian Frischmann a.k.a. „Lef Dutti“ 

1| Warum sind eure Lyrics bayerisch?

Bayerisch ist eine schöne Sprache. Sie beinhaltet Wörter, Begriffe und Ausdrucksformen, die im Deutschen oft weder übersetzbar, erklärbar oder ersetzbar sind. Außerdem ist Bayerische unsere Muttersprache und viele Witze oder Anekdoten könne darin am besten transportiert werden.

2| Verändert das die Art und Weise, wie ihr Musik schreibt?

Das Bayerische hat mit der Musik erstmal gar nichts zu tun. Text und Musik hängen zwar am Schluss fest zusammen, aber auf die Musik hat der Inhalt erstmal wenig Einfluss. Vielmehr kann die Musik Einfluss auf das Texten nehmen.

3| Habt ihr auch schon auf Hochdeutsch gerappt?

Wir haben beide vor ca. 18 Jahren mit Hochdeutschen Rap angefangen. Urkwells Projekt nannte sich »Senor Goofy«. Duttis Projekt hieß »Null8Sprachrohr«.

4| Was sind eure größten, musikalischen Einflüsse?

Deutscher Rap der 90er und 2000er.

5| Wie ist euer Stil zustande gekommen?

Eine Mischung aus Liebe zu Oldschool Rap (nicht 80er), modernen Pop und Rap Produktionen, Liebe zum Detail sowohl musikalisch als auch textlich, abwechslungsreichen Arrangements und Bläser.

6| Wie wichtig ist euch das Thema Dialekt?

Es wär schade, wenn Dialekte irgendwann sterben würden. Aber kein Untergang.

7| Habt ihr Bedenken, dass das Thema Dialekt euch in eurer Zielgruppe limitiert?

Dialekt limitiert mit Sicherheit unsere Zielgruppe, aber durch ihn sind die Leute auch erstmal so richtig auf uns aufmerksam geworden.

8| Was sind eure Erfahrungen mit „Nicht-Bayern“?

Jedenfalls tanzen die Leute auch in der Ukraine zu unseren Liedern.

 

Noch eine Soundwatsch’n gefällig?

Soundwatsch’n #1: Bayerischer Rock mit Karin Rabhansl